Digital-TV
DVB-T2-Modellversuch in Niedersachsen – „Terrestrik muss für Verbraucher attraktiv bleiben“
Digitalmagazin im Gespräch mit Andreas Fischer, Stellvertretender Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM)
04.03.2010
Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hat in Zusammenarbeit
mit Fernsehsendern und weiteren Projektpartnern einen Modellversuch für die
Erprobung von DVB-T2 gestartet. In dem Testlauf sollen zum einen die neuen
Möglichkeiten ermittelt werden, die der DVB-T-Nachfolgestandard bietet. Zum
anderen soll ein Szenario für eine verbraucherfreundliche Einführung der
neuen Technologie entwickelt werden. Die Terrestrik müsse „für Verbraucher
attraktiv bleiben“, betonte Andreas Fischer, Stellvertretender Direktor der
NLM, im Digitalmagazin-Interview. „Dies kann nur gelingen, wenn die
Terrestrik am technischen Fortschritt teilhaben wird.“
Digitalmagazin: Vor gut 15 Monaten wurde in Deutschland der Umstieg
auf das digitale Antennenfernsehen endgültig abgeschlossen. Seitdem können
mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Fernsehprogramme in besserer Bild- und
Tonqualität empfangen. Vor welchen Herausforderungen steht die digitale
Terrestrik momentan und warum?
Fischer: Der terrestrische Fernsehempfang hat durch DVB-T ein
starkes Comeback geschafft. Diesen Erfolg wollen die Projektpartner auch
für die Zukunft absichern. Dazu muss die Terrestrik für Verbraucher
attraktiv bleiben. Dies kann nur gelingen, wenn die Terrestrik am
technischen Fortschritt teilhaben wird.
Digitalmagazin: In Niedersachsen ist ein Modellversuch gestartet, der
den Verbreitungsweg DVB-T (Digital Video Broadcassting – Terrestrial)
weiterentwickeln soll. Wer ist an dem Projekt beteiligt?
Fischer: Der Modellversuch wird von folgenden Projektpartnern
durchgeführt: NLM, NDR, ZDF, Mediengruppe RTL Deutschland, Pro Sieben Sat 1
Media, Technische Universität Braunschweig und Media Broadcast.
Digitalmagazin: Ziel des Modellversuchs ist die Optimierung von
DVB-T. Wie ist der Modellversuch aufgebaut?
Fischer: Nach der Installation der Testsender an den
niedersächsischen Standorten Lüneburg und Rosengarten wurde in diesen Tagen
mit der Erprobung der unterschiedlichen Nutzungsvarianten von DVB-T2, der
zweiten Generation des terrestrischen Digitalfernsehens, begonnen. In dem
Versuch sollen nun durch Tests, Messungen sowie Vergleiche zu DVB-T die für
die deutschen Bedürfnisse bestmöglichen Parameter eines Nachfolgesystems
ermittelt werden.
Digitalmagazin:Im Rahmen des Modellversuchs werden
unterschiedliche Nutzungsvarianten des DVB-T Nachfolgestandards DVB-T2
erprobt. Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich durch den Einsatz von
DVB-T2?
Fischer: DVB-T2 bietet zum einen die Möglichkeit, den neuen
Fernsehstandard HDTV, also hochauflösendes Fernsehen, zu übertragen. Zum
anderen lässt sich DVB-T2 dafür nutzen, die Zahl der Programme zu erhöhen
und/oder die Qualität der heutigen Programmversorgung zu verbessern.
Digitalmagazin: Eine Einführung von DVB-T2 soll verbraucherfreundlich
erfolgen. Wie könnte ein entsprechendes Einführungsszenario
aussehen?
Fischer: Ein solches Einführungsszenario soll im Projekt
erarbeitet werden. Zuvor brauchen wir aber valide technische
Untersuchungsergebnisse. Erst auf dieser Basis lässt sich eine mögliche
DVB-T2-Einführung in Deutschland seriös planen, mit dem Ziel, diese
verbraucherfreundlich umzusetzen.
Digitalmagazin: Herr Fischer, vielen Dank für das Gespräch.
www.nlm.de
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