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RTL HD und Vox HD starten mit US-Serien und Kinohighlights in nativem HD – SD-Signale bleiben langfristig unverschlüsselt
Digitalmagazin im Gespräch mit Andre Prahl, Mitglied der Geschäftsleitung CBC und verantwortlich für die Programmverbreitung der Mediengruppe RTL Deutschland
16.10.2009
Mit RTL HD und Vox HD stehen zwei hochauflösende TV-Newcomer in den
Startlöchern, ab 1. November sind die beiden verschlüsselten Programme über
das neue Angebot HD+ auf Astra 19,2° Ost zu sehen. „Für die Produktion des
HD-Programmsignals werden zunächst neben US-Serien wie z.B. ‚Dr. House’,
‚Bones’, ‚Monk’, ‚CSI: Den Tätern auf der Spur’ oder ‚CSI: NY’ auch
Kinohighlights wie ‚Stirb langsam 4.0’, ‚Die Bourne Verschwörung’ oder ‚Das
Bourne Ultimatum’ in so genanntem nativen HD-Material verwendet werden“,
sagt Andre Prahl, Mitglied der Geschäftsleitung CBC und verantwortlich für
die Programmverbreitung der Mediengruppe RTL Deutschland. An der heutigen
unverschlüsselten digitalen Ausstrahlung im Standard MPEG-2 wird die
Mediengruppe RTL indes langfristig festhalten, versichert Prahl im
Digitalmagazin-Interview.
Digitalmagazin: Die Mediengruppe RTL Deutschland startet am 1.
November ins hochauflösende TV-Zeitalter. Wie wichtig ist dieser Schritt
für Ihr Unternehmen?
Prahl: Wir finden gut, was Astra macht, nämlich mit der Plattform
HD+ zum jetzigen Zeitpunkt ein HDTV-Angebot für die Zuschauer in den Markt
zu bringen, das unsere Inhalte veredelt anbietet, noch attraktiver für
Zuschauer macht, und gleichzeitig unseren Grund-Interessen entspricht:
Schutz unserer Signale und perspektivisch unter anderem auch eine
Refinanzierbarkeit unserer HDTV-Inhalte.
Digitalmagazin: Welche Programmhöhepunkte werden im ersten Monat auf
RTL HD und Vox HD in nativem HDTV zu sehen sein?
Prahl: Den Zuschauer erwartet ein durchgehend hochauflösendes
Programmsignal, welches mit einem effizienteren Kodierstandard und einer
sehr hohen Bandbreite übertragen wird. Im Vergleich zu den herkömmlichen
digitalen Signalen in SD weist das Signal bei HD+ eine deutlich verbesserte
Bildqualität auf. Für die Produktion des HD-Programmsignals werden zunächst
neben US-Serien wie z. B. „Dr. House“, „Bones“, „Monk“, „CSI: Den Tätern
auf der Spur“ oder „CSI: NY“ auch Kinohighlights wie „Stirb langsam 4.0“,
„Die Bourne Verschwörung“ oder „Das Bourne Ultimatum“ in so genanntem
nativen HD-Material verwendet werden. Diese Formate werden den guten
optischen Eindruck des gesamten HD-Programms nochmals klar übertreffen.
Digitalmagazin: Warum werden die Sender verschlüsselt?
Prahl: Für Free-TV-Sender ist eine Verschlüsselung notwendig,
damit die Digitalisierung in kontrollierbarem Umfeld stattfindet. So dient
Verschlüsselung vor allem zum Schutz vor Piraterie und vor unbefugter
Veränderung des Programmsignals durch Dritte, also der Signalintegrität und
-kontrolle.
Digitalmagazin: Die HD-Programme starten auf der neuen Sat-Plattform
HD+, nach einem ersten „Probejahr“ sind für die Freischaltung jährlich 50
Euro zu bezahlen. Inwiefern werden aus den werbefinanzierten Sendern RTL
und Vox nun hochauflösende „Pay-TV light“-Programme?
