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IPTV in Deutschland weiter in den Kinderschuhen – Nur 0,86 Prozent Marktdurchdringung
01.09.2008
(dm) - Der Erfolg des Fernsehens über Internet-Protokoll (IPTV) lässt in
Deutschland weiter auf sich warten. Nach Zahlen der Unternehmensberater
Goetzpartners hat IPTV hierzulande eine Marktdurchdringung von lediglich
0,86 Prozent erreicht, einen Großteil davon machten die 250.000
T-Home-Kunden aus. In anderen Ländern ist das Internet-Fernsehen wesentlich
erfolgreicher, so werde die Technologie etwa in Hongkong von 44,3 Prozent
der TV-Haushalte genutzt, in Frankreich sieht jeder Fünfte via
Internet-Protokoll fern (20,4 Prozent) und in Schweden sei ein Anteil von
acht Prozent erreicht worden.
Die Gründe, weshalb Deutschland bei IPTV hinterhinkt, sind vielfältig.
„Die Zahl der Breitbandanschlüsse liegt im Vergleich mit anderen Ländern
deutlich zurück“, sagte Goetzpartners-Manager Alexander Henschel am 29.
August auf der FTD-Konferenz „Medien und Entertainment“. Zudem gebe es in
Deutschland ein umfangreiches Free TV-Angebot und eine hohe
Kabelpenetration, die eine Barriere darstelle. „Wenn die Kabelgebühren in
den Mietnebenkosten abgerechnet werden, gibt es bei potenziellen
IPTV-Kunden eine geringe Bereitschaft für eine doppelte Bezahlung“,
skizzierte Henschel das Dilemma der IPTV-Anbieter. Gleichzeitig kritisiert
die neue Goetzpartners-Studie, die im Herbst vorgelegt wird, die nur
unzureichende Vermarktung der IPTV-Angebote. „Entweder ist ein Zusatznutzen
häufig nicht gegeben, oder er wird nicht kommuniziert“, sagte Henschel.
Als Erfolgsfaktoren für IPTV macht die Studie zusätzliche Dienste wie
Timeshift (zeitversetztes Fernsehen), Social Networks oder exklusive
Inhalte aus. Wichtig seien zudem kostengünstige Preise, benutzerfreundliche
Hardware und eine kontinuierliche Erweiterung der Bandbreiten. Dann könnten,
so die Goetzpartners-Prognose, bis zum Jahr 2013 2,5 Millionen IPTV-Kunden
gewonnen werden.
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