Medien
Trotz Werbekrise: RTL-Gruppe hält Gewinn
11.03.2010
Mit Sparprogramm durch die Krise: Europas größter Unterhaltungskonzern
RTL hat seinen Gewinn 2009 trotz massiv gesunkener Werbeeinnahmen auf
Vorjahresniveau gehalten. Deutliche Kostensenkungen und ein starkes
Vorweihnachtsgeschäft haben die Rückschläge vom ersten Halbjahr
aufgefangen, wie die RTL Group am 11. März mitteilte.
Im Gesamtjahr 2009 stieg das Ergebnis hauchdünn um 0,7 Prozent auf 298
Millionen Euro. Die Erlöse sanken unterdessen um 6,3 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr auf 5,4 Milliarden Euro. „Im Jahr 2009 musste die RTL Group in
einem ausgesprochen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld agieren“, sagte
Geschäftsführer Gerhard Zeiler. „Insbesondere im ersten Halbjahr, als die
TV-Werbemärkte um zweistellige Prozentwerte schrumpften.“ Der Gewinn vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) ging um 17,6 Prozent auf 755
Millionen Euro zurück.
Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende auf Vorjahresniveau vor. Das
hieße, dass in die Kassen des Hauptanteilseigners Bertelsmann knapp 490
Millionen Euro fließen. Die RTL-Gruppe gilt als wichtigster Gewinnbringer
des Bertelsmann-Konzerns.
Zeiler hatte seiner Gruppe in der Werbekrise ein Kostensenkungsprogramm
verordnet. Die Ausgaben gingen daraufhin um mehr als 370 Millionen Euro
zurück, wie er vorrechnete. Die deutschen Sender, zu denen neben RTL auch
Vox, Super RTL, RTL 2 und N-TV gehören, boten den Zuschauern vormittags und
nachts ein wenig häufiger Wiederholungen. Den britischen Verlustbringer Five
traf es härter: Er musste sich von einem Viertel der Belegschaft
trennen.
Freude machten Zeiler die Einschaltquoten: In Deutschland stieg der
Zuschauer-Marktanteil um 1,5 Prozentpunkte auf 34,4 Prozent. Ähnlich sehe
es in fast allen anderen Märkten aus. Erfolgsformate wie „Idol“
(„Deutschland sucht den Superstar“), „Raus aus den Schulden“, „Einsatz in
vier Wänden“, „Das perfekte Dinner“ und „Bauer sucht Frau“ locken auch in
Frankreich, Griechenland oder Ungarn die Zuschauer in Scharen vor die
Fernsehgeräte.
Dennoch gab der RTL-Konzernchef nur eine vorsichtige Prognose für das
laufende Jahr ab: „Auch wenn sich die Umsatzrückgänge seit Herbst 2009
deutlich abgeschwächt haben, können wir nicht erwarten, dass sich die
TV-Werbeumsätze schnell auf frühere Niveaus erholen.“ Größere Akquisitionen
plant die RTL Group nach Zeilers Worten vorerst nicht. Die Gruppe mit
Hauptsitz in Luxemburg besitzt 45 Fernseh- und 31 Radiostationen in elf
Ländern Europas. Die RTL Group ist zu 90,5 Prozent im Besitz des
Gütersloher Bertelsmann-Konzerns.
www.rtlgroup.com
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