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Radio-Info

Interview: ARD will DAB zum Durchbruch verhelfen

Digitalmagazin im Gespräch mit Peter Boudgoust, ARD-Vorsitzender und SWR-Intendant

17.03.2009

„Wir sehen in DAB kein Geschäftsmodell“, sagen die Privaten. „Die Hörgewohnheiten haben sich so verändert, dass wir DAB brauchen“, argumentiert die ARD. Die Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist unter ihrem Vorsitzenden Peter Boudgoust entschlossen, DAB kein weiteres Mal scheitern zu lassen. Sobald der Netzaufbau geschafft ist, sollen die gebührenfinanzierten Sender mit umfassendem Mehrwerten digital hörbar sein. Der Chef der ARD, Peter Boudgoust, zeigt sich zuversichtlich, dass die Privaten mitziehen werden. 

Digitalmagazin: Herr Boudgoust, die ARD will unter Ihrem Vorsitz am Digitalradiostandard DAB festhalten. Viele private Veranstalter sehen das sehr skeptisch oder erklären DAB für gescheitert. Was macht DAB für die ARD grundsätzlich so interessant?

Boudgoust: Wir halten in der ARD eine digital-terrestrische Verbreitung unserer Programme für sinnvoll, weil wir darin eine wichtige und vor allem, im Vergleich zum Internet, kostengünstige Ergänzung unserer bisherigen Verbreitungssituation sehen. Außerdem bietet Digitalradio im Gegensatz zu UKW die Chance, multimediale Inhalte zu senden. Im Übrigen muss man bei den privaten Veranstaltern sehen, dass deren Skepsis wirtschaftlich begründet ist. Von der Funktionalität digital-terrestrischer Verbreitung sind die Privaten durchaus überzeugt. Sie wollen sich nur keinen teuren Simulcast-Betrieb über Jahre hinweg leisten. Das Beispiel des Fußballradios 90elf zeigt übrigens, dass die Privaten durchaus Modelle finden, die auch im Digitalradio zu hören sind.

Digitalmagazin: Es hat mehrere Anläufe gegeben, DAB zu starten. Bisher waren alle Versuche erfolglos. Auch einige Ihrer ARD-Kollegen sprachen bereits vom „Millionengrab DAB“. Was macht Sie optimistisch, dass es diesmal funktionieren wird?

Boudgoust: Die Nutzungsgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren dramatisch geändert, die Hörer unserer Radioprogramme erwarten mehr als nur eine lineare Ausstrahlung. Sie wollen orts- und zeitsouverän Inhalte nutzen. Dies soll einfach sein und keine Mehrkosten verursachen. Allen DAB-Versuchen der Vergangenheit war gemeinsam, dass sie keinen Mehrwert gebildet haben und das ist neu an der aktuellen Situation: Wir sprechen nicht mehr nur über eine Kopie der Radiolandschaft in DAB, sondern über neue Inhalte und Dienste. Selbst wenn DAB in den 90er Jahren erfolglos war, weil die Technik ihrer Zeit voraus war: Warum sollte man nicht die Technik neuen Nutzungsgewohnheiten anpassen?

Digitalmagazin: Ab 2010 ist ein zielgerichteter Netzaufbau vorgesehen. Ab wann werden DAB-Programme Ihrer Einschätzung nach für den Gebührenzahler - hörbar - auf Antenne sein?

Boudgoust: Sobald die Voraussetzungen für den Einstieg in den Netzaufbau geschaffen sind, könnten wir damit beginnen und dann auch hörbar mit Angeboten auf Sendung sein. Das werden zunächst keine neuen Programme sein, da wir dies zurzeit nicht dürfen. Allerdings werden wir in einem ersten Schritt unsere bestehenden Programme deutlich anreichern, mit multimedialen Zusatzinformationen, neuen Diensten und On-Demand-Inhalten.

Digitalmagazin: Herr Boudgoust, vielen Dank für das Gespräch.

www.ard.de

Hinweis: Lesen Sie das komplette Interview in der April-Ausgabe von INFOSAT. Die Ausgabe 4/2009 erscheint am 27. März im Handel.

Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst "Digitalmagazin".

Alle Informationen zu Abonnements und Preisen finden Sie unter www.digitalmagazin.info .

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