Digital-TV
Aktionärsvertreter schimpfen über früheres Premiere-Management
26.02.2009
Die Aktionäre des angeschlagenen Bezahlsenders Premiere haben ihrem Ärger
über die Lage des Unternehmens auf einer außerordentlichen Hauptversammlung
am 26. Februar in München Luft gemacht. Insbesondere die früheren
Vorstandschef Georg Kofler und Michael Börnicke gerieten heftig unter
Beschuss. „Wir sind von der Unternehmensführung belogen und getäuscht
worden“, sagte Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger
(Sdk). Besonders gravierend seien die lange beschönigten Abonnentenzahlen
des Senders. „Das ist ein Skandal.“ Vom Aufsichtsrat verlangte Bauer daher
die Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche gegen die früheren
Verantwortlichen. Die vom neuen Vorstandschef Mark Williams geplante
Sanierung bis 2011 beurteilte er skeptisch. „Wir haben bisher nur gehört,
dass wieder Gewinne gemacht werden sollen, aber wie das geschehen soll, ist
unklar. Das Geschäftsmodell funktioniert in Deutschland anscheinend nicht.“
Auch der Verfall des Aktienkurses erregte Unmut. „Ich will mein Geld
zurück.
Wir sind hier ganz klar betrogen worden. Herr Kofler soll sein Geld
herausrücken“, rief ein Kleinaktionär. Am 26. Februar stand die
Premiere-Aktie zwischenzeitlich 1,14 Prozent im Plus bei 1,78 Euro. Beim
Börsengang im Jahr 2005 hatte der Ausgabepreis bei 28 Euro gelegen.
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