Info-Digital
Dokumentation: Das Lexikon zur IFA
27.08.2008
Mit der Verbreitung digitaler Elektronik kommen immer mehr Fachbegriffe
auf die Verbraucher zu. Nachfolgend werden zur Funkausstellung IFA einige
von ihnen kurz erklärt:
AACS (Advanced Access Content
System): Ein neues System zur Rechteverwaltung, das zum Beispiel bei
den DVD-Nachfolgeformaten an Stelle des von Hackern geknackten Vorgängers
CSS (Content Scrambling System) eingesetzt werden soll. AACS soll
unerlaubte Kopien durch ein digitales Rechtemanagement verhindern. Zugleich
ist es mit Erlaubnis des Urheberrechte-Inhabers auch möglich, begrenzt
private Kopien zu erstellen und Inhalte in einem Netzwerk zu versenden.
Kritiker prangern an, dass AACS der Unterhaltungsindustrie zuviel Macht
über die Verwendung der Aufnahmen gebe.
ARTEFAKTE: So werden
Bildfehler genannt, die bei der Verarbeitung komprimierter Daten entstehen.
Dabei tauchen meist kleine Klötzchen im Bild auf. Kann es auch beim
Abspielen einer DVD geben oder beim DVB-T-Empfang, wenn der Datentransport
kurzzeitig abreißt.
AUFLÖSUNG: Ist ein Maß für
die Detailerkennung. Digitale Bilder setzen sich aus vielen Einzelpunkten
zusammen. Je höher die Zahl der Bildpunkte, desto höher die Auflösung. Die
immer größer werdenden Fernsehschirme machen auch eine höhere Auflösung
notwendig, um noch ein klares Bild zu bekommen. So hat der neue -
hochauflösende - Fernsehstandard HDTV eine Auflösung von bis zu 1920 mal
1080 Punkten, während zum Beispiel das bisherige PAL-Format auf 720 mal 576
Punkte kommt.
BREITBILD: Bildschirm-Format
moderner Fernseher im Seiten- Verhältnis 16:9.
Die größere Breite entspricht mehr als das herkömmliche 4:3- Verhältnis
dem natürlichen Sichtfeld des Menschen. Das Format soll sich nun als
Standard durchsetzen.
DECODER: Ein Gerät, das
verschlüsselt gesendete Datensignale wieder entschlüsselt.
DOLBY DIGITAL: Digitales
Mehrkanaltonsystem, das im Kino oder auf DVDs sowie teilweise auch in
Fernsehsendungen verwendet wird. Dolby Digital arbeitet über sechs
Tonkanäle: Einer ist für Basseffekte reserviert, die übrigen fünf sorgen
für räumlichen Klang.
DVB (Digital Video
Broadcasting): Europäischer Standard zur Übertragung digitaler
Fernsehdaten über Satellit (DVB-S), terrestrisch über Antenne (DVB-T) oder
Kabel (DVB-C). Im Aufbau ist auch DVB-H (Handy) für Fernsehempfang auf
Mobiltelefonen. Bis 2010 sollen sämtliche Fernsehsignale in Deutschland
digital übertragen werden.
DVI (Digital Video Interface):
Digitale Schnittstelle für Videosignale. Der Ton wird dabei über einen
extra Eingang übertragen. Die hochauflösenden (HD) Formate setzen
allerdings auf den neuen Eingang HDMI.
EPG (Electronic Program Guide):
Ein Fernsehprogramm in digitaler Form. Beim digitalen Empfang des
Fernsehsignals werden die Daten mit übertragen und lassen sich am
Bildschirm aufrufen. In der Regel gibt es neben dem Programmtitel und der
Uhrzeit auch eine kurze Beschreibung der Sendungen.
HDCP (High-bandwidth Digital
Content Protection): Ein digitaler Kopierschutz, der das Kopieren von
Sendungen im HDTV-Format verhindern soll.
Dabei werden Bild und Ton von einer digitalen Quelle nur abgespielt,
wenn der Empfänger (z.B. ein TV-Gerät) die HDCP-Verschlüsselung
unterstützt. Fernseher mit „HD ready“-Siegel müssen den Kopierschutz
unterstützen. Die digitale Aufzeichnung HDCP- geschützter Inhalte ist nicht
möglich. Zudem können sogar einzelne Geräte gesperrt werden, wenn angenommen
wird, dass bei ihnen die HDCP-Verschlüsselung geknackt worden ist.
HDMI (High Definition Multimedia
Interface): Schnittstelle für die Übertragung von Bild- und Tondaten bei
HDTV in Set-Top-Boxen und HD-Fernsehern. Es ermöglicht die völlig digitale
Übertragung von Videodaten und Digitalton mit bis zu acht Kanälen. Der
digitale Kopierschutz HDCP ist integriert.
HDTV (High Definition
Television): HDTV hat eine deutlich höhere Auflösung, zeigt das Bild
schärfer und detailreicher und wird im Format 16:9 statt im bisherigen Maß
4:3 ausgestrahlt. Die Auflösung beträgt bis zu 1920 x 1080 Pixel. Um die
HD-Bilder zu sehen, benötigt man einen Fernseher mit dem Siegel „HD ready“.
In Deutschland gibt es bisher HDTV-Programme vom Bezahlsender Premiere, dem
öffentlich-rechtlichen Kultursender Arte und dem Privatsender Anixe HD.
IPTV (Internet Protocol
Television): Format für Fernsehübertragungen über das Internet. Die
Bilder werden dabei als Datenpakete über Internet-Protokoll verschickt. Für
interaktive Angebote wie TV- Shopping gibt es einen Rückkanal. Die Deutsche
Telekom will IPTV- Angebote in ihrem neuen schnellen VDSL-Netz dem Kunden
schmackhaft machen.
INTERLACING: Bisher wurden
die Fernsehbilder im so genannten Zeilensprungverfahren ausgestrahlt. Dabei
werden erst alle geraden und dann alle ungeraden Zeilen abgebildet. Der
Vorteil ist eine flüssige Bewegungsdarstellung, der Nachteil ein mögliches
Flimmern. Daher geht der Trend dazu, alle Zeilen nacheinander abzubilden.
Dieses Verfahren nennt man progressive.
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