Kommunikation
Bundesliga-Klubs setzen auf Internet-TV – Bericht
06.02.2009
Als einer der letzten Bundesliga-Vereine bietet jetzt auch der 1. FC
Köln seinen Anhängern Klub-TV auf der Vereins-Homepage an. Nach
Schlusspfiff der Heimspiele in Köln stehen demnach die Spiele für
Abonnenten online bereit, wie das „Handelsblatt“ (Ausgabe vom 6.
Februar) berichtet. Das Angebot werde gemeinsam mit dem
Telekommunikationsunternehmen Netcologne bereitgestellt und koste den Fan
im Rahmen eines Jahresabos fünf Euro pro Monat. Für viele Vereine
bedeute Klub-TV eine zukünftige Einnahmequelle, auch trage es zu
Erhöhung der Fanbindung bei. Für Sponsoren sei Klub-TV ein
weiterer Werberaum. Jedoch würden die Vereine in ihrem eigenen Klub-TV
relativ unkritisch mit der eigenen Leistung umgehen. Allerdings seien die
Abonnementenzahlen eher schwach – kein Verein, außer der FC
Bayern, könne für sein Angebot mehr als 10.000 vorweisen. Dagegen
seien vergleichbare Angebote im Ausland von den Vereinsanhängern besser
akzeptiert, vor allem in England und der dortigen Premier League. So
verfüge der FC Liverpool ebenso wie Manchester United über mehr
als 50.000 Bezahlkunden. Dies sei jedoch dadurch begründet, dass im
englischen Free-TV deutlich weniger Spitzenfußball im Angebot zu
finden sei, als in Deutschland. Auch stünden die englischen Vereine
den Medien nicht so offen, wie hierzulande. Die Trainings seien tabu,
Trainer und Spieler nicht so zugänglich wie in Deutschland, schreibt
das „Handelsblatt“ weiter. Ergo seien die Fans in England mehr
auf direkte Infos aus den Vereinen und von den Vereinen angewiesen.
Für Deutschland sehe man aber dennoch Potenzial. Die Spiele
würden sowieso von TV-Anstalten aufgezeichnet und übertragen. Das
Material liege also vor und die teure Eigenproduktion der Bilder sei
überflüssig. Über Rechte müsse man sich keine Gedanken
machen, da die Bildrechte der DFL gehören und demnach keine
Lizenzgebühren für die Vereine anfallen. Da auch nicht live
sondern zeitversetzt im Netz gesendet werde, müsse auch nichts
für die Online-Übertragungsrechte entrichtet werden. Nun
müsse es nur noch gelingen, aus Fans Kunden zu machen.
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