Radio-Info
DRM+-Sender im UKW-Band stören bestehende Hörfunkversorgung nicht – Feldversuch der FH Kaiserslautern
15.12.2009
Die FH Kaiserslautern hatte im Jahr 2009 einen technischen Feldversuch
mit dem digitalen Hörfunksystem DRM+ im UKW-Band durchgeführt. Die
stationären und mobilen Messungen lieferten das Ergebnis, dass DRM+-Sender
in das UKW-Band eingeplant werden können, ohne die bestehende
UKW-Hörfunkversorgung zu stören, teilte die Landeszentrale für Medien und
Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) am 15. Dezember mit.. DRM+-Sender haben
außerdem bei gleicher Sendeleistung eine größere Reichweite und eine bessere
Versorgungssicherheit im mobilen und portablen Empfang als die bisherigen
FM-Rundfunksender. Dies sind die Kernaussagen des Abschlussberichtes, der
jetzt vorliegt.
DRM+ ist ein neues digitales Hörfunksystem auf Basis des DRM-Standards,
mit dem der UKW-Hörfunkbereich digitalisiert werden könnte. DRM+ bietet die
Möglichkeit, auf einer UKW-Frequenz bis zu vier digitale Hörfunkprogramme
und Zusatzanwendungen auch bei hohen Geschwindigkeiten in Fahrzeugen zu
empfangen.
In Kooperation mit der LMK und weiteren Projektbeteiligten hatte die
Fachhochschule Kaiserslautern seit 2005 theoretische Untersuchungen,
Labormessungen und insgesamt zwei Feldversuche mit DRM+ im UKW-Band (87,5 –
108 MHz) in Kaiserslautern durchgeführt. Hierbei wurden erfolgversprechende
Ansätze zur Einplanung von digitalen Sendern mit DRM+ im bestehenden
UKW-FM-Umfeld erarbeitet. Die Ergebnisse sind maßgeblich auch in den
Standardisierungsprozess von DRM+ bei ETSI eingeflossen.
Im ersten Feldversuch im Jahr 2008 wurde zunächst die potenzielle
Störwirkung von DRM+ auf die FM-Versorgung ermittelt und die weltweit erste
DRM+-Audioübertragung realisiert. Der zweite Feldversuch, der Anfang 2009
begann und vor kurzem abgeschlossen wurde, wies nach, dass DRM+ eine
wesentlich höhere Reichweite als FM-Sender bei gleicher Sendeleistung
besitzt und durch FM-Sender kaum gestört wird. Eine DRM+-Versorgung ist
daher gegenüber einem FM-Sender technisch weit überlegen.
Parallel zu den praktischen Erprobungen wurden in der LMK mit einer
rechnergestützten Frequenzanalyse-Software erste realisierbare
Frequenzumstellungen erfolgreich modellhaft berechnet und sogar die
Machbarkeit der Umstellung von FM-Sender einer landesweiten
UKW-Hörfunkkette in DRM+-Gleichwellennetze nachgewiesen. Weitere
Informationen zum Projekt und Download des Abschlussberichts des
DRM+-Feldversuchs 2009 im UKW-Band finden sich unter www.drm-radio-kl.eu.
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