Programm
Verkehrte Welt bei Grimme: Private punkten bei Information
10.03.2010
Verkehrte Welt bei den begehrten Grimme-Fernsehpreisen: Während die
öffentlich-rechtlichen Sender 2010 sämtliche Preise für
Unterhaltung und Fiktion einheimsten, konnten die Privatsender erstmals
ausgerechnet in der öffentlich-rechtlichen Domäne
„Information und Kultur“ zwei der fünf Preise davontragen.
Das gab das Adolf-Grimme-Institut am 10. März in Düsseldorf
bekannt. Insgesamt gingen zehn von zwölf Grimme-Preisen in den drei
Haupt-Kategorien an die Öffentlich-Rechtlichen.
Im Bereich Fiktion dominierte das ZDF mit vier von fünf Preisen:
Die beiden Krimis „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“
sowie „Mörder auf Amrum“ wurden ebenso ausgezeichnet wie
das Drama „Ein halbes Leben“ und der Dreiteiler „Die
Wölfe“ zur deutsch-deutschen Geschichte. Die ARD holte in dieser
Kategorie einen Grimme-Preis mit dem Wirtschaftsdrama „Frau Böhm
sagt nein“ (WDR-Produktion) mit Senta Berger in der Hauptrolle. In
der Sparte Unterhaltung siegten die Late-Night-Show „Inas
Nacht“ mit Ina Müller (ARD/NDR) sowie die satirische
„heute-Show“ mit Oliver Welke (ZDF).
In der Kategorie Information und Kultur gewannen das Deutsche
Sportfernsehen DSF mit „Tabubruch – Der neue Weg von
Homosexualität im Fußball“ sowie Pro Sieben mit
„Galileo Spezial – Karawane der Hoffnung“, einer
Reportage über den Kampf von Menschenrechtsaktivist Rüdiger
Nehberg gegen die Frauenbeschneidung in Afrika. Weitere Preisträger
sind die Reportagen „Eisenfresser“ (BR/Arte/RBB) und
„Tiananmen“ (ARD/WDR/Arte/NDR) sowie der ZDF-Film
„Henners Traum“.
Den Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen erhielt der WDR
für „Willi wills wissen – Wie macht der Künstler
Kunst?“. Der Publikumspreis geht an Arte für die
„Geo“-Reportage „Die Bambusbahn von Kambodscha“.
Mit dem Eberhard-Fechner-Förderstipendium wurde „Der innere
Krieg“ des ZDF ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung für sein
Lebenswerk erhielt der Filmemacher und Produzent Alexander Kluge.
Der Adolf-Grimme-Preis wird seit 1964 jährlich an qualitativ
herausragende Fernsehproduktionen verliehen. Die Preis-Verleihung ist am
26. März in Marl geplant, dem Sitz des Adolf-Grimme-Instituts.
www.grimme-institut.de
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