Programm
Investor Lesnewski will den Schalter bei „Das Vierte“ im Winter umlegen
14.07.2008
Der neue Besitzer des Privatsenders „Das Vierte“, Dmitri Lesnewski, will
den Kanal voraussichtlich von einem Tag auf den anderen optisch und
inhaltlich ändern. „Ich möchte im Januar 2009 oder vielleicht auch etwas
früher dem Sender ein neues Gesicht geben“, sagte der 38-jährige Russe am
Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Lesnewski
hatte kürzlich Das Vierte von NBC Universal erworben. In Presseberichten
war von einem Kaufpreis von rund 13 Millionen Euro die Rede.
Der Medienunternehmer, der vor einigen Jahren den russischen
Privatsender „Ren-TV“ gründete und dem jetzt die Firma MiniMovie gehört,
will aus „Das Vierte“ ein Vollprogramm machen, das Nachrichten und
Unterhaltungsshows ausstrahlt. Hinzu sollen Serien in deutscher
Erstausstrahlung kommen, kündigte Lesnewski an. Der Kanal soll außerdem ein
neues Design erhalten. Auch die technische Bildqualität soll laut Lesnewski
verbessert werden, die sei bisher „nicht optimal“.
Weitere Zukäufe in ähnlicher Größenordnung plant der Medienmacher nicht
in Deutschland. „In Deutschland kämpfen zwei große private Sendergruppen
gegeneinander“, sagte Lesnewski. „Da ist es schwierig, mit kleinen
Nischen-Sendern dagegen zu halten. Deshalb wollen wir den Sender Das Vierte
auch zu einem Vollprogramm ausbauen, um am deutschen TV-Markt erfolgreich zu
sein.“ Derzeit führt der Unternehmer in Deutschland viele Gespräche mit
Produzenten und Rechteanbietern, um Material für die Umgestaltung seines
Senders zu bekommen. Lesnewski will unter anderem mit Das Vierte als erstem
frei empfangbaren Sender seine international operierende Mediengruppe
erweitern. Weitere Verbreitungswege in Russland und Asien seien vorgesehen,
kündigte er an.
Über die Zukunft der Presselandschaft in seiner Heimat nach dem
Präsidentenwechsel kann Lesnewski noch nicht allzu viel sagen. Werden sich
unter Dmitri Medwedew die Situation der Journalisten und die
Meinungsfreiheit verbessern? „Da ich Optimist bin, glaube ich noch nicht
daran...“
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