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„Das Medium Teletext ist alt, aber gut“ – 30 Jahre ORF Teletext
Digitalmagazin im Gespräch mit Thomas Prantner, Direktor für Online und Neue Medien beim ORF
26.01.2010
Das Teletext-Angebot des Österreichischen Rundfunks (ORF) ist am 21.
Januar 30 Jahre alt geworden. Der Dienst, der in der Verantwortung der
ORF-Direktion für Online und Neue Medien liegt, ist aus der
Medienlandschaft Österreichs nicht mehr wegzudenken. Er versorgt nahezu
alle österreichischen Fernsehhaushalte rund um die Uhr mit mehr als 1.500
Seiten minutenaktueller Information und zusätzlichen Services. „Das Medium
Teletext ist alt, aber gut und wird auch via Internet stark genutzt“,
erläutert Thomas Prantner, ORF-Direktor für Online und Neue Medien, im
Interview mit Digitalmagazin die Bedeutung des heutigen Teletext-Angebots
des ORF.
Digitalmagazin: Herr Prantner, am 21. Januar 1980 ging der ORF
Teletext nach nur drei Wochen Probebetrieb auf Sendung. Damit gehörte der
ORF zu den Teletext-Pionieren in Europa. Welche Informationen wurden zum
damaligen Zeitpunkt angeboten?
Prantner: Ganz zu Beginn ist der ORF Teletext mit 64 Seiten
Programm gestartet – im Wesentlichen wurden Nachrichten, Wetter- und
Verkehrsinfos sowie Programminformationen präsentiert. Aber noch im selben
Jahr wurde beispielsweise mit der Untertitelung von Sendungen als Service
für gehörlose und hörbehinderte Menschen begonnen. Die Einführung des ORF
Teletextes 1980 war eine mediale Pionierleistung von Gerhard Weis, dem
späteren ORF-Generalintendanten. Er hat den ORF Teletext zu einer der
stärksten Marken des ORF aufgebaut.
Digitalmagazin: Beim Start des ORF Teletextes gab es lediglich rund
500 Teletext-fähige TV-Geräte. Wie hat sich der Dienst danach
entwickelt?
Prantner: Zehn Jahre nach dem Launch, also 1990, gab es bereits
in rund einem Fünftel aller österreichischen TV-Haushalte
Teletext-taugliche Fernsehgeräte. Im folgenden Jahrzehnt ging die
Entwicklung dann besonders schnell: Im Jahr 2000 konnten schon weit über
zwei Drittel der TV-Haushalte Teletext empfangen. Heute können wir mit 96
Prozent praktisch von einer Vollversorgung sprechen.
Digitalmagazin: Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt der ORF
Teletext heute?
Prantner: Kurz gesagt, geht es um aktuelle, umfassende
Information und Service für unser Publikum. Das heißt, dass der ORF
Teletext nicht nur rund um die Uhr aktuelle Nachrichten aus allen
relevanten Bereichen, einen umfassenden Sportteil, zahlreiche
Themen-Magazine wie „Multimedia“ oder „Kultur und Show“ und auch
detaillierte Programminformationen präsentiert. In Zusammenarbeit mit
bewährten Partnern bietet der ORF Teletext seit vielen Jahren darüber
hinaus umfangreiche Services an. Diese reichen von detaillierten
Wetterinformationen oder Börsen- und Marktdaten, über Ankunftszeiten und
Abflug- bzw. Abfahrtszeiten auf den österreichischen Flughäfen und
Bahnhöfen, bis hin zu Verkehrsinfos und Notruf-Telefonnummern. Inzwischen
sind außerdem bereits für 33 Prozent des ORF-TV-Programms Untertitel via
Teletext verfügbar.
Digitalmagazin: Derzeit können 96 Prozent der österreichischen
Haushalte das jetzt digitale Teletext-Angebot empfangen. Wie wird der
Dienst – in Zeiten des Internets – aktuell genutzt?
Prantner: Mit 1,9 Millionen Lesern pro Woche ist der ORF Teletext
auch in Zeiten der Fernseh-Digitalisierung und des Internet weiter sehr
erfolgreich. Und zum Stichwort Internet: die unter teletext.ORF.at
verfügbare „Web“-Ausgabe“ erzielt von Jahr zu Jahr mehr Abrufe – 2009 waren
es bereits 10,7 Millionen Pageimpressions pro Monat. Das Medium Teletext ist
alt, aber gut und wird auch via Internet stark genutzt.
Digitalmagazin: 2009 wurde der ORF Telextext erfolgreich einem
Relaunch unterzogen. Was steht 2010 auf Ihrer Agenda?
Prantner: Wir arbeiten natürlich laufend daran, unser Angebot im
Sinne des Publikums noch weiter zu optimieren, ein größerer Relaunch wie
der vom vergangenen Jahr ist aber in nächster Zeit nicht geplant. 2010 wird
es große Spezial-Schwerpunkte zu den Olympischen Spielen, zur Fußball-WM und
zu politischen Ereignissen, wie den zahlreichen Wahlen geben.
Digitalmagazin: Herr Prantner, vielen Dank für das Gespräch.
www.orf.at
http://teletext.orf.at
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