Info-Digital
DLM-Symposium diskutiert die Rolle des Privat-TV im digitalen Zeitalter
08.03.2010
Von „Drohszenarien“ spricht der VPRT. Dabei haben die
Landesmedienanstalten in ihrem Positionspapier „Nachrichten im
privaten Rundfunk“ nach Ansicht des DLM-Vorsitzenden Thomas
Langheinrich eine „Selbstverständlichkeit“ eingefordert:
„Auch der private Rundfunk hat eine öffentliche Aufgabe, er hat
seinen Beitrag zu leisten zur Selbstverständigung der
Gesellschaft.“ Doch der Umfang der Nachrichten bei den privaten
Sendern hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert, und dass
der Vorstandsvorsitzende der Pro Sieben Sat 1 Media AG, Thomas Ebeling,
Sinn und Finanzierbarkeit von Informationsangeboten in Frage gestellt hat,
hat die Regulierer auf den Plan gerufen. Das DLM-Symposium am 10. März
in Berlin wird beiden Seiten eine Plattform zur Diskussion bieten, der sich
auch Senderchef Ebeling stellt.
Dass Rechte und Pflichten der privaten Sender angesichts von Krise und
Internet-Konkurrenz neu verteilt werden müssten, wird Tobias Schmid,
Bereichsleiter Medienpolitik bei RTL und Vizepräsident des VPRT,
verdeutlichen. Können Lockerungen bei der Werberegulierung,
Auffindbarkeit im digitalen Mediendschungel oder finanzielle Anreize den
Sendern helfen, ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabe nachzukommen?
Darüber diskutieren mit Schmid u. a. für die Medienpolitik
Matthias Knothe, Staatskanzlei Schleswig-Holstein, für die Regulierer
Hans Hege, MABB, und Annette Kümmel von Pro Sieben Sat 1. Ob
Deutschland angesichts von Digitalisierung und Konvergenz eine neue
Medienordnung braucht, dieser Frage stellen sich Hans-Joachim Otto,
Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, und
der Chef der Mainzer Staatskanzlei, Martin Stadelmaier für die
Rundfunkkommission der Länder.
Kann das Internet Öffentlichkeit herstellen, im Sinne einer
gesellschaftlichen Einigungsfunktion, wie sie einst das Fernsehen vor
seiner Kanalvervielfältigung hatte? Der Internetexperte Viktor
Mayer-Schönberger wird in seinem Eröffnungsvortrag diese Frage
wohl verneinen, er spricht lieber von „Öffentlichkeiten“.
Und die werden künftig nicht mehr unbedingt von den
„üblichen Verdächtigen“ aus Print, Funk und TV
hergestellt, sondern von neuen
„Informations-Intermediären“, so die Ansicht des
österreichischen Wissenschaftlers, der derzeit an der Universität
in Singapur lehrt. Das erfordere gänzlich neue
Regulierungsansätze, wollen die dafür zuständigen
Institutionen nicht zu Relikten der analogen Welt werden. Wie
unterschiedlich die Nutzungsgewohnheiten „in Digitalien“
bereits sind, kann man im Dialog zweier Vertreter der „digital
natives“ und der „digital immigrants“ erfahren.
Dass man auch neue Inhalte braucht, wenn man sich in der konvergenten
Welt zwischen Fernsehen und Internet bewegt, darüber reden Vertreter
neuer und alter Sender und Produktionsfirmen. Die Medienökonomin Lucy
Küng aus der Schweiz sieht einen Freiraum für Kreativität
als Voraussetzung dafür, dass neue Ideen für das alte Medium
Fernsehen entstehen können.
Zum DLM-Symposium „www.fern-sehen.com – Die Aufgaben des
Rundfunks im Wandel der Öffentlichkeit“ werden am 10. März
rund 250 Vertreter aus Politik und Medien, von Banken und Beratungsfirmen,
aus Verbänden und Wissenschaft in der Landesvertretung
Baden-Württemberg in Berlin erwartet.
www.dlm-symposium.de
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