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Kabel

Weitere HDTV-Sender bei Kabel BW noch für 2010 in Planung – Abrufplattform startet im dritten Quartal

Digitalmagazin im Gespräch mit Harald Rösch, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Kabel BW

09.03.2010

19 hochauflösende Fernsehsender hat Kabel BW aktuell im Netz, in diesem Jahr sollen weitere HDTV-Kanäle hinzukommen, betont Kabel BW-Chef Harald Rösch. Er geht davon aus, dass es sowohl mit RTL und Pro Sieben Sat 1 als auch mit Arte zu einer schnellen Einigung über eine HDTV-Verbreitung kommt. Gleichzeitig laufen in Heidelberg die Vorbereitungen für eine neue Abruf-Plattform (Video on Demand, VoD) auf Hochtouren: Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen und Verträge mit „praktisch allen Hollywood-Studios“ abgeschlossen. Der Start der Plattform ist für das dritte Quartal vorgesehen, kündigt Rösch im exklusiven Digitalmagazin-Interview an.

Digitalmagazin: Herr Rösch, Kabel BW will künftig den Fokus wieder stärker auf Fernsehen setzen. Haben Sie denn das TV-Kerngeschäft vernachlässigt?

Rösch: Ganz im Gegenteil. Kabel BW steht für eine große Programmvielfalt – im analogen und digitalen Bereich. Und auch in Sachen HDTV brauchen wir uns mit 19 HDTV-Sendern vor dem Satelliten nicht zu verstecken. Wir möchten aber uns zukünftig noch mehr als bisher als DER Entertainment-Anbieter in Baden-Württemberg positionieren. Schließlich hat kein anderer Anbieter in unserem Bundesland mehr Triple-Play-Kunden als Kabel BW. Und die Konvergenz der drei Dienste Internet, Telefon und gerade auch (hochauflösendes) Fernsehen machen uns stark. Auch im Fernsehbereich sehen wir mit unserem leistungsstarken Netz mit einer Kapazität von 5000 MBit/s Innovationen mit großem Interesse entgegen. Neben HDTV werden wir in diesem Jahr ein Video on Demand-Angebot starten und auch neue Technologien wie beispielsweise das 3D-Fernsehen sind für uns interessant und wir verfolgen die Entwicklung intensiv.

Digitalmagazin: Ganz oben auf Ihrer Agenda steht das hochauflösende Fernsehen, aktuell haben Sie insgesamt 19 HD-Kanäle im Netz. Wie viele hochauflösende Programme werden es zum Jahresende sein?

Rösch: Das hängt natürlich nicht alleine von Kabel BW ab. Wenn Sie sich vorstellen, dass wir Ende 2008 sieben HDTV-Sender anbieten konnten, jetzt aber bereits 19 hochauflösende Sender in unser Netz einspeisen, dann erkennen Sie leicht, welche Innovationskraft im Kabel liegt. Sicher wird es 2010 weitere HDTV-Sender bei Kabel BW geben: So sprechen wir auch mit den großen Privatsendern über eine Einspeisung. Und auch im Pay-TV-Bereich wollen wir unser erfolgreich gestartetes HDTV-Paket „Clever HD“ weiter ausbauen. Unser Netz ist bereit für noch mehr HDTV.

Digitalmagazin: Mit Arte, aber auch mit den großen Privatsendern RTL und Pro Sieben Sat 1 steht eine Einigung über eine HD-Verbreitung noch aus. Wann rechnen Sie mit einer Einigung, was ist noch zu klären?

Rösch: In allen drei Fällen – bei Arte, bei der RTL-Gruppe und bei Pro Sieben Sat 1 – ist es noch zu keiner vertraglichen Einigung gekommen, die Voraussetzung für eine Verbreitung in unserem Netz ist. Wir befinden uns jedoch in Gesprächen und gehen davon aus, dass das gemeinsame Interesse die Kabelzuschauer in Baden-Württemberg – und damit mehr als die Hälfte der TV-Zuschauer – schnell mit HD erreichen zu wollen, zu einer schnellen Einigung führt.

Digitalmagazin: Anfang Dezember hatte Kabel BW mit „Clever HD“ ein eigenes HDTV-Paket gestartet. Wie viele Kunden haben Sie hierfür bislang gewinnen können, wie wollen Sie das Angebot weiterentwickeln?

Rösch: Das Angebot ist hervorragend gestartet. Bereits nach wenigen Monaten konnten wir einige Tausend Kunden für unser „Clever HD“-Paket gewinnen. Wir sehen das als Bestätigung für unsere HDTV-Strategie. So bieten wir seit Ende vergangenen Jahres unseren Kunden ausschließlich HD-Receiver an – HDTV ist also mittlerweile Standard für Kabel BW-Kunden. Und gerade durch Olympia haben wir eine besonders hohe Nachfrage nach unserer HDTV-Hardware gespürt. Auch unser HD-Rekorder, sprich ein HD-Receiver mit eingebauter Aufnahmefunktion, kommt bei unseren Kunden hervorragend an. Und für diese Receiver ist „Clever HD“ natürlich genau das Richtige.

Digitalmagazin: Wie viele Kabel BW-Kunden verfügen bereits über einen HDTV-Receiver, wie hoch ist der Anteil digitalisierter Haushalte insgesamt?

