Radio-Info
DRM+ auch im Band III gemeinsam mit DAB/DAB+ einsetzbar – Feldversuch-Ergebnisse vorgestellt
27.05.2010
DRM+ ist nicht nur im UKW-Bereich, sondern auch auf Frequenzen bis 230
MHz gemeinsam mit DAB/DAB+ im VHF-Band III einsetzbar. Dies hätten
umfangreiche technische Untersuchungen gezeigt, erläuterte Andreas
Steil, Professor an der FH Kaiserslautern, auf dem Symposium „DRM+ im
VHF-Band III: Das ‚Plus‘ für den digitalen Hörfunk,
gemeinsam mit DAB+“ am 27. Mai in Kaiserslautern. Bei der
Veranstaltung präsentierten die Landeszentrale für Medien und
Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz und die Fachhochschule Kaiserslautern
die Ergebnisse aus dem Feldversuch mit DRM+ im VHF-Band III.
Die Einsetzbarkeit im Band III würden eindeutig die mobilen und
stationären Messungen zeigen, die gemeinsam mit der Bundesnetzagentur
durchgeführt wurden, betonte Steil. Erstmals wurde in einem
Feldversuch gleichzeitig ein DAB-Sender mit 300 W Leistung und ein
DRM+-Sender mit 180 W Leistung in Betrieb genommen, in dem nachgewiesen
wurde, dass Sendernetze mit beiden Systemen störungsfrei arbeiten
können.
Joachim Lehnert, Abteilungsleiter Technik der LMK, betonte, dass DRM+ im
VHF-Band III mit nachweislich gutem mobilen Empfang und hervorragender
Senderreichweite gerade für den regionalen und lokalen Hörfunk,
für den die DAB+-Netze unwirtschaftlich seien, der geeignete Weg in
die digitale Welt sein kann. Im Gegensatz zum UKW-Band II, in dem absehbar
keine freien Frequenzen für ein digitales Hörfunksystem
bereitstünden, böte das VHF-Band III zusätzlich zu den
kommenden DAB-Bedeckungen ausreichend Kapazitäten für weitere
DRM+-Sender.
Zu den Chancen von DRM+ im VHF-Band III referierten Experten aus dem In-
und Ausland. Zum Thema „Regulierung und Infrastrukturen“ stellte
Peter Reindl (RTR Österreich) die Überlegungen der
österreichischen Regulierungsbehörde und die Herausforderung zur
Einbringung von DRM+ im europäischen Umfeld dar. Ergänzend hierzu
stellte Manfred Kühn (mobile broadcast consult) erste
Planungsansätze für DRM+-Sender vor. Albrecht Mugler, Chef des
Sendenetzbetreibers Mugler AG, zeigte anhand von Planungsbeispielen
kostengünstige Senderinfrastrukturen im lokalen und regionalen Bereich
für DRM+.
Zum Thema „Inhalt und Radiohörer“ präsentierte
Alexander Zink (Fraunhofer IIS) mit einer DRM+-Live-Übertragung
über den DAB-Kanal 10B Zusatzdienste für ein DRM+-Radioprogamm,
das in 5.1 Surround ausgestrahlt wurde, vor. Über die
„hervorragende Klangqualität“ konnten sich die
Zuhörer im Plenarsaal und während einer Fahrt in einem BMW 535
überzeugen. Manfred Eich (Hirschmann Automotive) erläuterte, dass
es für die Endgeräteindustrie leicht sei, ein DAB+-Radio mit
geringem Aufwand so zu bauen, dass auch DRM+-Radioprogramme empfangen
werden können. Zum Schluss stellte Stephan Ory, Medienratsvorsitzender
der Landesmedienanstalt Saarland (LMS), in seinem Plädoyer heraus, dass
auch die lokalen und regionalen Hörfunkveranstalter einen geeigneten
Zugang zur digitalen Hörfunkwelt bekommen müssten und DRM+
dafür ein geeignetes System sein könnte.
Das Symposium war zugleich Abschluss der Kooperation zwischen der LMK
und der FH Kaiserslautern zu DRM+. Diese begann im Jahr 2005 mit einer
Machbarkeitsstudie, an die sich Softwareentwicklungen sowie
Laboruntersuchungen und Feldversuche mit DRM+ im UKW-Band II und im
VHF-Band III anschlossen. Steil und Lehnert fassten zusammen, dass mit den
umfangreichen Ergebnissen dieser Arbeiten eine fundierte Grundlage zur
Einplanung von DRM+ im UKW-Band II und im VHF-Band III gelegt wurde.
Sinnvoll wäre es nun, wenn Technik, Regulierung und Markt den Weg
für einen raschen Markteintritt von DRM+ ebnen würden.
Voraussetzung hierfür sei zunächst, dass DAB+ am Markt an
Akzeptanz gewinnt und die Marktpartner insgesamt für die
Digitalisierung des Hörfunks zusammenarbeiten. Wichtig sei es
schließlich, die Beschleunigung der Digitalisierung des Hörfunks
mit DAB+ und DRM+ auf EU-Ebene zu tragen, damit ein abgestimmtes
europäisches Vorgehen vereinbart werden kann. Die Projektpartner
werden diesen Prozess mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung gerne
begleiten.
www.drm-radio-kl.eu
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