Satellit
Neuer Starttermin: ESA schickt Satellit CryoSat-2 zur Eis-Erforschung ins All
19.03.2010
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) plant den Start des
Satelliten „CryoSat“, dem bisher anspruchsvollsten Satelliten
zur Untersuchung der Eismassen unseres Planeten und Kartierung ihres
Volumens über Wasser- und Landflächen. Der Satellit soll von
einer russischen Dnepr-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur in
Kasachstan aus in eine Umlaufbahn in 700 km Höhe gebracht werden. Die
Trägerrakete wird von dem internationalen Raumfahrtunternehmen
Kosmotras betrieben. Der ursprünglich geplante Start am 25. Februar
2010 musste verschoben werden (Digitalmagazin berichtete).
Das technische Problem mit der zweiten Stufe der
Dnepr-Trägerrakete, das im Februar zu einer Startverschiebung der ESA
Earth Explorer Mission CryoSat geführt hatte, ist nun behoben. Als
Startdatum wurde der 8. April bestätigt, gab die ESA am 19. März
bekannt.
CryoSat-2 sollte ursprünglich am 25. Februar vom Kosmodrom in
Baikonur, Kasachstan, starten, musste aber aufgrund eines Problems mit dem
Treibstofftank der zweiten Stufe der Rakete verschoben werden
(Digitalmagazin berichtete). Das Problem tauchte eine Woche vor dem
geplanten Start auf, nachdem das „space head“-Modul, in dem
sich der Satellit befindet, schon mit dem Rest der Rakete im Startsilo
verbunden war. Also musste das Modul zurück ins
Integrationsgebäude gebracht werden und abhängig von weiteren
Untersuchungen auf ein neues Startdatum warten.
Die ukrainische Firma Yuzhnoye SDO, die für das technische Design
der Dnepr-Trägerrakete verantwortlich ist, und die Firma
Hartron-Arkos, die das Steuerungssystem entwickelt hat, haben
bestätigt, dass das Verhältnis von Treibstoff zu Brennstoff
während der Untersuchungen angepasst werden konnte, und der Motor der
zweiten Stufe nun über eine verbesserte Schubkraft verfügt. Diese
kleine Änderung hatte zur Folge, dass die Software, die den
Treibstoffverbrauch kontrolliert, angepasst werden musste. Alle
Änderungen sind nun abgeschlossen und überprüft worden und
ein neues Startdatum, am 8. April um 15.57 MESZ (13.57 UT), wurde mit der
ESA vereinbart.
An Bord des 700 kg schweren CryoSat, dessen Name vom griechischen
„kryos“ für Kälte oder Frost herrührt, befindet
sich das erste Allwetter-Radaraltimeter. Ausgelegt wurde dieses
Mikrowellen-Instrument speziell für die Messung von Veränderungen
in der Dicke von teilweise mehrere Meter mächtigen Eismassen auf See
sowie der polaren Eiskappen, deren Dicke in der Antarktis bis zu fünf
Kilometern betragen kann. Die Genauigkeit der Missionsdaten über das
Ausmaß der Veränderungen der Eisdicke wird bis zu einem
Zentimeter betragen.
Die jüngsten Rekordtiefstwerte bei der Ausdehnung des sommerlichen
Eispanzers der Arktis deuten auf einen tiefgreifenden Wandel in den
Polargebieten der Erde hin. Auch wenn die Fläche des Eises bereits
seit mehreren Jahren durch Satelliten wie Envisat vom Weltraum aus erfasst
wird, so besteht doch für ein besseres Verständnis der
Auswirkungen des Klimawandels auf das empfindliche Gleichgewicht dieser
Gebiete vor allem ein dringender Bedarf an einer Erfassung der
Veränderungen in der Dicke dieser Eismassen. Die Daten von CryoSat
werden ein vollständigeres Bild der Dynamik des Eises
ermöglichen, Wissenschaftlern wertvolle Informationen hierüber
zur Verfügung stellen und somit einen Beitrag zur Erforschung des
Klimawandels leisten.
www.esa.int
www.cryosat.de