Rösch: Bei Kabel BW gibt es keine Grundverschlüsselung, daher haben wir auch keine exakten eigenen Zahlen über Kunden, die digitales TV oder HDTV nutzen. Aus Umfragen der Landesmedienanstalt wissen wir, dass im letzten Jahr die Zahl der Kabelhaushalte, die digitales Kabelfernsehen in Baden-Württemberg nutzen, auf rund 36 Prozent gestiegen ist, ein Spitzenwert im deutschen Kabel. Und dieser Anteil steigt schnell weiter. Grundsätzlich kann jeder Kabelhaushalt in Baden-Württemberg digitales Fernsehen, auch als HDTV, empfangen. Denn die Vorteile liegen natürlich auf der Hand: Neben dem „herkömmlichen“ digitalen Fernsehen ist HDTV sicher ein Wachstumstreiber in diesem Bereich. Und interaktive Dienste, wie beispielsweise Video on Demand sind natürlich ausschließlich per digitaler Übertragung zu empfangen.

Digitalmagazin: 2010 wird Kabel BW zudem eine Abrufplattform („Video on Demand“, VoD) starten, und zwar zunächst mit Hollywood-Blockbustern. Wie sieht Ihre konkrete VoD-Roadmap aus?

Rösch: Die technischen Vorbereitungen im „Hintergrund“, sprich in unserer technischen Infrastruktur – beispielsweise in unseren Netzzentren – sind praktisch abgeschlossen. Auch bei den Kunden kommt mit unseren interaktiven Receivern bereits Technik zum Einsatz, die für unsere Abrufdienste vorbereitet sind. Verträge mit Inhalteanbietern, die uns beispielsweise aktuelle Filme praktisch aller Hollywood-Studios sichern, haben wir ebenfalls abgeschlossen. Jetzt wird alles in unsere IT-Systeme integriert und die Software für Receiver und Zentralinfrastruktur entwickelt. Im 3. Quartal werden unsere Kunden dann die Abrufdienste nutzen können.

Digitalmagazin: Inwiefern verhandeln Sie auch mit den großen deutschen Sendern über eine Content-Kooperation?

Rösch: Die Integration der Sender-Mediatheken in unser On-Demand-Angebot ist natürlich – auch für die Sender – eine attraktive Möglichkeit, Zuschauer auf dem „natürlichen“ Endgerät TV zu erreichen. Unsere Kunden bräuchten dann für diese Anwendungen keinen Computer und würden von der vollen TV-Qualität, auch Full HD, im Kabel profitieren. Die diesbezüglichen Gespräche mit den Sendern laufen bereits.

Digitalmagazin: Welche technischen Voraussetzungen müssen beim Zuschauer erfüllt sein, damit er auf das VoD-Angebot zugreifen kann?

Rösch: Neben dem Kabelanschluss, über den der Dienst in bewährter Qualität realisiert wird, ist für den Rückkanal ein Internet-Anschluss und ein interaktiver Receiver notwendig. Jeder Receiver, den wir aktuell unseren Kunden anbieten, ist für die interaktiven Dienste vorbereitet, bereits seit fast zwei Jahren liefern wir interaktive Geräte aus. So wird das Angebot ab dem 3. Quartal direkt über die Fernbedienung gestartet werden können.

Digitalmagazin: Aktuell nutzen 40.000 Kunden Anschlüsse mit 100 Megabit pro Sekunde, bis April/Mai soll jeder Kabel BW-Haushalt an das schnelle Netz angeschlossen werden. Welches Kundenpotenzial erwarten Sie bis Jahresende?

Rösch: Wir beobachten bei unseren Kunden einen klaren Trend zu mehr Bandbreite. Mit dem weiteren Ausbauschritt und der Umrüstung auf den neuen Übertragungsstandard DOCSIS 3.0 konnten wir bis Ende 2009 bereits fünf Millionen Menschen in Baden-Württemberg Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s anbieten. Und der Ausbau geht in den nächsten Monaten weiter, im Mai wird unser gesamtes Netz aufgerüstet sein. Dann erreichen wir 7,7 Millionen Baden-Württemberger mit „CleverKabel 100“ und erreichen so praktisch im Alleingang das Breitbandziel der Bundesregierung. Und das mit doppelter Übertragungsgeschwindigkeit und drei Jahre früher als gefordert.

Digitalmagazin: Angekündigt ist zudem ein „Quadruple Play“, also auch ein mobiles Internetangebot für Kabel BW-Kunden. Wie wird dies konkret aussehen?

Rösch: In den kommenden Monaten werden wir unser Produktportolio mit mobilen Produkten abrunden. Starten werden wir dabei mit einem schnellen mobilen Internet-Angebot. Außerdem wird es mobiles Telefonieren als Tarif-Option geben. Dadurch bietet Kabel BW sämtliche Entertainment- und Telekommunikationsangebote bequem aus einer Hand.

Digitalmagazin: Herr Rösch, vielen Dank für das Gespräch.

www.kabelbw.de

Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst „Digitalmagazin“.

Alle Informationen zu Abonnements und Preisen finden Sie unter www.digitalmagazin.info. 

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