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DRM+ Symposium in Kaiserslautern: LMK und FH Kaiserslautern präsentieren erste Ergebnisse
29.05.2008
In Kooperation mit der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK)
Rheinland-Pfalz führt die FH Kaiserslautern von Anfang März bis Ende Mai
2008 ein großangelegtes technisches Projekt zur Abstrahlung des neuen
digitalen UKW-Hörfunksystems DRM+ durch. DRM+ ist ein Rundfunksystem, mit
dem der bekannte analoge UKW-Standard digitalisiert werden kann. Die
Herausforderung ist, dass in der langen Übergangszeit vom analogen zum
digitalen UKW-Hörfunk neue digitale DRM+-Sender in das jetzt schon
überfüllte UKW-Band (87,5 MHz bis 108 MHz) eingeplant werden müssen. Hierzu
wurden in dem Feldversuch innovative Lösungsansätze entwickelt.
Auf einem Symposium am 29. Mai 2008 präsentierten die Projektpartner vor
zahlreichem fachkundigem Publikum erste Ergebnisse der UKW-Feldmessungen,
die von der FH Kaiserslautern, der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und
der Bundesnetzagentur durchgeführt wurden. Mit den Messungen wurden erste
Erkenntnisse gesammelt, mit welchen technischen Werten neue DRM+-Sender
ohne Störungen auf den Empfang bestehender UKW-Sender eingeplant werden
können.
Professor Andreas Steil (FH Kaiserslautern) stellte auf dem Symposium
heraus, dass es in diesem Projekt weltweit erstmals gelungen ist, die
komplette Übertragungskette für DRM+ zu realisieren. Damit ging weltweit
erstmalig ein digitaler UKW-Sender in Betrieb, über den u. a. ein
DRM+-Hörfunkprogramm übertragen und über einen Empfänger-Prototyp in
Echtzeit empfangen wird.
Joachim Lehnert (LMK) erklärte, dass nun endlich ein „hörbarer“ Nachweis
darüber erbracht werden konnte, dass DRM+ das Potenzial für einen deutlichen
inhaltlichen Mehrwert für den Hörer gegenüber dem klassischen UKW-Hörfunk
besitzt. DRM+ könnte das System sein, das gerade für den regionalen und
lokalen Hörfunk den Weg in die digitale Welt weist. Auf dem Symposium
zeigte er, dass DRM+ auch in der Versorgungssicherheit beim portablen und
mobilen Empfang dem FM-Hörfunk überlegen ist. Lehnert wies darauf hin, dass
die Umstellung von UKW-Sendern von FM- auf DRM+-Betrieb heute schon
prinzipiell und ohne Störungen auf den bestehenden UKW-Empfang machbar
wäre. Dieses Ergebnis lieferten rechnergestützte Frequenzanalysen der LMK,
die auch für das Konkurrenzsystem HD-Radio durchgeführt wurden. Dieser
US-Technologie gibt er unter den bestehenden technischen Bedingungen kaum
eine reelle Einplanungs-Chance in Deutschland.
Steil und Lehnert fassten zusammen, dass neue digitale Sender im
überfüllten UKW-Band nur dann realisiert werden können, wenn hierfür
moderne Planungsrichtlinien geschaffen und international vereinbarten
werden. Die technische Grundlage hierfür wurde in dem zu Ende gehenden
Versuch in Kaiserslautern geschaffen. Weiterführende Untersuchungen sind
aber noch erforderlich. Steil zeigte sich sehr enttäuscht darüber, dass die
bereits Anfang April beantragte Verlängerung der Versuchsfunkgenehmigung für
die FH Kaiserslautern bis auf Weiteres von der Bundesnetzagentur nicht
befürwortet wird. Er hofft jedoch darauf, dass die BNetzA ihre Haltung sehr
bald revidiert, damit die gerade beginnende Forschung und Entwicklung im
Verbund mit Industriefirmen in Deutschland sich zügig entwickeln und die
Expertenkompetenz in Rheinland-Pfalz weiter ausgebaut werden kann.
Der Chairman des „Technical Committee“ des DRM-Konsortiums, Lindsay
Cornell (BBC), begrüßte in seinem Statement das herausragende Engagement in
Kaiserslautern zur Wegbereitung von DRM+ und versicherte, dass das
DRM-Konsortium alle Anstrengungen unternehmen wird, DRM+ im internationalen
Raum auf den Weg zum marktreifen Einsatz zu bringen.
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