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„WebTV ist ein relevantes Element in der Unterhaltungsvielfalt geworden“
Digitalmagazin im Gespräch mit Alexander Mogg, Partner im Kompetenzzentrum InfoCom bei Roland Berger Strategy Consultants
25.08.2008
WebTV, ein Medium, das bisher vor allem der Teenager-Unterhaltung
diente, hat sich offenbar zum ernsthaften Rivalen im Web-Entertainment
gemausert. Das belegt die aktuelle Studie „WebTV insights and perspectives
– A web 2.0 phenomenon is coining new TV usage patterns“ des
internationalen Beratungsunternehmens Roland Berger Strategy Consultants.
Demnach riefen die Nutzer 2007 in den USA 66 Prozent mehr Videos über das
Internet ab als im Vorjahr. Insgesamt wurden über zehn Milliarden Videos
über das Internet angesehen. In Deutschland liegt die Zahl bei 2,1
Milliarden. Digitalmagazin hat mit Alexander Mogg, Partner im
Kompetenzzentrum InfoCom bei Roland Berger Strategy Consultants, über das
Phänomen WebTV und seine weitere Entwicklung gesprochen.
Digitalmagazin: Herr Mogg, laut
Ihrer aktuell vorgelegten Studie hat sich das sogenannte WebTV aus seiner
Nischenposition befreit. Wie definieren Sie WebTV und woran machen Sie
diese Aussage fest?
Mogg: WebTV umfasst alle Bewegtbildinhalte privater oder
kommerzieller (gratis oder gegen Bezahlung) Natur, die über das offene
Internet abgerufen und/oder auf unterschiedliche Ausgabemedien (z. B. PC,
TV, Mobile) übertragen werden können. IPTV wird dagegen in der Regel auf
Basis von geschlossenen Systemen aus Plattform, Netz und Set-Top-Box
vorwiegend direkt auf das TV-Gerät übertragen. WebTV ist deshalb relevant,
weil die Nutzung sich inzwischen so etabliert und verbreitet hat, dass es
sich als Standardanwendung bei den Internet-Nutzern etabliert hat.
Digitalmagazin: Was macht ist
Ihrer Meinung nach den besonderen Unterhaltungswert des WebTV aus, was
macht WebTV im Bereich des Home Entertainment einzigartig?
Mogg: WebTV unterscheidet sich im Wesentlichen durch noch mehr
Freiheitsgrade und seine Flexibilität: Ich kann sehen, was ich will und das
wann und wo ich will. Außerdem bietet es Web2.0 /Community-Elemente, die es
im Digital-TV und IPTV so (noch) nicht gibt, beispielsweise Foren, User
Ratings, die Möglichkeit, Playlisten zusammenzustellen und diese mit
Freunden zu teilen etc.
Digitalmagazin: Wie wird sich
WebTV Ihrer Einschätzung nach weiterentwickeln?
Mogg: WebTV wird sich weiter beim Verbraucher etablieren und
mittelfristig vom PC auf den Fernseher wandern. Das ist heute zwar schon
grundsätzlich möglich, etwa über Media Extender oder Media-PCs, muss und
wird sich aber künftig noch verbraucherfreundlicher gestalten.
Digitalmagazin: Was bedeutet
diese Entwicklung für die etablierten TV-Player?
Mogg: WebTV ist ein relevantes Element in der
Unterhaltungsvielfalt geworden. WebTV ist ein neuer Wettbewerber um Zeit
und letztlich auch Budget des Verbrauchers. TV-Sender müssen sich deshalb
aktiv damit auseinandersetzen, um ihren Unterhaltungsanspruch auch in
dieser Richtung durchzusetzen.
Digitalmagazin: Eine Prognose: Wird sich durch neue
Technologien wie WebTV oder IPTV zukünftig das Zuschauerverhalten
verändern?
Mogg: Ja, definitiv. Wir merken das heute schon durch den Einzug
von Festplattenvideorecordern, die bei ihren Nutzern eine deutliche
Verlagerung auf zeitversetztes Sehen erzeugt hat. Die Möglichkeiten durch
IPTV und WebTV sind so vielfältig, dass die Verbraucher diese Vorteile
schnell für sich nutzen und somit ihr Verhalten anpassen werden.
Digitalmagazin: Vielen Dank für
das Gespräch.
Internet: www.rolandberger.com
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