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CE-Info

Fernsehen feiert 75. Geburtstag

19.03.2010

Vor 75 Jahren, am 22. März 1935, begann im Berliner Haus des Rundfunks das erste regelmäßige öffentliche Fernsehprogramm der Welt. Dreimal in der Woche, jeweils zwischen 20.30 und 22 Uhr, kam eine Mischung aus Live-Programm vom Studio und Filmausschnitten zur Ausstrahlung. Anders als heute konnte die Mehrzahl der Zuschauer das Programm nur in den so genannten „Fernsehstuben“ verfolgen.

Den ersten regelmäßigen Ausstrahlungen gingen technische Versuche elektronischer und mechanischer Art voraus, bevor auf der achten „Großen Deutschen Funkausstellung“ 1931 die Elektronik als Sieger hervorging. Danach folgten die ersten Übertragungen mit Ton im Jahr 1932 und die Einrichtung der „Fernsehstuben“ 1934.

Die Olympischen Spiele 1936 wurden zum ersten Highlight in der Geschichte des Fernsehens. Aus dem Olympiastadion in Berlin kamen die Wettkämpfe live in die „Fernsehstuben“. Ebenfalls 1936 begannen die regelmäßigen TV-Übertragungen in England und Frankreich. Die USA folgten 1939, während es in Japan bis dahin nur Versuchssendungen gab.

Bedingt durch den Krieg wurde es um das Fernsehen stiller. Im Jahr 1950 gab es vom NWDR (Nordwestdeutscher Rundfunk) aus Hamburg nach langer Abstinenz wieder erste Fernsehbilder. Auf der „Fernsehstraße“ der Industrieausstellung in Berlin stellten zwölf Firmen 40 unterschiedliche Fernsehgeräte vor. Am 25. Dezember 1952 war es dann soweit: Ansagerin Irene Koss kündigte als erste Sendung des ständigen Programms ein Fernsehspiel an. Nur rund ein halbes Jahr später begann mit der Übertragung der Krönungsfeierlichkeiten von Königin Elizabeth II. von England das Zeitalter der internationalen Fernseh-Direktübertragung. Ein Jahr später folgte mit der Übertragung des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft aus Bern 1954 ein weiteres Highlight der internationalen TV-Geschichte.

Von da an machten sowohl die Technik als auch die Zuschauerzahlen beeindruckende Sprünge: 1954 wurden Kabel-Fernbedienungen eingeführt und 1956 konnte schon eine halbe Million Zuschauer das Programm verfolgen. Die Halbleitertechnik löste Schritt für Schritt die Röhre als maßgebliches Bauelement ab. Im Jahr 1955 waren rund 200.000 TV-Geräte in Deutschland angemeldet, 1957 wurde die Millionengrenze überschritten. 1958 fiel der Beschluss für ein zweites Fernsehprogramm. Das Bundesverfassungsgericht lehnte im Februar 1961 ein bundeseigenes Fernsehen als verfassungswidrig ab.

Ab dem 1. Juli 1962 ermöglichte der Satellit „Telestar“ den direkten Programmaustausch über den Atlantik. Das Jahr 1963 kann gleich mit zwei historischen Daten aufwarten: der Patentierung des PAL-Farbfernsehens von Prof. Walter Bruch und dem Sendebeginn des ZDF am 1. April. Zehn Millionen Geräte waren 1964 angemeldet. Im selben Jahr übertrug die Sonde „Ranger VII“ 16 Minuten lang Bilder vom Mond. 1965 folgten von der Sonde „Mariner IV“ Bilder vom Mars. Auf der 25. Großen Deutschen Funkausstellung schließlich startete Willy Brandt am 25. August 1967 das Zeitalter des Farbfernsehens.

Das Bildseitenverhältnis, das bis dahin 5:4 betrug, wurde 1970 auf 4:3 geändert und die Bildröhren brachten es auf damals beachtliche 66 cm Diagonale. Im gleichen Jahr begründete ein Patent zweier Schweizer Physiker die Nutzung der Flüssigkristalltechnik für LC-Displays (LC = Liquid Cristal = Flüssigkristall). 1973 wurden in Japan erste LC-Displays vorgestellt. In Deutschland kam der erste TV-Portable auf den Markt. 1975 bekamen die TV-Geräte serienmäßig eine Fernbedienung und 1977 wurde der Videotext von ARD und ZDF eingeführt. 1979 einigten sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer auf gemeinsame Kabelfernseh-Pilotprojekte als alternative Verbreitungsmöglichkeit.

