Digital-TV
HDTV soll Digitalisierung beflügeln – Abschaltung analoger Ausstrahlung via Satellit im Frühjahr 2012 geplant
08.09.2009
Analoges terrestrisches Fernsehen ist in Deutschland bereits Geschichte.
Nun steht auch die Analog-Abschaltung im Satelliten-TV bevor. ARD und ZDF
haben angekündigt, ab Frühjahr 2012 ganz auf Digital-TV zu
setzen, um so Kosten zu sparen. „Wir sind auf einem guten Weg dahin.
74 Prozent der Satellitenhaushalte empfangen bereits jetzt digital“,
so Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, im Rahmen
eines Round-Table-Gesprächs der medienpolitik@IFA. HDTV komme dabei
eine Schlüsselrolle zu. Es solle dem Verbraucher klar machen, dass ihm
die Digitalisierung einen Mehrwert biete.
Auch die privaten Sender signalisieren Bereitschaft, auf Analog-TV zu
verzichten. In Kürze könne ein konkretes Abschalt-Datum
festgelegt werden, so Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes
Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT). Doetz warnte allerdings vor einer
„Re-Analogisierung“, sollten bis dahin nicht 90 Prozent der
Satellitenhaushalte digitales Fernsehen empfangen können. Laut Bertram
Bittel, Direktor Technik und Produktion beim SWR, sollen bis Ende 2009
HD-fähige Geräte in rund 19 Millionen deutschen Haushalten
stehen. Ein Drittel der derzeit verkauften digitalen Set-Top-Boxen
unterstütze bereits hochauflösendes Fernsehen. Wichtig sei es,
die Menschen frühzeitig auf die Umstellung vorzubereiten und zu
informieren, mahnte wiederum Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes
Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder.
„Die Hersteller von Endgeräten und Sendetechnik haben ihre
Hausaufgaben gemacht und auch die Politik ist gewillt, das Datum
einzuhalten.“
Für Ferdinand Kayser, President und CEO von SES Astra, ist das
anvisierte Abschaltdatum nach eigenem Bekunden „akzeptabel“.
Ein Wegbrechen des Geschäfts erwartet sich der Satellitenbetreiber
durch die Analog-Abschaltung nicht. Andere Märkte hätten gezeigt,
dass mit der Digitalisierung auch die Nutzung der Satellitenausstrahlung
steige. „HDTV wird das Übrige dazu tun.“ Während ARD
und ZDF ihre HDTV-Programme frei empfangbar ausstrahlen wollen, werden die
privaten Sender auf ihrer Plattform HD+ ein noch nicht näher
beziffertes Entgelt verlangen. „Man muss dem Nutzer sagen, dass neue
Qualität Geld kostet“, so Doetz, der in diesem Zusammenhang auf
die 250 Millionen Euro verwies, die ARD und ZDF aus Gebührengeldern
für den Ausbau von HDTV zur Verfügung stünden. „Wir
wollen kein finanzielles Harakiri begehen, sondern HDTV refinanzierbar
machen“, betonte Doetz. Dass eine Finanzierung notwendig sei,
unterstrich auch Ministerpräsident Beck: „Der technische
Fortschritt darf nicht auf Kosten der inhaltlichen Qualität
gehen.“
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