Startseite INFOSAT

ABO
Meldung Finden:
Do., 02. Sep. 2010 - 20:44 Uhr  Sie sind hier: INFOSAT Online > Nachrichten aus Kabel
 
  Satellit
  Kabel
  Medien
  Info-Digital
  Radio-Info
  Digital-TV
  CE-Info
  Programm
  DX-News
  Kommunikation
Digitalmagazin
RSS News-Feeds
Mobile/PDA News
Newsletter
 
Aktuelle Ausgabe
  Frequenzlisten
  INFOTORIAL
  Heft-Archiv
  Praxistestverzeichnis
Shop
  Abo-Service
  Werbung/Mediadaten
  Feedback
 
  Fachhandelprofis
 
Satplace
Elektro Buzzer
Elektro Hollan
Satkontor
Satking
Durasat
Pay-TV-Cards
GT-DreamShop

Kabel

FRK-Vorstand Labonte zu Börsengang von Kabel Deutschland: „Abzockaktie im doppelten Wortsinn“

Digitalmagazin im Gespräch mit Heinz-Peter Labonte, Geschäftsführender stellvertretender Vorsitzender des Fachverbands für Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK)

19.03.2010

Heinz-Peter Labonte, Geschäftsführender stellvertretender Vorsitzender des Fachverbands für Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK), geht mit Blick auf den Börsengang von Kabel Deutschland (KDG) von deutlich steigenden Kosten für die KDG-Kunden aus. „Konkret erwartet nämlich die KDG-Kunden eine Preiserhöhung von zuletzt 12,30 Euro (2009) durchschnittlicher monatlicher Kabelgebühr auf 20 Euro monatlich bis 2014“, prognostiziert Labonte. Für ihn ist deshalb klar: Zunehmend wird der satellitäre Direktempfang über die Einzelschüssel oder über die Gemeinschaftsantennenanlagen der unabhängigen Kabelnetzbetreiber als Alternative wirksamer. Warum er das KDG-Börsenpapier für „eine Abzockaktie im doppelten Wortsinn“ hält, erläutert der FRK-Sprecher im Digitalmagazin-Interview.

Digitalmagazin: Herr Labonte, Sie haben den Börsengang der KDG scharf kritisiert und befürchten nun „Kundenabzocke“. Was konkret erwartet die KDG-Kunden?

Labonte: Selbstverständlich habe ich nicht den Börsengang kritisiert. Meine Pressemeldung war differenzierter. Ich habe lediglich auf dessen Folgen für die Kunden der KDG hingewiesen und die von uns, den mittelständischen unabhängigen Kabelnetzbetreibern (uKNB) nachhaltig begrüßten Konsequenzen verdeutlicht. Konkret erwartet nämlich die KDG-Kunden eine Preiserhöhung von zuletzt 12,30 Euro (2009) durchschnittlicher monatlicher Kabelgebühr auf 20 Euro monatlich bis 2014 – oder wie der von mir erwähnte Analyst der Emittendenbank ankündigt, über die nächsten fünf Jahre. Das ist eine Preiserhöhung von 62,6 Prozent bzw. durchschnittlich 12,52 Prozent pro Jahr. Es leuchtet doch ein, dass wir als auf Preisstabilität und Service konzentrierte Wettbewerber der KDG eine solche Ankündigung begrüßen. Erhöht es doch unsere Marktchancen. Denn solche Preiserhöhungen empfinden nicht nur die Kunden, sondern auch die Verbraucherverbände zu Recht als Abzocke.

Digitalmagazin: Ist den KDG-Kunden eine solche Preiserhöhung überhaupt zuzumuten – angesichts der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation?

Labonte: Das werden die Kunden entscheiden. Sie haben mit den uKNB und ihren Angeboten attraktive, weil preiswerte, an gutem Service und lokaler Präsenz orientierte Alternativen, die nicht nur auf proprietäre Verschlüsselung von TV-Programmen verzichten, sondern auch meist auch ebenfalls Triple Play anbieten.

Digitalmagazin: Aktuell hat die KDG 8,9 Millionen Kunden, Sie erwarten einen deutlichen Kundenschwund. In welchen Dimensionen wird sich das bewegen?

