Medien
Pro Sieben Sat 1-Chef Ebeling: Nachrichten für Sendergruppe ein Zuschussgeschäft
10.03.2010
Viel Getöse um eine Selbstverständlichkeit entdeckte Thomas
Langheinrich in der Berichterstattung im Vorfeld des DLM-Symposiums.
„Wir haben offensichtlich mit unserem Positionspapier
‚Nachrichten im privaten Rundfunk’ ins Schwarze
getroffen“, freute sich der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der
Landesmedienanstalten (DLM) bei seiner Auftaktrede zum diesjährigen
Symposium „www.fern-sehen.com - Die Aufgaben des Rundfunks im Wandel
der Öffentlichkeit“ am 10. März.
„Der zeitliche Umfang von Nachrichten im privaten Fernsehen hat
abgenommen“, erläuterte der DLM-Vorsitzende.
Informationsprogramme dürften seiner Ansicht nach nicht nur
lästiger Kostenfaktor sein. „Der Informationsanteil in unseren
Programmen ist in den letzten zehn Jahren nicht gesunken“, betonte
Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der Pro Sieben Sat 1 Media AG.
Allerdings seien Nachrichten für seine Sendergruppe ein
Zuschussgeschäft. „Die Frage ist nur, wie viel Verlust mutet man
uns zu.“ Über die Art der Informationssendungen ließe sich
streiten, räumte Ebeling ein. „Ich finde die Diktatur der
intellektuellen Elite bei der Qualitätsdebatte aber
unerträglich“, konstatierte Ebeling. Für ihn sei gutes
Privatfernsehen eines, das eine gute Quote und ein gutes Feedback von den
Zuschauern habe. „Auch wenn ich mehr Geld hätte, würde ich
es nicht für mehr Nachrichten ausgeben.“
Langheinrich erinnerte daran, dass der private Rundfunk im dualen System
Deutschlands eine öffentliche Aufgabe habe. Er setze – genau wie
im Jugendmedienschutz – auf die Selbstregulierung der Sender. Von
dieser Selbstverpflichtung hält Thomas Ebeling dagegen gar nichts.
„Wir haben bewiesen, dass wir unserer gesellschaftlichen
Verantwortung nachkommen“. Ein Eingriff in die Programmautonomie sei
ein großer Schritt, den sich alle gut überlegen sollten.
Die Landesmedienanstalten wollen die kommerziellen Programme durch
Anreize anspornen, Nachrichten als relevanten Bestandteil ihrer
Vollprogramme zu erhalten. Der DLM-Vorsitzende Langheinrich erinnerte
daran, dass es schon früher an bestimmte Bedingungen geknüpfte
Regeln für die Vergabe terrestrischer Frequenzen oder Kabelplätze
gegeben habe. „Public Value“ werde sich lohnen, versprach
Langheinrich. „Wir wollen, dass die Sender wieder mehr Qualität
wagen.“
www.dlm-symposium.de
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