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Aus für kommerzielles DMB – Watcha stoppt Vermarktung

25.04.2008

(dm) – Die kommerzielle Vermarktung von Handy TV im DMB-Standard (Digital Multimedia Broadcasting) steht vor dem Aus. Der Anbieter Watcha stoppt die Vermarktung des Produkts. Dies bestätigte ein Sprecher von Watcha auf Anfrage von Digitalmagazin. Gegenwärtig würden die Kunden über den Stopp des Dienstes informiert, hieß es. „Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung organisiert MFD Mobiles Fernsehen Deutschland seinen DMB-Sendebetrieb derzeit neu. Dabei wird der Sendebetrieb via DMB in den kommenden Monaten auf einen Rumpf-Service zurückgefahren. Voraussichtlich wird die Ausstrahlung des kommerziellen Dienstes Watcha ab Mai ausgesetzt. In Nürnberg, Hamburg und München wurde der kommerzielle Sendebetrieb bereits im März zurückgefahren“, erklärte der Sprecher gegenüber diesem Branchendienst. Die kommerzielle Nutzung des auf DAB aufbauenden Standards für mobilen TV-Empfang konnte sich somit nicht am Markt durchsetzen. Zukünftig werde das DMB-Sendenetz vorrangig in bestimmten Großstädten als Testfelder betrieben und zur Entwicklung neuer Medien- und Datendienste genutzt, hieß es. Ein weiteres Ziel der Umstellung sei, Modelle für konvergente Angebote im Bereich des mobilen Fernsehens zu erproben, erklärte der Sprecher.

Der Dienst litt nicht zuletzt unter der Empfehlung der EU-Kommission, für Handy TV einen anderen Standard zu nutzen: „Grund für diese Entscheidung ist die mangelnde kommerzielle Perspektive für mobiles Fernsehen über die Technologie DMB. Geringe Modellvielfalt auf Seiten der Endgeräteindustrie, mangelnde Akzeptanz seitens der Marktteilnehmer sowie die eindeutige Empfehlung der Europäischen Union für die Technologie DVB-H verhindern den weiteren Ausbau eines kommerziellen Dienstes im alternativen Standard DMB“. In absehbarer Zeit sei darüber hinaus nicht damit zu rechnen, dass weitere Frequenzbereiche und damit eine größere Bandbreite für DMB zur Verfügung gestellt werde, mit der das Programmangebot erhöht werden könne.

Aber auch der von der EU favorisierte Mobil-TV-Standard DVB-H, eine Fortentwicklung der bereits in der Breite eingeführten DVB-T-Technologie, steht unter keinem guten Stern. Unlängst verkündete Mobile 3.0, dass man voraussichtlich nicht mit einem Start des Handy TV-Angebots zur EM 2008 rechnen könne. Mobile 3.0 hatte von den Landesmedienanstalten den Zuschlag für den Betrieb einer TV-Plattform auf Basis des DVB-H-Standards erhalten.

Große Hoffnungen setzt die Branche gegenwärtig auf Mobilfunkgeräte, welche infolge technischer Verbesserungen TV-Programme im DVB-T-Standard empfangen können. Dies war bislang aufgrund des hohen Energiebedarfs von DVB-T an der mangelnden Akku-Leistung der Mobilfunkgeräte gescheitert.

Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst "Digitalmagazin".

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