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OLED und 200 Hertz – IFA-Besucher sehen die TV-Zukunft
01.09.2008
Es kracht, laut spielt die Musik, und die Augen werden immer größer, wenn
bunte Filme den Zuschauer zum Verweilen anhalten: Wie in den vergangenen
Jahren ziehen auf der IFA in Berlin (noch bis 3. September) vor allem große
Fernseher die Besucher in ihren Bann. Manche Neuerungen sind wie die
wachsenden Bilddiagonalen offensichtlich - andere liegen im Detail,
versprechen aber mehr Komfort.
Einen Blick in die nicht allzu ferne TV-Zukunft gewährt zum Beispiel der
Hersteller Sony: OLED ist seit Jahren immer wieder ein Thema, wenn es um
künftige Display-Technologien geht. Die „Organic Light Emitting Diodes“
bieten ein besseres Bild als Plasma und LCD und sind sparsamer im
Stromverbrauch. Sony zeigt mit dem XEL-1, der eine
28-Zentimeter-Bilddiagonale besitzt, einen OLED-Fernseher im Miniformat,
der Anfang des kommenden Jahres auch in Deutschland in den Handel kommen
soll. Bei einem Preis von rund 3000 Euro ist der XEL-1 aber nichts für den
Massenmarkt. Ebenfalls bei Sony zu betrachten sind die Fernseher der
Bravia-Serie Z4500. Das Besondere an ihnen ist die 200-Hertz-Technologie.
Dadurch werden die Bewegungsunschärfen, wie sie bei schnellen
Kameraschwenks oder Sportsendungen auftreten, vermieden. Zur Vermeidung von
Bewegungsunschärfen wird bei LCD-Fernsehern bisher die 100-Hertz-Technologie
eingesetzt.
In der TV-Zukunft wird der Zuschauer noch stärker sein eigener
Programmdirektor sein: Panasonic zeigt auf der Messe seine nächste
Fernsehergeneration mit IPTV-Funktion. Über die sogenannte
Vierra-Cast-Funktion können Zuschauer mit einem Knopfdruck auf der
Fernbedienung eine spezielle Bedienoberfläche aufrufen und dort Inhalte
auswählen. Panasonic arbeitet dazu nach eigenen Angaben unter anderem mit
Eurosport HD zusammen. Der Sender bietet über Vierra Cast sein aktuelles
Programm sowie den Zugriff auf Aufzeichnungen an.
„Net TV“ heißt ein ähnliches Projekt von Philips, das zunächst in den
Niederlanden umgesetzt werden soll. Eine Einführung in Deutschland ist
wahrscheinlich - zumal der aufmerksame Messebesucher auf dem entsprechenden
Display auch einen Eintrag von ARD.de entdecken kann.
Stromsparen ist das große Thema bei den meisten Herstellern. Der
koreanische Hersteller LG versieht das Gros seiner neuen Modelle mit einer
Dimm-Funktion für die bei LCDs notwendigen Backlights. Bis zu 69,5 Prozent
Strom ließe sich dadurch sparen, sagt Peter Koch, Produktmanager bei LG.
Ein Sensor analysiert dazu die Lichtverhältnisse in der Umgebung - eine
Technik, die auch von anderen Herstellern wie Sharp und Toshiba verwendet
wird. Stromsparend und zugleich bildverbessernd sind sogenannte
LED-Backlights - entsprechende Geräte zeigen zum Beispiel Sharp und Philips
in Berlin. Die statt Leuchtstoffröhren eingesetzten LEDs ermöglichen einen
wesentlich größeren Kontrast.
Ein weiterer Trend: Flachbildfernseher werden immer flacher. Panasonic
zeigt ein Gerät, das nur so tief gebaut ist wie ein Zwei-Euro-Stück. Und
Georg Wilde, Pressesprecher bei Philips, legt zwei Finger an den Essence
genannten Fernseher des niederländischen Herstellers - 38 Millimeter misst
dieser in der Tiefe. „Zwei Männerfinger breit“, sagt Wilde. Sogar nur acht
Millimeter dünn ist ein LCD-Prototyp, den Philips auf der IFA zeigt. Bei
beiden Geräten sind die Anschlüsse in eine Extra-Box ausgegliedert, was
auch für den Fernseher von Panasonic gilt.
In Mode ist laut dem Branchenexperten Hannes Rügheimer von der in
Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Video“ auch der vernetzte Fernseher.
Immer mehr Geräte verfügten über Speicherkarten- oder USB-Anschlüsse. „Da
können die Anwender dann direkt ihre Urlaubsfotos am Fernseher
ansehen.“
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