CE-Info
„Heimvernetzung wird noch größere Dynamik in CE-Märkten auslösen als Digitalisierung“
Digitalmagazin im Gespräch mit Michael Schidlack, Bereichsleiter Consumer Electronics & Digital Home beim Hightech-Verband BITKOM
16.03.2010
Das vernetzte Heim gehört zu den Top-Themen der
Consumer-Electronics-Branche in diesem Jahr. Geräte wie Fernseher,
Set-Top-Boxen oder Blu-ray-Player kommen immer öfter mit einer
Netzwerkschnittstelle auf den Markt und können untereinander sowie mit dem
Internet verbunden werden. Für die Branche birgt dieser Markt ein großes
Potenzial, wie Michael Schidlack, Bereichsleiter Consumer Electronics &
Digital Home beim Hightech-Verband BITKOM, gegenüber Digitalmagazin
erläutert. „Die Heimvernetzung wird eine noch größere Dynamik in den
Consumer-Electronics-Märkten auslösen als die Digitalisierung“, sagt
Schidlack im Interview.
Digitalmagazin: Herr Schidlack, immer mehr CE-Hersteller bringen
Geräte auf den Markt, die mit einer Netzwerk-Schnittstelle ausgerüstet
sind. Ist die Heimvernetzung das Trendthema 2010?
Schidlack: Ganz eindeutig. Die Heimvernetzung wird eine noch
größere Dynamik in den Consumer-Electronics-Märkten auslösen als die
Digitalisierung. Die war das Trendthema der vergangenen Jahre und stand für
Miniaturisierung, Konvergenz und Multifunktionalität. Mit der Heimvernetzung
geht es auch um neue Services, um eine völlig neuartige Medienverfügbarkeit,
um Themen wie elektronische Assistenzsysteme und Energiesparen. BITKOM wird
mit der Koelnmesse – und unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie – im Mai 2010 diesem Thema eine eigene
Kongressveranstaltung widmen: die ConLife.
Digitalmagazin: Moderne CE-Geräte lassen sich heute mit dem Internet
verbinden und in ein Heimnetzwerk integrieren. Was sind die größten
Vorteile einer solchen Heimvernetzung?
Schidlack: Das Grundprinzip ist, dass alle im Haus verfügbaren
Geräte miteinander kommunizieren können und sich situationsbedingt, also
„smart“ verhalten. Zudem können sie übers Web von den Nutzern angesteuert
werden. Das alles ist kein Selbstzweck, sondern dient der besseren
Verfügbarkeit von Medien, Diensten und von bestimmten Funktionalitäten.
Funktionen stehen nur dann bereit, wann und wo man sie wirklich braucht.
Dazu gehört beispielsweise, unterwegs per Handy auf die Überwachungskamera
zuhause oder auf die heimische Musiksammlung zugreifen zu können.
Digitalmagazin: Der Begriff Heimvernetzung umspannt ein weites Feld
möglicher Anwendungen. Um welche handelt es sich konkret?
Schidlack: Hier ist an erster Stelle das
„Eine-Fernbedienung-Haus“ zu nennen. Durch die Vernetzung könnte ein
Smartphone, Tablet-PC oder Fernseher mit anderen Geräten kommunizieren und
als einzige Fernbedienung für alles fungieren. Die Steuerungsfunktion geht
über Consumer Electronics hinaus, beispielsweise könnten Lampen,
Überwachungsanlagen oder die Temperaturregelung des Hauses einbezogen
werden. In Bezug auf die Consumer Electronics wären auch Audio- und
Videodaten innerhalb des Hauses an jedem Ausgabegerät verfügbar – ohne
physikalische Datenträger wie CDs oder DVDs hin- und herzutragen. Zudem
sind wir sind bislang gewohnt, dass sich Funktionalität vor allem durch die
Ausstattung und die technischen Möglichkeiten eines bestimmten Gerätes
definiert. Das kann sich durch Heimvernetzung ändern: Ressourcen, wie
Lautsprecher oder Displays, können dann geräteübergreifend geteilt werden,
ohne dass das Gerät mit einem bestimmten Ausgabemedium verkabelt sein muss.
Die Ressourcen werden über ein Netzwerk vermittelt.
Digitalmagazin: Auf welche Ausstattungsmerkmale sollte der Endkunde
achten, wenn er eine Neuanschaffung für sein Heimnetzwerk plant?
Schidlack: Unser aktueller Leitfaden zur Heimvernetzung liefert
einen ersten Überblick über alle relevanten Fragen bei der Planung eines
Heimnetzwerkes. Er kann kostenlos auf der BITKOM-Seite heruntergeladen
werden (www.bitkom.org/de/themen/54918_61814.aspx).
Digitalmagazin: Herr Schidlack, vielen Dank für das Gespräch.
www.bitkom.org
Hinweis: Lesen Sie das komplette Interview sowie weitere
Hintergrundinformationen zur Heimvernetzung in der April-Ausgabe (Nr. 265)
der Multimedia-Illustrierten INFOSAT, die ab 26. März im Handel erhältlich
ist.
Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst
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