Kommunikation
„Wir sind zuversichtlich, in Zukunft solche Inhalte auch zum Kauf anbieten zu können“
Digitalmagazin im Gespräch mit Michael Ortlepp, Vice President Videoload, Deutsche Telekom
21.10.2009
Seit 6. Oktober zeigt die Online-Videothek Videoload beliebte
US-Serien kurz nach ihrer Erstausstrahlung in Deutschland. In der Rubrik
„Hot from the US“ können neue Folgen von „Grey’s Anatomy“ oder „Desperate
Housewives“ im englischen Original mit deutschen Untertiteln für 24 Stunden
ausgeliehen werden. Doch bei diesem Modell soll es in Zukunft nicht bleiben.
„Bislang war nur das Leihfenster Gegenstand der Diskussion, wir sind aber
zuversichtlich, in Zukunft solche Inhalte auch zum Kauf anbieten zu
können“, sagt Michael Ortlepp, Vice President Videoload, Deutsche Telekom,
im Interview mit Digitalmagazin.
Digitalmagazin: Herr Ortlepp, in der neuen Rubrik „Hot from the US“
bietet Videoload ab sofort beliebte TV-Serien an, lange bevor sie im
deutschen Fernsehen zu sehen sind. Welche Titel kommen – frisch aus den USA
– auf den heimischen Bildschirm?
Ortlepp: Bereits online sind die ersten Folgen der jeweils
sechsten Staffel von „Grey’s Anatomy“, „Desperate Housewives“ und „Private
Practice”. Anfang 2010 (Januar) startet mit der letzten Staffel von „Lost“
eine weitere Top-US-Serie bei Videoload.
Digitalmagazin: Die Serien der ABC-Studios sind sowohl in normaler
als auch in HDTV-Qualität verfügbar. Was kostet der neue Service?
Ortlepp: Die einzelnen Folgen bietet Videoload für 2,49 Euro an,
die jeweilige HD-Version ist über T-Home Entertain verfügbar und kostet 50
Cent mehr.
Digitalmagazin: Wie können Fans, die die neuen Staffeln der
Erfolgsserien kurz nach der Ausstrahlung in den USA sehen wollen, Ihr
Angebot nutzen?
Ortlepp: Das Angebot ist über den PC auf www.videoload.de
abrufbar, hier stehen die Titel nach einem kurzen Anmeldeprozess zur
Verfügung. Kunden des IPTV-Angebots der Deutschen Telekom T-Home Entertain
können die Folgen bequem über den Fernseher abrufen.
Digitalmagazin: Die Titel der neuen Rubrik können 24 Stunden
ausgeliehen, aber nicht gekauft werden. Warum?
Ortlepp: Wir sind sehr froh und stolz mit dem Angebot „Hot from
the US“ zum ersten Mal Top-US-Serien deutlich vor dem TV-Start in
Deutschland anbieten zu dürfen. Das ist ein echter Durchbruch und zeigt,
dass die klassischen Verwertungsfenster sich langsam auflösen. Beim Angebot
der Geschäftsmodelle sind wir aber natürlich von den Vorgaben der jeweiligen
Partner abhängig. Bislang war nur das Leihfenster Gegenstand der Diskussion,
wir sind aber zuversichtlich, in Zukunft solche Inhalte auch zum Kauf
anbieten zu können.
Digitalmagazin: Sie bewerten den Vertrag mit den ABC-Studios als
Meilenstein für den legalen Vertrieb von Filmen und Serien. Welche Gefahren
bergen illegale Downloads für die digitale Industrie?
Ortlepp: Die Gefahren von illegalem Konsum für die digitale
Industrie liegen auf der Hand. Wenn beispielsweise ein Fan einer US-Serien
die Möglichkeit hat, schon Monate vor der Ausstrahlung im deutschen TV die
Titel illegal zu bekommen, ist die Verlockung oft groß, vor allem wenn die
legale Alternative fehlt. Am Beispiel der Musikindustrie kann man sehr gut
nachverfolgen, wie sich illegale Downloads zurückentwickeln, wenn legale
und attraktive Alternativangebote geschaffen werden. Im Musikbereich gibt
es keine oder nur sehr kurze Verwertungsfenster, im Videobereich zieht sich
Verwertungskette oft über Jahre und ist für den Kunden nicht
nachvollziehbar. Insofern kann man das Angebot, das Videoload zusammen mit
ABC in Deutschland präsentiert, getrost als Meilenstein bezeichnen, da nun
erstmals den Fans von ausgewählten Serien die Inhalte dann angeboten
werden, wenn sie verfügbar sind und nicht erst Monate später.
Digitalmagazin: Herr Ortlepp, vielen Dank für das Gespräch.
www.videoload.de
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