Digital-TV
Schnellstmöglicher Umstieg auf ausschließlich digitale TV-Verbreitung notwendig
12.03.2010
Die Digitalisierung ist in den deutschen Fernsehhaushalten weiter auf dem
Vormarsch. Ende vergangenen Jahres verfügten nach ZDF-Zahlen 41 Prozent der
deutschen Fernsehhaushalte über eine digitale Empfangsmöglichkeit.
Gegenüber dem Vorjahr entspreche dies einer Zunahme um sieben Punkte,
teilte ZDF-Intendant Markus Schächter am 12. März dem ZDF-Fernsehrat in
München mit. Das Programmjahr 2010 mit seinen Sport-Großereignissen nehme
eine Schlüsselstellung bei der Frage ein, ob es gelinge, der
Digitalisierung der Fernsehhaushalte eine zusätzliche Dynamik zu geben. Bis
zur Abschaltung der analogen Satellitenverbreitung im Frühjahr 2012 hätten
die Marktbeteiligten noch einige Hausaufgaben zu erledigen, sagte
Schächter: „Wenn wir nicht auf Jahre hinaus abgehängt werden wollen,
brauchen wir den schnellstmöglichen Umstieg auf die ausschließlich digitale
Fernsehverbreitung. Sie ist die technische, ökonomische und damit nicht
zuletzt programmliche Grundlage aller weitergehenden Überlegungen für das
Fernsehen der Zukunft“.
Im Vergleich der europäischen Nachbarländer kommt die Digitalisierung
der deutschen Fernsehhaushalte allerdings nach wie vor noch
unterdurchschnittlich voran. Am weitesten fortgeschritten in Europa ist die
Digitalisierung in Großbritannien: Dort empfangen 88 Prozent der Haushalte
die Fernsehprogramme auf digitalem Weg. Der gestiegene Anteil von
Digitalhaushalten ist nicht zwangsläufig verbunden mit einer Vergrößerung
des Angebots. Die Anzahl der in einem durchschnittlichen Fernsehhaushalt
empfangbaren Fernsehprogramme ist im vergangenen Jahr nur unwesentlich von
72 auf 73 Programme angewachsen. Ohnehin sei festzuhalten: Mehr Zuschauer
hätten zwar mehr Programme zur Verfügung, sie nutzen die zusätzlichen
Senderangebote aber nur in sehr geringem Maße.
Die tägliche Fernsehdauer der Zuschauer ist seit vielen Jahren auf hohem
Niveau stabil. Im Jahr 2009 stieg die Sehdauer gegenüber dem Vorjahr von 207
auf 212 Minuten. Damit erreicht sie den Rekordwert des Fußball-WM- und
Olympia-Jahres 2006. Allerdings ist bei der Betrachtung der Zahlen zu
berücksichtigen, dass seit dem vergangenen Jahr die zeitversetzte
Fernsehnutzung und die Nutzung von Gästen erstmals mitgerechnet werden.
Diese zusätzliche Fernsehnutzung macht zwei Minuten pro Tag aus. Um diesen
Effekt und statistische Rundungen bereinigt beträgt die „Nettozunahme“ der
Fernsehdauer zwei Minuten.
www.zdf.de
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