Labonte: Vielleicht bleibt es beim statistischen Durchschnitt der letzten sieben Jahre seit Übernahme der KDG von der Deutschen Telekom im Jahr 2003. Dann entspräche dieser Schwund von ca. 3,6 Millionen Kundenhaushalten einem jährlichen Verlust von immerhin ca. 510.000 Haushalten. Bisher sind ja die Zahlen für die Anleger interessant „strukturiert“ veröffentlicht worden. So ist ja nicht mehr primär, wie damals beim Kauf der rund elf Millionen Haushalte von „Kundenhaushalten“ die Rede sondern von RGU (Revenue Generating Units), also von „Umsatz generierenden Einheiten“. Das sind rein zufällig auch immer noch rund elf Millionen RGU. Wer von den „dummen und frechen Aktionären“ unterscheidet schon die ehemals elf Millionen von der DTAG gekauften Kundenhauhalte plus die zwischenzeitlich von Tele Columbus und am Markt zugekauften rund 1,5 bis 1,8 Millionen Kundenhaushalte (insgesamt ca. 12,6 Millionen) von RGU. Schließlich ist ja meist in den Medien undifferenziert generell von „Kunden“ die Rede.

Digitalmagazin: Welche Alternativen werden sich die KDG-Kunden suchen?

Labonte: Zunehmend wird der satellitäre Direktempfang (DTH) über die Einzelschüssel wie über die (Großen) Gemeinschaftsantennenanlagen (G)GA der uKNB mit preiswerterem und unverschlüsseltem SD- und unkomplizierterem HD- und HD+-Empfang als Alternative wirksamer. Auch die Triple Play-Angebote der uKNB und ihre sich verstärkenden Kooperationen mit Pay-TV-Anbietern wie auch ihre beginnenden Kooperationen mit Telekommunikationsunternehmen (warum nicht auch mit der DTAG, wenn sich die KDG solchen Kooperationen weiterhin mit ihren proprietären Businessmodellen verweigert?) stehen zur Verfügung. HbbTV erhöht den Druck auf das KDG Triple Play erheblich und die Telekomunternehmen tun ein Übriges. Der Kunde hat also durch die Liberalisierungspolitik der letzten Jahre den Vorteil der Wahl.

Digitalmagazin: Welche Chancen ergeben sich nun für die unabhängigen Kabelnetzbetreiber?

Labonte: Wie steht auf manchen Autos? „Fahren Sie nur dicht auf, wir kaufen Ihren Schrott dann auf“. Ähnlich ist es hier: „Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht“. Das heißt, nicht nur die Einzelkunden, sondern auch die Wohnungswirtschaft wird unsere Alternativen nicht nur preislich stärker annehmen, sondern an uns auch aus Servicesicht nicht mehr vorbeikommen. Weil wir durch die verstärkte Nutzung der genannten, von der KDG seit Jahren verweigerten Kooperationsmöglichkeiten mit Pay-TV-Anbietern, Satellitenbetreibern, Telekomunternehmen einfach die KDG verstärkt in die Zange nehmen werden. Wir handeln nämlich nach dem Geschäftsmodell „Lieber 20 Prozent vom Umsatz als 100 Prozent von gar keinem Umsatz“.

Digitalmagazin: Herr Labonte, wird der KDG-Börsengang die nächste Börsenblase?

Labonte: Weiß ich nicht. Jeder Aktienkäufer hatte ja die Chance, sich zu informieren, nicht zuletzt über das Digitalmagazin. Soll sich also hinterher keiner darauf berufen, er habe geglaubt, hier ginge eine „Volksaktie“ an die Börse. Dies ist eine „Abzockaktie“ im doppelten Wortsinn, langfristig zu teurer Emissionspreis zulasten der Aktionäre, wenn die geplanten Preiserhöhungen dank des Wettbewerbs nicht durchsetzbar sind. Oder zulasten der Kunden, wenn die Wohnungswirtsverbände und Unternehmen zulasten ihrer Mieter diese Preiserhöhungen unterstützen. Auch die involvierten Finanzinstitute haben ja teilweise ihre einschlägigen Erfahrungen schon mit Primacom machen dürfen. In jedem Fall bleibt für die Anleger gültig: Aktien kaufen bedeutet die Freiheit, Dummheiten auf eigene Kosten zu machen!

Digitalmagazin: Herr Labonte, vielen Dank für das Gespräch.

www.kabelverband-frk.de

Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst „Digitalmagazin“.

Alle Informationen zu Abonnements und Preisen finden Sie unter www.digitalmagazin.info. 