Prahl: Free-TV bleibt Free-TV. Kabelfernsehen ist ja auch nicht
Pay-TV, nur weil der Anschluss etwas kostet.
Digitalmagazin: Halten Sie an der unverschlüsselten Ausstrahlung
Ihrer SD-Programme langfristig fest?
Prahl: An der heutigen unverschlüsselten digitalen Ausstrahlung
im Standard MPEG-2 halten wir langfristig fest. Die Abschaltung der
analogen Satellitenverbreitung ist grundsätzlich und perspektivisch
denkbar. Einer Vorgabe durch die Politik zur analogen Abschaltung wird sich
die Mediengruppe RTL nicht verwehren. Nach Abschaltung der analogen Signale
hat der Zuschauer dann weiterhin die Möglichkeit, die RTL-Sender entweder
digital unverschlüsselt in der bisherigen PAL-adäquaten Bildqualität oder
aber verschlüsselt und in hochwertiger HD-Qualität zu empfangen.
Digitalmagazin: Einigen Wirbel gab es insbesondere in Hinblick auf
Aufzeichnung, Ad-Skipping und Timeshift. Welche Nutzerrechte räumen Sie den
Zuschauern Ihrer HD+-Programme ein?
Prahl: Werbefinanzierung ist die Basis unseres Programms. Ohne
Werbung kein „Dr. House“ und kein „WWM?“, kein „Doctor´s Diary“ und keine
Formel 1. Daran ändert sich auch in der digitalen Welt nichts. Deshalb sind
wir auch bei neuen Angeboten wie HD+ selbstverständlich gegen Ad-Skipping
und müssen sicherstellen, dass Werbung nicht umgangen werden kann. So muss
Werbung auch bei zeitversetzter Nutzung durch digitale PVRs messbar und
vermarktbar bleiben. Kurz: Es ist nicht unser Ziel, private Aufzeichnungen
zu verhindern – höchstens die Umgehung von Werbung, mit der wir unsere
Inhalte finanzieren. Diese Differenzierung ist bei HD+-Receivern möglich
und wird auch so umgesetzt werden. Das derzeit oft diskutierte CI+ leistet
dies derzeit nicht im von uns gewünschten Umfang und lässt
werbefinanzierten Programmanbietern zum Schutz ihres Geschäftsmodells
lediglich die Wahl, Aufzeichnungen zuzulassen oder sie komplett zu
unterbinden. Trotzdem unterstützen wir den Industriestandard CI+ für den
Empfang unserer HDTV-Inhalte, empfehlen dessen Einsatz jedoch nur in
Verbindung mit integrierten TV-Geräten ohne Aufzeichnungsfunktion. Aus
unserer Sicht wäre eine Erweiterung des CI+-Standards um die benötigten
Funktionen daher wünschenswert.
Digitalmagazin: Mit HD+ starten Sie zunächst via Satellit – inwiefern
diskutieren Sie weitere Distributionsoptionen (etwa via Sky oder in den
Kabelnetzen) für die neuen HD-Programme?
Prahl: Wir können uns vorstellen, auch in anderen
Verbreitungswegen entsprechende Rechte einzuräumen, sofern in diesen die
Sender RTL und Vox in HD angeboten werden sollen. Wir führen hierzu
Gespräche mit Anbietern aus dem Bereich Kabel und DSL.
Digitalmagazin: Welche Zuschauerzahlen wollen Sie mit RTL HD und Vox
HD innerhalb des ersten Jahres erreichen?
Prahl: Der Absatz von HD-fähigen Bildschirmen zeigt, welch großes
Interesse bei den Zuschauern für HDTV vorhanden ist. Wir glauben langfristig
an das HD-Projekt und werden ihm die notwendige Zeit geben, sich zu
entwickeln.
Digitalmagazin: Herr Prahl, vielen Dank für das Gespräch.
www.mediengruppe-rtl.de
Hinweis: Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der November-Ausgabe von
INFOSAT. Das Heft 11/2009 erscheint am 30. Oktober im Handel.
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