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Digital-TV

„Die Interaktion mit dem Verbraucher ist der große Benefit im Internet“

30.07.2008

Es ist bereits eine nicht mehr ganz so neue Weisheit: Aus dem klassischen TV-Zuschauer wird der individuelle Medienkonsument. „Leanforward statt Leanback“, „Pull statt Push“ heißen die Schlagworte. Digitalmagazin sprach mit Conrad Fritzsch, Gründer und Geschäftsführer eines innovativen IPTV-Konzepts.

 

Digitalmagazin: Herr Fritzsch, die Benutzeroberfläche von tape.tv ist fast schon preisverdächtig gut. Wie kamen Sie auf die Idee für das Interface?

Fritzsch: Unser Interfacedesign ist auf größtmögliche Einfachheit und Individualität ausgelegt: so wenig wie nötig – und so individuell wie möglich. Simpel wie das klassische Fernsehen, aber so individuell wie das Internet.

 

Digitalmagazin: Inwiefern steht bei Ihrem IPTV-Angebot das „I“ auch für interaktiv?

Fritzsch: Das „I“ steht für Internet = individuell = interaktiv. Der User greift, wenn er dies will, sehr tief in einen Servicebaum. Über die intuitive Navigation findet er alles, was ihn interessiert – zum Video und zur Werbung.

 

Digitalmagazin: Woher beziehen Sie den Content für tape.tv, und in welcher Datenrate bzw. Auflösung streamen Sie?

Fritzsch: Wir beziehen den Content von den großen Major Labels, u. a. Sony BMG, Universal und Warner Music – mit EMI stehen wir in Verhandlung. Auch die vielen Indie-Labels spielen für uns eine wichtige Rolle. Seit unserem Launch melden sich täglich neue Labels und Künstler, die bei uns vertreten sein wollen. Darüber freuen wir uns sehr. Wir greifen momentan auf ca. 12.000 Videos zu und streamen mit einer Bitrate von 128 KB/s (Audio) und 798 KB/s (Video), also insgesamt 926 KB/s.

 

Digitalmagazin: Bleiben Sie ein Internet-Sender, oder ließe sich das Konzept auch auf andere Verbreitungswege übertragen?

Fritzsch: Alle Geräte, die internetfähig sind, können tape.tv empfangen.

 

Digitalmagazin: tape.tv wird durch Werbung finanziert. Zu sehen sind klassische Clips. Wollen ihre Kunden auch den Rückkanal nutzen, also interaktive Werbung senden?

Fritzsch: Definitiv ja. Die Interaktion mit dem Verbraucher ist für die Musikindustrie und die Markenartikler der große Benefit im Internet. Auch die Nachvollziehbarkeit und Aussteuerung von Kampagnen hilft dabei, die Werbung persönlicher und nutzwertiger für den User zu gestalten. Media-Agenturen. Markenartikler und Werbeagenturen freuen sich darauf, in den Dialog mit dem Verbraucher zu treten.

 

Digitalmagazin: Ein paar Zahlen bitte – welche Zugriffsraten kann tape.tv seit dem Start verzeichnen, und wie viele Videos bieten Sie aktuell an?

Fritzsch: Es ist zu diesem Zeitpunkt noch ein bisschen früh für solide Aussagen, aber wir sind mit unserem Start sehr zufrieden. In der ersten Woche nach dem Launch konnten wir rund 10.000 Nutzer verzeichnen, in Woche zwei bereits 25.000. Aktuell greifen wir auf ca. 12.000 Musikvideos zu.

 

Digitalmagazin: Die Videos auf tape.tv können downgeloadet werden. Wie lösen Sie die DRM-Problematik?

Fritzsch: Grundsätzlich können Videos bei uns nicht direkt herunter geladen werden. Die bei uns gezeigten Videos sind durch eine so genannte „one time token“

geschützt und können nur von unserem eigenen tape.tv Player geladen werden. Der tape.tv Player hat jedoch keine Download-Funktionalität. Über unseren Shop bieten wir selbstverständlich Downloads über Anbieter wie Musicload oder itunes an.

 

Digitalmagazin: Ist es denkbar, dass tape.tv unter das Dach einer IPTV-Plattform schlüpfen wird (Bsp. 1&1 Mediacenter oder T-Home Entertain)?

Fritzsch: Meine Fantasie ist groß, ich kann mir vieles vorstellen...

 

Digitalmagazin: Warum sind Sie davon überzeugt, dass individualisierter Medienkonsum das „Streaming für alle“ ablösen wird?

Fritzsch: Der TV-Medienkonsum verändert sich vom gelernten Leanback des klassischen Fernsehens hin zum Leanforward des Internets. Mit der zunehmenden Verschmelzung aller Medien (Stichwort Medienkonvergenz) und dem Heranwachsen des Internets zum neuem Leitmedium gibt es auf den komplexen Wunsch der heutigen Zielgruppen – immer alles sofort, ort- und zeitunabhängig zu bekommen – nur eine Antwort: individualisierter Medienkonsum im Internet. Pull statt push und einfaches Handling in Kombination mit größtmöglicher Individualität sind unserer Ansicht nach die Lösung. Die Herausforderung für die Informationsvermittlung in einer immer komplexeren Welt heißt „Einfachheit“. tape.tv ordnet das Informationsbedürfnis einer intuitiven Navigation unter und erleichtert so seinen Nutzern die Bedienung und Auswahl.

 

Digitalmagazin: Vielen Dank für das Gespräch.

 

www.tape.tv

Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst „Digitalmagazin“.

Alle Informationen zu Abonnements und Preisen finden Sie unter www.digitalmagazin.info.

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