Digital-TV
EBU schlägt Vereinfachung des Urheberrechts vor – Grenzüberschreitende Online-Verbreitung in ganz Europa gefordert
22.03.2010
Die European Broadcasting Union (EBU) macht sich für die Modernisierung
des Copyrights stark. Ziel der Initiative ist es, das Urheberrecht zu
vereinfachen und somit eine unkomplizierte, grenzüberschreitende
Verbreitung von Online-Streams in Europa zu erreichen. „Das Urheberrecht
muss modernisiert werden, um den Erwartungen unseres Publikums gerecht zu
werden”, sagte EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre in Brüssel. Aufgrund
der aktuellen Rechtslage ist die Verbreitung von Online-Inhalten mit
komplizierten Rechteverhandlungen verbunden, oftmals sind daher
Online-Inhalte beispielsweise eines deutschen TV-Senders nur mit deutscher
IP-Adresse zu sehen.
Die EBU schlägt nun vor, dass die so genannte Ursprungsland-Regel
(„country-of-origin"), wie sie für die Satellitenverbreitung gilt, auf alle
audiovisuellen Verbreitungswege – insbesondere auf das Internet – ausgedehnt
wird. Hintergrund: Nach Maßgabe einer EU-Richtlinie entsteht die
urheberrechtliche Verantwortung allein im Ursprungsland der Sendung. Die
Rechte für die Ausstrahlung über Satellit müssen daher allein im
Ursprungsland zwischen dem Sendeunternehmen und den Rechtsinhabern
festgelegt werden.
Außerdem schlägt die EBU vor, dass die die kollektive Ausübung von
Kabelweiterverbreitungsrechten auch auf weitere Plattformen wie Mobile-TV
oder IPTV ausgedehnt wird. Nach EBU-Willen sollte zudem eine erweiterte
kollektive Lizenzierung – auch für Broadcast-ähnliche Dienste wie On Demand
– möglich sein, wie sie bereits in Skandinavien realisiert wird.
EU-Politiker hatten sich in der Vergangenheit immer wieder für ein
Fernsehen ohne Grenzen in Europa stark gemacht, so auch die frühere
Medienkommissarin Viviane Reding. Sie hatte sich für eine Liberalisierung
des TV-Marktes ausgesprochen und betont, dass es keine territorialen
Grenzen bei der Vermarktung von TV-Rechten geben dürfe. Durch den aktuellen
Vorstoß der EBU dürfte das Thema „Fernsehen ohne Grenzen“ in Brüssel wieder
an Dynamik gewinnen. Nach Informationen der „New York Times“ will die
European Broadcasting Union ihre Vorschläge am 24. März der EU-Kommission
und dem Europäischen Parlament vorstellen.
www.ebu.ch
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