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Kommunikation
Netzwelt: Nutzung mobiler Internet-Dienste steigt drastisch - Studie
16.02.2009
Die Nutzung mobiler Internet-Dienste steht einer Studie zufolge vor einem
massiven Schub. 41 Prozent der Mobilfunk-Nutzer in Europa und 71 Prozent in
den USA gehen davon aus, dass sie demnächst täglich unterwegs Daten-Dienste
wie das Internet nutzen werden, wie eine Umfrage des Marktforschers Nielsen
und des Telekommunikations-Dienstleisters Tellabs ergab. Zugleich
befürchten die Verbraucher hohe Kosten, unübersichtliche Tarifmodelle und
Schwächen bei der Netzqualität, berichteten die Unternehmen am Montag zur
Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona. Sie hatten im
vergangenen Herbst 50.000 Mobilfunk-Nutzer in Europa und den USA
befragt. „Mobile Datendienste sind kein Luxus, sondern eine notwendige
Investition, die die Verbraucher trotz der wirtschaftlichen Lage planen“,
betonte Tellabs-Manager Pat Dolan. Der starke Anstieg des Datenverkehrs
werde die Netzbetreiber vor erhebliche Herausforderungen stellen.
Einige Eckdaten zum Mobilfunkmarkt zum Branchentreff Mobile World
Congress in Barcelona (16.-19. Februar):
- weltweit gab es zuletzt rund vier Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse.
- Damit hat sich das Wachstum noch einmal beschleunigt: Im Jahr 2007
hatte es ein Plus von etwa 20 Prozent auf 3,2 Milliarden gegeben. Der
Zuwachs geht nicht nur auf neue Handy-Nutzer zurück, sondern auch darauf,
dass in immer mehr Geräte wie Notebooks gleich Mobilfunk-Chips eingebaut
werden;
- für dieses Jahr rechnen Branchenexperten mit einem Anstieg auf 4,5
Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse und mit sechs Milliarden bis 2013. Im Jahr
2005 hatte es erst zwei Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse gegeben;
- erst 100 Millionen der Mobilfunk-Anschlüsse sind Breitband-
Verbindungen, die schnelles surfen im Internet ermöglichen;
- das Wachstum wird vor allem von neuen Märkten wie Indien, China oder
Afrika getragen. So kommen in Indien jeden Monat zehn Millionen neue
Mobilfunk-Kunden hinzu. China hat mehr als 600 Millionen Mobilfunk-Nutzer -
bei unter 400 Millionen Festnetz-Anschlüssen;
- das Wachstum der Handy-Verkäufe ist 2008 stark von der Wirtschaftskrise
gebremst worden. Die Marktforscher von IDC ermittelten ein Wachstum von 3,5
Prozent auf gut 1,18 Milliarden verkaufte Mobiltelefone. Nokia schätzte für
den Gesamtmarkt ein Plus von sechs Prozent auf 1,21 Milliarden Geräten. Auf
jeden Fall blieb der Zuwachs weit unter der Prognose von zehn Prozent und
den zwölf Prozent des Jahres 2007;
- für dieses Jahr wird mit einem Absatzrückgang im einstelligen
Prozentbereich gerechnet. Einige Analysten sprechen konkreter von einem
Minus von vier bis sechs Prozent. Das könnte bedeuten, dass etwa 70
Millionen Handys aller Anbieter weniger verkauft werden;
- Nokia ist weiterhin der Handy-Weltmarktführer, der Marktanteil sank
allerdings Ende 2008 auf 37 Prozent von 40 Prozent ein Jahr zuvor;
- besonders im vierten Quartal schlug die Krise auf die Handy-Hersteller
durch: Der Absatz fiel im Jahresvergleich nach IDC-Zahlen um 12,6
Prozent;
- Hoffnungsträger der Branche für die Zukunft sind die sogenannten
Smartphones - eine Mischung aus Handy und Mini-Computer. Ihr Absatz stieg
im vergangenen Jahr nach Nokia-Schätzungen um 37,6 Prozent auf 161
Millionen. Das war allerdings deutlich langsamer als die Wachstumsrate von
60 Prozent aus dem Jahr 2007. Für dieses Jahr wird ein Anstieg auf 190 bis
200 Millionen verkaufte Smartphones erwartet;
- Nokia dominierte lange auch den Smartphone-Markt, doch durch neue
Wettbewerber wie vor allem Apple mit seinem iPhone und den E-Mail-Dienst
BlackBerry sank der Marktanteil Ende 2008 auf 38 Prozent von mehr als 50
Prozent vor einem Jahr. Mit der Verbreitung von Handys mit dem von Google
angestoßenen Betriebssystem Android dürfte der Druck noch steigen.
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