Medien
AEPOC alarmiert über das Verständnis von Piraterie in der EU
20.07.2009
Der Einzug der „Piraten-Partei“ in das Europäische
Parlament fordert nationale Regierungen und die EU auf, eine klare Haltung
gegenüber audiovisueller Piraterie einzunehmen: Auf der jüngsten
Vorstandssitzung von AEPOC, Europas führender
Anti-Piraterie-Vereinigung zum Schutz verschlüsselter Werke und
Dienste, diskutierte der Verband intensiv das Urteil gegen die
Filesharing-Website „The Pirate Bay“ in Schweden und die Wahl
der „Piraten-Partei“ in das Europäische Parlament. AEPOC
wertet den Erfolg der Piraten-Partei, welche das Konzept des geistigen
Eigentums und Urheberrecht in Frage stellt und damit für die generelle
Abschaffung des Urheberrechts und Patentschutzes eintritt, als deutliches
Alarmsignal: „Dies sollte die nationalen Regierungen und die
Europäische Kommission wachrütteln, damit sie eine klare Position
zu Fragen der Piraterie beziehen", so AEPOC-Präsident Jean
Grenier.
Die Wahl der Piraten-Partei folgt auf die Schließung der
Filesharing-Website „The Pirate Bay“ durch ein schwedisches
Gericht im April 2009. Das Urteil hat bei Nutzern des Dienstes für
Aufruhr gesorgt und führte bei der Europawahl zu Sympathiestimmen
für die Piraten-Partei.
Während der AEPOC-Sitzung in Brüssel wurde der Pay-TV- und
Breitband-Betreiber Multichoice Hellas als neues AEPOC-Mitglied
aufgenommen. Multichoice Hellas bietet Pay-TV-Dienste unter der Marke Nova
in Griechenland und Zypern und ist Teil der Forthnet-Gruppe, dem
führenden alternativen Telekom-Betreiber in Griechenland. Die
Repräsentanten von Multichoice Hellas berichteten über mehrere
erfolgreiche Schläge gegen Card-Sharing-Piraterie in beiden
Ländern. Als EU-Mitglied hat Griechenland die europäische
CA-Richtlinie gegen audiovisuelle Piraterie im Jahr 2003 umgesetzt;
Straftätern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Jahren.
AEPOC und Multichoice Hellas wirken ebenso auf die Umsetzung der
EU-Richtlinie in Zypern und anderen EU-Mitgliedsstaaten ein, in denen noch
keine Umsetzung in nationales Recht erfolgte. In diesem Zusammenhang
führt AEPOC den Dialog mit nationalen Regierungen und Mitgliedern des
Europäischen Parlaments sowie verschiedenen EU-Arbeitsgruppen vor Ort
in Brüssel, um kaufmännische, technische und rechtliche Einblicke
zu Problemfeldern wie Cyber-Kriminalität, insbesondere im
Pay-TV-Sektor, zu liefern.
AEPOC-Präsident Jean Grenier fasst die Haltung des Verbands
zusammen: „Piraterie war nie ein Sport, sondern bleibt Diebstahl. Der
Erfolg der Piraten-Partei bei der Europawahl zeigt, dass die Wähler
dies verwechseln. Die kreative Industrie und politische
Entscheidungsträger sollten eine sehr klare Linie gegen die
Cyber-Kriminalität fahren, denn unsere Gesellschaft und Wirtschaft
stützen sich zunehmend auf Internet-basierte oder andere digitale
Dienste. Das Internet darf kein gesetzloser Raum sein, welcher
Kriminalität entschuldigt oder duldet – egal ob es sich um
Diebstahl, Fälschungen oder Missbrauch von Kindern handelt.“
Grenier weiter: „Dies gilt insbesondere für junge Menschen, die
für die romantischen, aber im Kern kriminellen Botschaften der
Piraten-Partei empfänglich sind.“
www.aepoc.org
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