Programm
Nicht alle Dritten Programme wollen Bundesliga-Sonntagsspiele zeigen – Bericht
11.02.2009
Die Übertragung der Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga ab der Saison
2009/2010 sorgt nach einem Bericht des „Handelsblatts“ (Ausgabe vom 11.
Februar) innerhalb der ARD für eine Kontroverse. Die ARD-Intendanten hatten
am 2. Februar beschlossen, die Höhepunkte der Bundesliga-Sonntagsspiele von
der nächsten Saison an sowohl in den „Tagesthemen“ als auch in den dritten
Programmen zu zeigen. Von 21.45 Uhr an dürften die Dritten Programme Bilder
und Analysen liefern, hieß es (DM berichtete)
Nach Informationen des „Handelsblatts“ seien nicht alle ARD-Anstalten
innerhalb des Senderverbunds dazu bereit, Programmplätze in den Dritten
Programmen für die Begegnungen am Sonntag ab 21.45 Uhr bereitzustellen. Der
Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in Leipzig wolle voraussichtlich auf eine
Berichterstattung verzichten. „Wir haben einfach keinen Sendeplatz am
Sonntagabend“, sagte ein MDR-Sprecher der Zeitung. Eine endgültige
Entscheidung werde den Angaben zufolge in den nächsten beiden Wochen
fallen. Eine Absage falle dem MDR auch deshalb so leicht, weil es im
Sendegebiet keinen einzigen Fußball-Bundesligisten gibt und die ARD-Anstalt
zudem das populäre Sport-Magazin „Sport im Osten“ verbreite.
Skepsis herrscht laut dem „Handelsblatt“-Bericht auch beim Bayerischen
Rundfunk (BR) in München. „Wir sind nicht begeistert“, sagte ein
BR-Sprecher auf Nachfrage der Zeitung. Auch beim BR hieß es, der Sender
habe keinen Sendeplatz für die Spiele am Sonntagabend. Ob sich der BR doch
noch zu einer Übertragung der Spiele am Sonntag durchringe, bleibe weiter
offen.
Grund für die Uneinigkeit innerhalb der ARD sei die Entscheidung des
neuen ARD-Programmchefs Volker Herres, auf eine Bundesliga-Sendung im
Ersten zu verzichten, heißt es in dem Bericht weiter. Herres wollte den
populären Polit-Talk „Anne Will“ nicht von seinem angestammten Sendeplatz
verdrängen. Das Erste zeigt ab der Saison 2009/2010 nur eine kurze
Zusammenfassung in der Nachrichtensendung „Tagesthemen“ um 22.45 Uhr.
Nach Informationen der Zeitung ist der Unmut über den Alleingang des
ARD-Programmchefs in einzelnen Anstalten groß. „Wir lassen uns doch nicht
unsere eigenen Sportsendungen versauen“, sagte ein Insider einer
ARD-Anstalt dem „Handelsblatt“. Er fügte an: „Die Bundesliga gehört ins
Erste.“
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