Ein zweiter Tonkanal erweiterte das Fernsehen für Stereoklang oder für Übertragungen in zwei Sprachen. Am 1. Januar 1984 startete in Ludwigshafen das erste Kabel-Pilotprojekt. Zeitgleich mit dem Pilotprojekt starteten auch die ersten privaten Programme Sat 1 und RTL plus. 1985 präsentierte die Industrie die ersten Geräte für den direkten Empfang von Satelliten-Fernsehen. In diesem Jahr sind 23 Millionen Geräte angemeldet. 1988 wurden erstmals mehr als vier Millionen Fernsehgeräte pro Jahr abgesetzt, 1989 mehr als fünf Millionen.

Seit dem 1. Januar 1990 gilt der Videotext als Regelbetrieb. 27 Millionen TV-Geräte waren zu dieser Zeit angemeldet. Am 2. November 1990 wurde die Nationale HDTV-Plattform Deutschland gegründet – mit dem Ziel, die Einführung des hochauflösenden Fernsehens zu koordinieren. Das Hochzeilen-Fernsehen blieb jedoch vorerst ein Zukunftsprojekt, weil die hierfür vorgesehenen analogen Standards am Vorabend der Digital-Ära schon nicht mehr in die technische Landschaft passten. In Deutsche TV-Plattform umbenannt, blieb das Gremium jedoch bestehen, entwickelte sich zu einem offenen Forum für die technische Fortentwicklung des Mediums und feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Im Jahr 1991 wurden die ersten TV-Geräte im Breitbildformat 16:9 vorgestellt.

Am 10. September 1993 unterzeichneten Sendeanstalten, die Geräteindustrie, Netzbetreiber und Verwaltungen ein Memorandum of Understanding zur Begründung des europäischen DVB-Projekts (DVB = Digital Video Broadcasting). Der unter Leitung dieser Organisation entwickelte technische Standard für digitales Fernsehen wurde 1995 für die ersten Ausstrahlungen verwendet. Mittlerweile ist er weltweit im Einsatz.

Das Fernsehgerät entwickelt sich seit Mitte der 90er Jahre immer mehr auch zum Multimedia-Talent. Ob der Zugang zum Internet oder die Anbindung an die Heimvernetzung, ob der integrierte Festplattenrecorder zum unkomplizierten, zeitversetzten Aufzeichnen und Anschauen oder der integrierte Medienplayer, mit dem die Diashow eindrucksvoll am Fernsehgerät abläuft: Das TV-Gerät kann längst mehr als nur die gesendeten Programme empfangen und wiedergeben.

Heute haben rund 98 Prozent der deutschen Haushalte mindestens ein Fernsehgerät, 70 Prozent davon sogar zwei oder mehr. Dies entspricht rund 65 Millionen TV-Geräten. Die Bundesbürger sehen pro Tag rund 220 Minuten fern. Das Fernsehen folgt der allgemeinen Digitalisierung der Medien. Das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T ist in Deutschland flächendeckend eingeführt, die Übertragungswege Kabel und Satellit werden zunehmend digitalisiert und für die Abschaltung der analogen Satelliten-Übertragung steht mit dem Frühjahr 2012 ein fixes Datum fest.

TV-Geräte mit den Bildschirmtechnologien LCD und Plasma bringen mit ihren großen, flachen Bildern heute ein völlig neues Fernseherlebnis ins Wohnzimmer. Und last but not least sorgt das hochauflösende Fernsehen HDTV mit seiner fünfmal höheren Auflösung, also mit einer deutlich höheren Bild- und Detailschärfe dafür, dass das Medium Fernsehen die beliebteste Freizeitbeschäftigung bleibt.

Neue Techniken und Erlebniswelten rund um das Fernsehen, beispielsweise mit dreidimensionalen Bildern, stehen auch in diesem Jahr auf der IFA im Fokus. Die IFA, wichtigster internationaler Treffpunkt der CE-Branche, feiert von 3. bis 8. September in Berlin Jubiläum: Sie findet im Jahr 2010 zum 50. Mal statt – 86 Jahre nach ihrer Premiere im Jahr 1924.

www.gfu.de

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