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Kommunikation

Interview: MyVideo.de startet Musik-TV – 40.000 bis 50.000 Musikvideos bis zum Jahresende

Digitalmagazin im Gespräch mit Dominic Hesse, Director Marketing & PR Communications, Magic Internet GmbH

21.01.2009

Mit 12.000 Musik-Clips im Archiv hat MyVideo sein Musik-TV gestartet. Die Videos können von den Besuchern des Portals kostenlos abgerufen werden. Über die Motivation, ein solches Angebot zu etablieren und die Zukunftspläne des Portals, hat sich Digitalmagazin mit Dominic Hesse, Director Marketing & PR Communications bei der Magic Internet GmbH, unterhalten.

Digitalmagazin: MyVideo.de bietet seit kurzem 12.000 Musikvideos zum kostenlosen Abruf. Welche Strategie verfolgen Sie mit diesem Angebot?

Hesse: Seit Start von MyVideo in 2006 haben wir festgestellt, dass die MyVideo-User neben dem großen Angebot an User Generated Content (vom User erstellte Video Clips) überproportional professionell erstellten Content verschiedenster Genres abrufen. Gerade der Bereich Musik wird verstärkt nachgefragt, da renommierte Musiksender aus dem TV sich verstärkt dem Thema Musik-Clips abwenden und vermehrt ihr Programm mit Unterhaltungssendungen und Shows gestalten. Den Trend hin zum reinen Musik-TV, mit 100 Prozent Musikgenuss in allen Genres, werden wir auch zukünftig weiter unterstützen und bauen unseren Musikvideo-Inventar mit weiteren Labels und Künstlern sukzessive aus, genau dort wo ihn der User erwartet – im Internet. Wir holen dem User das alte und geliebte Musikprogramm auf seinen Rechner zurück und ergänzen dieses bewährte Musikangebot mit den neuen Chancen und Möglichkeiten des Web 2.0. Dazu gehören die kostenlose Erstellung des eigenen Musikprogramms, Fenster für Newcomer und unentdeckte Talente und Features wie das Weiterleiten, Kommentieren und Bewerten.

Digitalmagazin: Bislang ist Ihr Angebot kostenlos, lediglich kurze Werbespots müssen die Nutzer in Kauf nehmen. Korrelieren die Werbespots mit dem jeweiligen musikalischen Umfeld oder streuen Sie die Werbung breit?

Hesse: Sie sprechen hier Bewegtbild-Werbung auf MyVideo an, die seit Jahren hoch frequentiert gebucht und sehr gut vom Kunden angenommen wird. Diese korreliert in keiner Weise mit dem allgemeinen Umfeld. Der Werbekunde hat die Möglichkeit, gezielt für seine Produkte die Bereiche Musik, Entertainment, Sport, Männer Lifestyle, Comedy oder Auto zu buchen. So werden Streuverluste effektiv dezimiert.

Digitalmagazin: 12.000 Musikvideos ist schon ein beachtenswerter Anfangsbestand. Gibt es darüber hinaus schon konkrete Pläne, ob und wie das Angebot ausgebaut wird?

Hesse: Wir streben an, den Usern bis Ende des Jahres ca. 40.000 bis 50.000 Musikvideos auf MyVideo anbieten zu können. MyVideo Musik-TV in der jetzigen Startversion wird im Laufe des Jahres ständig weiterentwickelt und verbessert. Wir planen unter anderem in nächster Zeit dem User ein Feature anzubieten, mit dem er völlig kostenlos eigene Musik-Playlisten aus allen auf MyVideo zur Verfügung stehenden professionellen Musikvideos konfigurieren und somit sein eigenes Musik-TV erstellen kann. Dieses wird dann im Musik-TV-Design abrufbar sein und kann zudem an alle Freunde kostenlos weitergeleitet werden. Dann kann jeder bei uns seinen eigenen Musik-TV-Channel nach seinem persönlichen Geschmack erstellen und somit sein eigener Musik-Redakteur sein. In den kommenden Monaten wird es dann die Möglichkeit geben, in den Genres des Musik-TV das riesige Angebot besser auf den individuellen Geschmack abzustimmen. Mit einer Art Filter kann der eingeloggte User das MyVideo Musik-TV für seinen Geschmack „trainieren“.

Ein wichtiger Bereich in punkto Musik wird in diesem Jahr auch wieder die Förderung neuer, unbekannter Musiktalente sein. Seit Jahren engagiert sich MyVideo auf der Popkomm und sucht in diesem Rahmen jedes Jahr mit der Popkomm zusammen neue unentdeckte Musiktalente. Die Resonanz ist sensationell, tausende Nachwuchskünstler nutzten bisher die Chance. Mit dem neuen MyVideo Musik-TV bieten wir allen Newcomern zukünftig darüber hinaus eine Plattform frei von Einschaltquoten und strengen Entscheidungen einer Chefredaktion. Dazu werden wir in den nächsten Wochen eine große Aktion kommunizieren, die für alle Musiker, egal ob Newcomer oder unentdeckte Talente, ein großes Sprungbrett in das professionelle Musik- Business sein wird. Sicher wird das auch Einfluss auf den aktuellen Bestand der Musik-Videos haben, da jeder Künstler, der seine Fans auf MyVideo findet, in unser Musik-TV-Programm aufgenommen wird.