Druckansicht Artikel per E-Mail senden Lesezeichen

Social Networks Facebook Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews

Weitere Meldungen aus der Rubrik: Kabel

Tele Columbus startet HD-Einsteigerpaket
Unitymedia mit Kundenverlust, aber höheren Erlösen durch Breitband-Dienste – Arena Sat-Abonnentenzahl schrumpft auf 57.000
Eutelsat-Fachseminare für Kabelnetzbetreiber und Antennengemeinschaften
RTL HD und Vox HD via Kabelkiosk gestartet
Netcologne speist Arte HD kostenlos ein
Meldungen im Kabel Archiv

UPC erweitert HDTV-Angebot um Servus TV HD
Mainzer Kabelkunden können zwischen KDG und Primacom wählen
ANGA Cable 2010: Breitband, HDTV und IPTV im Fokus
FRK-Sprecher kritisiert Börsengang von Kabel Deutschland – „Kundenabzocke statt Volksaktie“
Aus RFT Radio-Television Nord GmbH wird RFT Kabel Nord GmbH
KDG verhandelt mit privaten Sendergruppen über HD-Einspeisung
Kabel Deutschland-Aktie soll 21,50 bis 25,50 Euro kosten
Kabel Deutschland bestätigt DVB-C2-Pläne
Weitere HDTV-Sender bei Kabel BW noch für 2010 in Planung – Abrufplattform startet im dritten Quartal
RFT Radio-Television Brandenburg GmbH wird RFT Kabel Brandenburg GmbH
Schweizer Cablecom schafft Set-Top-Boxen-Zwang ab – CI+-Einführung ab 1. Juni
Kabel BW steigert Umsatz und Ertrag – Weitere Investitionen geplant
Kabel Deutschland legt Börsenprospekt vor
Neue Regionalsender starten Verbreitung bei Kabel BW
Kabel Deutschland soll bereits im März an die Börse
Komplettes Kabel Archiv durchsuchen

Satellit | Kabel | Medien | Info-Digital | Radio-Info | Digital-TV
CE-Info | Programm | DX-News | Kommunikation
Aktuelle Ausgabe |  Abo-Service |  Archiv 
Mobile/PDA News |  Newsletter |  Werbung |  Feedback
Fachhandel 


INFOSAT SCHLAGZEILEN RSS Feed
Info-Aktuell: Neue INFOSAT - Ausgabe September 2010 (Nr. 270) im Handel // TV-Revolution - Internet auf dem Fernseher ·· Exklusiv-DVD im Heft ·· Drei Multifeed-Antennen im Praxistest
CE-Info: Videoweb stellt auf der IFA hybriden HD-Receiver vor – „Unser Modell basiert auf offenen Standards“
Satellit: SES Astra startet 3D-Initiative
Digital-TV: Sky startet 3D-Angebot im Oktober
Medien: DFL bietet ab Rückrunde Fußball-Übertragungen in 3D an
Info-Digital: Institut für Nachrichtentechnik stellt auf IFA 2010 die DVB-x2-Systeme vor
Kommunikation: TechniSat kooperiert mit QTom und Yellowmap
Programm: ZDF-Sportstudio demnächst als Aufzeichnung
DX-News: Neuer Shoppingkanal „QVC Plus“ auf Sendung – Verbreitung unverschlüsselt über Satellit Astra 19,2° Ost
Radio-Info: ARD-„Tagesschau“ künftig auch bei NDR Info
JETZT AM KIOSK
 INFOSAT Ausgabe Nr. 270 jetzt am Kiosk.
AUSGABE NR. 270

Top Themen
» TV-Revolution – Internet auf dem Fernseher (€)
» Exklusiv-DVD im Heft
» Brandneue IFA-Techniktrends (€)
» Kritik an Kabel-„Boxenzwang“
» Auf Nummer sicher – Blitzschutz leicht gemacht (€)
» Drei Multifeed-Antennen im Praxistest (€)
TWITTER
Folgen Sie uns auf Twitter:

Folgen Sie uns auf Twitter

FACEBOOK
Finden Sie uns auf:



INFOTORIAL
JETZT KOSTENFREI!



Alle INFOTORIALS der letzten 36 INFOSAT-Ausgaben online lesen.

Hier klicken
© 2010 INFOSAT Verlag & Werbe GmbH, Daun - Impressum und rechtliche Hinweise - Kontakt - Mediadaten