Radio-Info
Media-Analyse 2010: Öffentlich-Rechtliche haben die Nase vorn
10.03.2010
Die Hörgewohnheiten der Ausländer in Deutschland haben die
Machtverhältnisse auf dem Radiomarkt etwas verschoben. Die am 10.
März in Frankfurt veröffentlichte Media-Analyse weist 3,2
Millionen neue Hörer aus, da erstmals auch alle deutschsprechenden
Ausländer befragt wurden. Stärker als die
Öffentlich-Rechtlichen profitierten davon die Privatsender: Sie
steigerten ihre tägliche Reichweite im Vergleich zur vorangegangenen
Erhebung von Juli 2009 um einen Prozentpunkt auf 43,9 Prozent (32,3
Millionen). Die rund 50 ARD-Sender haben aber weiterhin mit rund 38,1
Millionen Hörern (51,7 Prozent Reichweite) die Nase klar vorne.
Bundesweit wurden insgesamt 66.000 Menschen von mehreren Instituten
befragt. Bisher waren in der Untersuchung, die zweimal im Jahr
veröffentlicht wird, nur die Deutschen und die EU-Ausländer (im
Alter ab zehn Jahren) berücksichtigt worden.
Meistgehörter Sender in Deutschland bleibt der private Verbund
Radio NRW mit 1,487 Millionen Hörern (Bruttoreichweite: 1,544
Millionen) in der Stunde zwischen Montag und Samstag. Die private Antenne
Bayern folgt an zweiter Stelle mit 1,211 Millionen. Das
öffentlich-rechtliche Bayern 1 rangiert mit 1,145 Millionen auf Platz
drei. Dann kommt die private Radio-Kombi Baden-Württemberg mit 1,088
Millionen Hörern vor der öffentlich-rechtlichen Popwelle SWR 3
mit 1,074 Millionen stündlich.
Das bundesweite werbefreie Informationsprogramm des Deutschlandfunks
kommt pro Wochentag auf 1,54 Millionen Hörer, Deutschlandradio Kultur
auf 421.000 Menschen. Das private Klassik Radio erreicht bundesweit 930.000
Menschen, beim RTL Radio sind es 872.000.
Insgesamt gelten nun in Deutschland 68,577 Millionen Menschen im
weitesten Sinn als Radiohörer, das sind rund 3,2 Millionen mehr als
2009. Täglich schalten 57,871 Millionen das Gerät ein. Das sind
2,9 Millionen mehr als im Vorjahr. Die tägliche Hördauer liegt
bei 192 Minuten.
Für die Branche ist die Media-Analyse wichtig, da sich daran die
Preise für die Werbespots orientieren. Zugleich geben die Zahlen auch
den werbefreien Hörfunkwellen Hinweise, wie ihr Programm ankommt. In
der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse sind etwa 260 Unternehmen aus Werbe-
und Medienwirtschaft zusammengeschlossen.
www.agma-mmc.de
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