CE-Info
USB 3.0 zehn Mal schneller als Vorgängerversion – Erste CE-Endgeräte voraussichtlich zur IFA
Digitalmagazin im Gespräch mit Marcel Höhne, Hama Produktmanagement
05.02.2010
Mit der Version 3.0 stößt die Schnittstelle USB in neue
Geschwindigkeitsdimensionen vor. „Die Geschwindigkeit wird sich von 480
MBit/s auf 5 GBit/s erhöhen, womit der neue Standard rund zehn Mal so
schnell wie der alte sein wird“, sagt Hama-Produktmanager Marcel Höhne im
Digitalmagazin-Interview. Er rechnet damit, dass erste CE-Geräte mit USB
3.0-Anschluss im Herbst auf der IFA vorgestellt werden.
Digitalmagazin: Die Vielzweck-Schnittstelle USB hat in der neuesten
Version 3.0 umfangreiche Neuerungen erfahren. So soll insbesondere die
Datenübertragung deutlich schneller vonstatten gehen. Was können die Nutzer
in puncto Geschwindigkeit konkret von USB 3.0 erwarten?
Höhne: Die Geschwindigkeit wird sich von 480 MBit/s auf 5 GBit/s
erhöhen, womit der neue Standard rund zehn Mal so schnell wie der alte sein
wird.
Digitalmagazin: In der dritten Generation kann USB einerseits den
Geräten mehr Strom zur Verfügung stellen, aber anderseits soll die
angeschlossene Peripherie durch USB 3.0 auch das Stromsparen lernen. Können
Sie uns das genauer erklären?
Höhne: Für USB 3.0-Geräte gibt es ein ausgeklügeltes
Powermanagement. Hierzu wurden zusätzliche Befehle integriert, die es
ermöglichen, das Gerät in einen stromsparenden Modus zu versetzen. Steht
zum Beispiel keine Datenübertragung an, sendet das Gerät den entsprechenden
Befehl und wird nicht mehr angesprochen.
Statt wie bei USB 2.0, bei dem das sogenannte „Polling“ mit der
ständigen Übertragung von Statusmeldungen zum Einsatz kommt, entscheiden
die Geräte jetzt also selbst, in welchem Modus sie sich befinden. Es gibt
insgesamt vier Modi: U0 = aktive Verbindung; U1 = Sende- und
Empfangsschaltkreis wird abgeschaltet; U2 = Taktgeberschaltkreis wird
unterbrochen; U3 = Ruhezustand. Befinden sich alle angeschlossenen Geräte
im Ruhezustand, kann auch der Host in einen Ruhezustand gefahren
werden.
Digitalmagazin: Mit USB 3.0 sollen auch neue Stecker eingeführt
werden. Müssen die Konsumenten nun ihre USB 2.0-Geräte ersetzen?
Höhne: Nein, alle USB 2.0-Endgeräte wie Speichersticks, externe
Festplatten, DVB-T-Sticks usw., die in der Regel mit einem USB-A-Stecker
ausgestattet sind, können an USB-3.0-Controller mit USB-A-Buchse
angeschlossen werden. Die neue Schnittstelle ist also zu den alten
USB-Standards abwärtskompatibel. Es ist allerdings nicht möglich, einen USB
3.0-B-Stecker an eine USB 2.0-B-Buchse anzuschließen.
Digitalmagazin: Wodurch kann man USB 2.0-Geräte und -Kabel von
denjenigen unterscheiden, die bereits USB 3.0 unterstützen?
Höhne: Unterscheiden kann man Geräte und Kabel anhand der
Stecker. Diese sind durch die zusätzlichen Datenleitungen etwas anders
aufgebaut und haben mehr Kontakte. Das eindeutigste Merkmal ist jedoch das
blau gefärbte Innere der Stecker.
Digitalmagazin: Nach unseren Recherchen sind USB 3.0-Kabel teurer als
USB 2.0-Varianten. Wie wird die Preissteigerung begründet?
Höhne: Der wesentliche Grund dafür ist sicher, dass sich die
Anzahl der Adern im Kabel von vier auf acht verdoppelt hat. Auch die neuen
USB 3.0-Stecker benötigen mehr Kontakte und sind derzeit sicherlich auch
aufgrund der geringeren Stückzahlen teurer.
Digitalmagazin: Einige USB 3.0-unterstützende Geräte sind bereits auf
IT-Markt erhältlich. Wann wird Superspeed-USB auch bei CE-Geräten Einzug
halten?
Höhne: Im ersten Step wird sich die neue Schnittstelle auf dem
IT-Markt durchsetzen. Da jedoch die Grenzen zur Consumer Electronics
fließend sind, gehen wir davon aus, dass Endgeräte aus diesem Bereich auf
der diesjährigen IFA in Berlin präsentiert werden.
Digitalmagazin: Herr Höhne, vielen Dank für das Gespräch.
www.hama.de
Hinweis: Lesen Sie mehr zu USB 3.0 in der Februar-Ausgabe von
INFOSAT. Das Heft 2/2010 ist seit 29. Januar im Handel erhältlich.
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