Digitalmagazin: Die Qualität der Musikvideos schwankt zwischen „schlecht“ und „sehr gut“. Wie lassen sich die Qualitätsunterschiede erklären?

Hesse: Das liegt zum einen an dem sehr unterschiedlichen Ausgangsformat. Viele Musikvideos stammen aus einer Zeit, in der digitale Produktionstechniken schlicht nicht vorhanden waren, diese mussten von den Labels aufwendig digitalisiert werden. Leider lässt sich dabei in den wenigsten Fällen eine vergleichbare Qualität erzielen, wie wir sie heute bei digital produzierten Videos kennen. Zum anderen werden alle Videos für eine schnellere Übertragung bei uns in das Flash-Dateiformat flv komprimiert, bei dem gelegentlich Qualitätseinbußen zu verzeichnen sind. Das ist notwenig, damit möglichst viele User in den Genuss der Musikvideos kommen, auch die mit einer geringeren Bandbreite. Sukzessive werden wir aber auch bei den vereinzelten Clips qualitative Anpassungen vornehmen, da in Deutschland die DSL-Abdeckung rasant zunimmt und bereits bei weit über 60 Prozent liegt.

Digitalmagazin: Ihr Angebot finanziert sich durch Werbung. Sieht Ihr Geschäftsmodell noch weitere Umsatzquellen vor?

Hesse: Aktuell fahren wir sehr gut mit dem werbefinanzierten Modell und bauen dieses weiter durch innovative Online-Werbeformen aus. 2009 wird weiterhin unser Fokus verstärkt auf Bewegtbild-Werbung im Internet liegen. Mit unserem Vermarkter SevenOneInteractive sind wir dort mit unserem großen Inventar (über 230 Millionen Videos werden im Monat auf MyVideo abgerufen, ein Großteil davon im professionellen Bereich) als einer der größten Partner auf dem deutschsprachigen Markt sehr gut aufgestellt. Darüber hinaus denken wir aber auch strategisch neue Business-Modelle an, die sich auf Premium-Dienste konzentrieren. So wäre ein Modell sicherlich ein werbefreies MyVideo Musik-TV. Gegen einen geringen, monatlichen Beitrag könnte der User etwa alle Musikvideos in HD-naher Qualität werbefrei auf MyVideo konsumieren, um nur ein Beispiel zu nennen. Das wäre ein Novum im Bereich Online-Musik-Videos in dieser Quantität auf dem deutschen Markt und findet sicher eine breite Akzeptanz.

Weitere Umsatzquellen erschließen sich im Bereich Musik in Randprodukten wie MP3-Download, Ticketverkauf, Mercherprodukte, E-Commerce und Möglichkeiten innerhalb des Musikvideos, die wir in den nächsten Wochen vorstellen werden. MP3-Donwloads sind bereits heute unter jedem Musikvideo möglich, Tickets und Mercher können demnächst im jeweiligen Artist Channel erworben werden (Bsp.: http://www.myvideo.de/channel/madonna_official).

Digitalmagazin: Mit Universal und Sony BMG haben Sie bereits zwei große Major-Labels für MyVideo Musik-TV gewinnen können. Welche Labels stehen noch auf Ihrer Wunschliste?

Hesse: Neben den oben genannten Major Labels freuen wir uns, seit Jahresbeginn auch die Warner Music Group und Ministry of Sound mit an Board zu haben. Im ersten Quartal 2009 wird voraussichtlich auch EMI Deutschland mit seinem breiten Inventar an internationalen Top Acts das Musik-Gesamtangebot auf MyVideo ergänzen. Wir verhandeln derzeit aktiv mit vielen weiteren Labels, aber sicherlich sind auch kleine Independent Labels für uns von größtem Interesse. Unsere über sieben Millionen Unique User haben einen weitreichenden Musikgeschmack, der neben den klassischen Genres auch „Grunge“, „Dark Metal“, „Country“, „Bebop“, „Goa“ und viele weitere individuelle Genres umfasst. Gerade hier freuen wir uns über jedes Label, das aktiv auf uns zukommt. Mit ihnen zusammen wollen wir die Musikplattform der nächsten Jahre entwickeln und erfolgreich am deutschsprachigen Markt platzieren. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir noch im ersten Quartal 2009 eine 90-prozentige Abdeckung des deutschen Musikvideomarktes abbilden werden. Darauf können sich unsere User freuen.

Digitalmagazin: Herr Hesse, wir danken Ihnen für das Gespräch.

www.myvideo.de

Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst "Digitalmagazin".

Alle Informationen zu Abonnements und Preisen finden Sie unter www.digitalmagazin.info.

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