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APS-Chef Urner: HD+ steigert Attraktivität des Satelliten für Sender und Endkunden
Digitalmagazin im Gespräch mit Wilfried Urner, Geschäftsführer der APS Astra Platform Services
05.06.2009
Der Satellitenbetreiber Astra startet im Spätherbst mit HD+ ein neues
HDTV-Angebot via Satellit, als erste Sender werden darüber die
hochauflösenden Varianten von RTL und Vox zu sehen sein. „Dies steigert die
Attraktivität des Satelliten für Sender und Endkunden im Wettbewerb mit den
anderen Übertragungswegen wie Kabel und DSL. Wir sind überzeugt, dass wir
den Zuschauern einen echten Mehrwert bieten können“, sagt Wilfried Urner,
Geschäftsführer der APS Astra Platform Services, im Gespräch mit
Digitalmagazin.
Digitalmagazin: Herr Urner, Astra startet im Spätherbst einen neuen
Service „HD+“. Welche Hoffnungen setzen Sie in das HDTV-Angebot?
Urner: Unser Ziel ist es, auch außerhalb der
Pay-TV-Verwertungskette eine senderunabhängige technische Plattform
aufzubauen, über die Endkunden ein neues HD-Angebot beziehen können. Dies
steigert die Attraktivität des Satelliten für Sender und Endkunden im
Wettbewerb mit den anderen Übertragungswegen wie Kabel und DSL. Wir sind
überzeugt, dass wir den Zuschauern einen echten Mehrwert bieten können.
Digitalmagazin: Als erste hochauflösende Programme starten RTL und
Vox in HD. Inwiefern werden weitere Sender folgen?
Urner: Es ist selbstverständlich die erklärte Absicht von HD+,
weitere Sender hinzuzugewinnen. HD+ ist offen für alle Sender und wird
daher Verhandlungen aufnehmen, um den Zuschauern weitere HD-Inhalte
anbieten zu können. Noch aber gibt es dazu keine weiteren Verträge. Wichtig
ist heute, dass die Mediengruppe RTL Deutschland dabei ist und dass SES
Astra damit zwei Vollprogramme für HD+ gefunden hat.
Digitalmagazin: Das neue Angebot HD+ wird verschlüsselt. Warum ist
dies notwendig, welches Crypt-System kommt zum Einsatz?
Urner: Zunächst zu den Gründen für die Verschlüsselung: Für die
Sender, die bei HD+ dabei sind, ist die Verschlüsselung eine
Grundvoraussetzung für den Schutz ihrer Sendesignale. Dies umfasst sowohl
den Kopierschutz als auch die geographische Abgrenzung bei der Auswertung
von Senderechten. In vielen europäischen Nachbarländern und in anderen
Infrastrukturen ist die Verschlüsselung aus guten Gründen schon längst
üblich. Sie wird auch in Deutschland und auch über Satellit von Sendern
dringend benötigt. Letztlich werden Zuschauer den Mehrwert, den die
Digitalisierung schafft, nur ausschöpfen können, wenn wir hier den
Fortschritt nicht aufhalten. Die Diskussionen um die Verschlüsselung sind
oftmals emotional oder politisch geführt worden und waren selten sachlich.
Dies hat sich heute zum Glück geändert, das Verständnis ist da. Die
Verschlüsselung dient als Vehikel zur Weiterentwicklung von multimedialen
Angeboten, und das ist ganz im Sinne des Zuschauers. Man könnte auch sagen,
dass es die HD-Angebote der RTL-Gruppe sonst wohl kaum geben würde. Als
Verschlüsselungssystem wird Nagra verwendet.
Digitalmagazin: Mit welchem Equipment kann der Zuschauer HD+
empfangen, wie erfolgt die Freischaltung?
Urner: Für den Empfang benötigt der Zuschauer eine digitale
Satellitenanlage, einen HD+-Receiver und eine HD+-Karte. Es wird eine
Bandbreite verschiedener Receiver-Modelle von verschiedenen Herstellern
geben, die für den Empfang der HD-Signale geeignet sind. Eine Freischaltung
ist nicht notwendig. Wir sind mit Herstellern, die das Potenzial von HD+
ausnutzen wollen, im Gespräch, und werden sie selbstverständlich
unterstützen. Selbstverständlich empfängt der Receiver auch alle anderen
über Astra ausgestrahlten Programme. Wir werden das Produkt und die dafür
notwendigen Voraussetzungen im Spätsommer detailliert vorstellen. Dabei
werden wir vor allem Wert darauf legen, dass es für den Endkunden eine
einfache und verständliche Lösung sein wird.
Digitalmagazin: Welche Kosten kommen auf den Zuschauer in Hinblick
auf Smartcard-Erwerb bzw. Servicepauschale zu?
Urner: Wie gesagt, wir werden das Produkt noch detailliert
erklären. Der Zuschauer wird sich intensiv mit dem Angebot befassen und es
testen können, bevor er sich mit Kosten auseinandersetzen muss. Natürlich
ist Voraussetzung immer, dass der Endkunde das richtige Gerät dazu erworben
hat oder erwirbt.
Digitalmagazin: 13 Millionen HD ready-Haushalte gibt es in
Deutschland. Wie viele Zuschauer wollen Sie innerhalb der ersten zwölf
Monate nach dem Start mit HD+ erreichen?
Urner: Zur erwarteten Marktentwicklung geben wir keine Prognose
ab. Ich finde es beeindruckend und ermutigend, dass bereits 13 Millionen
Konsumenten in Erwartung von HD-Inhalten die entscheidende Investition in
Form der Fernsehgeräte getätigt haben. Das zeigt deutlich, dass der Markt
reif ist für HD-Inhalte.
Digitalmagazin: Herr Urner, vielen Dank für das Gespräch.
www.astra.de
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