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IFA 2008: HDTV-Roadmap von ARD und ZDF - Neustart für digitales Radio in Aussicht
29.08.2008
„Der Mehrwert, der sich durch die intelligente Vernetzung bewährter
Programmangebote schaffen lässt, die zeitsouveräne und mobile Nutzung
vorhandener Inhalte benötigen leistungsfähige digitale Verbreitungswege".
Der ARD-Vorsitzende FritzRaff bekräftigte anlässlich der IFA in Berlin,
dass im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Verbreitung über Kabel,
Satellit und Terrestrik weiterhin die Hauptrolle spielen werde, dass
daneben aber dem Internet eine entscheidende Rolle zukomme. „Wir wollen dem
Nutzer einen zeitgemäßen Mehrwert ohne großen Mehraufwand bieten", betonte
Raff beim Presseforum der Produktions- und Technik-Kommission von ARD und
ZDF.
Die digitale Dividende, das durch die Umstellung von analog auf digital
freiwerdende Frequenzspektrum, müsse weiterhin für Rundfunkangebote genutzt
werden, sagte Raff, der auch Vorsitzender des Digitalausschusses von ARD und
ZDF ist. Mit Sorge betrachte er Vorstöße großer Telekommunikations- und
Mobilfunkunternehmen, Teile davon für rundfunkfremde Dienste zu
beanspruchen. Die angebliche Versorgung des ländlichen Raums mit
breitbandigem Internet diene dabei nur als Vorwand. Die Bundesnetzagentur
müsse genauer prüfen, welche Ressourcen, beispielsweise auch bei UMTS, hier
brach lägen und wofür freiwerdende Frequenzen störungsfrei genutzt werden
könnten.
Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF, erläuterte die
wichtigsten Meilensteine der Roadmap zur Einführung des hochauflösenden
Fernsehens (HDTV) bei ARD und ZDF. Diese umfassen 2009 drei HDTV-Showcases
bei Das Erste und dem ZDF zur Leichtathletik-WM, zur IFA und zu Weihnachten
sowie den Beginn der HDTV-Regelausstrahlung, die für die Übertragung der
Olympischen Winterspiele aus Vancouver im Februar 2010 vorgesehen ist.
Vorwürfe aus Industrie und Handel, die öffentlich-rechtlichen Sender
agierten bei dieser zukunftsweisenden Technologie als Bremser, wies
Bereczky beim Presseforum der PTKO entschieden zurück. Zwar stand bereits
im Mai 2008 in rund einem Viertel der deutschen TV-Haushalte ein
HDTV-fähiges Flachdisplay, der Marktanteil der HDTV-fähigen Empfangsgeräte
(Set-Top-Boxen oder IDTVs) liege aber mit rund einer halben Million Geräte
noch unter zwei Prozent. Ein überhasteter und dadurch teurer HDTV-Einstieg
mache vor diesem Hintergrund weder Sinn, noch sei dies gegenüber dem
Gebührenzahler zu verantworten. „Trotz allem gehört HDTV die Zukunft", so
Bereczky. Mittelfristig werde HDTV zum Standard werden, da Zuschauer und
Werbekunden eine schlechtere Qualität nicht mehr akzeptieren würden: „HDTV
ist die nächste Stufe in der Entwicklung des Fernsehen", sagte der
ZDF-Produktionsdirektor in Berlin.
Neustart bei der Digitalisierung
des Hörfunks
Bei der Digitalisierung des Hörfunks setzt die ARD auf einen Neustart.
Auf keinen Fall dürfe das Radio in der analogen Welt zurückbleiben, betonte
der Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, Johannes Grotzky, beim
PTKO-Presseforum: „ARD, DLR und der private Rundfunk müssen
zusammenarbeiten, damit dieses nach wie vor intensiv genutzte Medium einen
eigenen digitalen Verbreitungsweg erhält". Dazu sollen sowohl innovative
Programmangebote als auch zukunftsträchtige Geräte entwickelt werden, die
einen Mehrwert zum linearen Radio bieten, wie z. B. zeitsouveräne Nutzung,
visuelle Zusatzdienste oder individualisierbare Programme. Auf Jahrzehnte
hinaus biete sich jetzt die letzte Chance, frei werdende digitale
Frequenzen für das Radio zu erhalten, so Grotzky in Berlin. Andernfalls
würden diese von Telekommunikationsanbietern für kommerzielle Angebote
genutzt. ARD und DLR werden in Kürze einen Projektentwurf verabschieden,
der die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF)
geforderte neue Strategie zur Umsetzung des digitalen Radios kurzfristig
möglich macht.
Herbert Tillmann, Vorsitzender der Produktions- und Technikkommission
von ARD und ZDF, beurteilt die digitalen Perspektiven der
Öffentlich-Rechtlichen in Hörfunk wie Fernsehen positiv: „HDTV ist für uns
auch ein Mittel, um die technische Qualität des Fernsehens auf hohem Niveau
zu halten und im Vergleich mit anderen hochwertigen digitalen Medien
wettbewerbsfähig zu bleiben", erklärte er bei der PTKO-Veranstaltung in
Berlin. „Auch Radio wird eine digitale Zukunft haben, wobei die Terrestrik
weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird. Wir brauchen genügend
konzeptionellen Spielraum, um uns nicht starr auf eine einzige Richtung
festlegen zu müssen; das wird hoffentlich auch die KEF erkennen. Wir müssen
uns die in den letzten Jahren völlig veränderten Mediennutzungsszenarien vor
Augen halten und diesem Umstand bei der Konzeption des digitalen Radios
Rechnung zu tragen."
www.ard.de
www.zdf.de
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