Medien
ARD-Sportschau: Mit Bundesliga trotz Quotenrückgang ein Renner
23.05.2005
Die ARD-Sportschau mit
Bundesliga-Fußball bleibt ein Premiumprodukt. Trotz eines leichten
Quoten-Rückgangs hat sich die Zusammenfassung der Samstag-Spiele auch in
der zweiten Saison nach dem Rechteerwerb als ein Publikumsrenner für das
Erste erwiesen. Im Schnitt verfolgten 5,85 Millionen Zuschauer die
Sportschau. Der Marktanteil beträgt vor dem letzten Spieltag am Samstag
27,2 Prozent. Im Vorjahr hatte die Sportschau auf Anhieb 6,0 Millionen Fans
(29,2 Prozent) erreicht und damit fast 1,7 Millionen mehr als zuvor "ran"
bei Sat.1.
"Wir sind mit dem zweiten Jahr sehr zufrieden. Der minimale
Quoten-Rückgang lässt sich durch die zeitgleiche Konkurrenz von insgesamt
drei Live-Sendungen über Olympia und Nordische Ski-WM im ZDF erklären",
bilanzierte Sportschau-Chef Steffen Simon am Donnerstag. Nach den
schwächeren Sommer-Monaten August und September 2004 schwankte die Quote
bis auf eine Ausnahme stets zwischen 5 und 7 Millionen Zuschauer.
Ausgerechnet am 30. April, als sich Bayern München am 31. Spieltag
vorzeitig den Titel sicherte, wollten nur 4,72 Millionen Fans die
Kultsendung sehen.
Auch das DSF zog eine positive Saisonbilanz. Der Spartenkanal
verzeichnete für seine Zusammenfassung der Sonntag-Spiele einen Anstieg von
2,76 Millionen auf 2,81 Millionen Zuschauer. "Es ist uns gelungen, in allen
Bereichen an Reichweite zuzulegen: In der Bundesliga, in der 2. Bundesliga
mit der besten Saison aller Zeiten und auch mit der täglichen Sendung
Bundesliga Aktuell", sagte DSF- Geschäftsführer Thomas Deissenberger.
Die durchweg positiven Zahlen stärken nicht nur die Position der
Fernsehsender in den anstehenden Verhandlungen über die Bundesliga-
Berichterstattung von 2006 an. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) kann
mit dem Wissen um die guten Geschäfte, die ARD, das DSF und der Pay
TV-Sender Premiere mit der Bundesliga machen, gestärkt in die Gespräche
gehen. Statt der 300 Millionen Euro, die die Fernseh- Rechteinhaber
insgesamt pro Saison an die DFL zahlen, möchte der Ligaverband zukünftig
sehr viel mehr TV-Gelder erlösen. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge fordert
500 Millionen Euro.
In der kommenden Saison gelten aber noch die bisherigen Verträge. ARD
und DSF teilen sich die Erstsenderechte im Free TV, Premiere als größter
Geldgeber der DFL zeigt alle 306 Partien live im Bezahlfernsehen. Die
Sportschau, für die die ARD geschätzte 50 Millionen Euro inklusive Rechte-
und Produktionskosten zahlt, wird sich allerdings in einem neuen Gewand
zeigen. "Wir präsentieren die Liga schon jetzt mit größerem Aufwand als
jeder andere Sender. Diesen Standard werden wir weiter nach oben schrauben.
Wir wollen die modernste Sportsendung Europas sein", kündigte Simon an.
Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Deutschland dürfte das
Großereignis auch im Bundesliga-Alltag der Sportschau eine große Rolle
spielen. Personelle Änderungen auf dem Moderatoren-Sessel sind nicht
geplant. Das Trio Monica Lierhaus, Reinhold Beckmann und Gerhard Delling
wird auch durch die dritte Spielzeit führen.