Kommunikation
Neue Internet-via-Sat-Versorgung für Kommunen – Bis zu acht Mbit/s im Download
09.02.2012
Neue Lösung für breitbandunterversorgte Kommunen: Die Unternehmen STG
Kommunikation und Internetagentur Schott bündeln Internet via Sat über den
Orbiter KA-SAT mit DSL. Dabei erweitern die beiden Partner in den
Ortsteilen der Kommunen die bereits vorhanden Kabelverzweiger (KvZ) um ein
Outdoor-DSLAM und nutzen die schon vorhandenen Telefonleitungen. Die
angeschlossenen Haushalte erhalten über ein DSL-Modem einen schnellen
Breitbandzugang und surfen via Satellit. „Im Prinzip merken die Haushalte
beim Surfen und Versenden eigener Daten keinen Unterschied zu
kabelgebundenen Diensten. Aktuell bieten wir mit der Lösung bis zu acht
Mbit/s im Download an, um das Nutzerverhalten zu untersuchen. Die
eingesetzte ADSL2+-Technik kann pro Haushalt sogar bis zu 20 Mbit/s im
Down- und 1,2 Mbit/s im Upstream erreichen. Diese Leistungen halten wir
noch in diesem Jahr für machbar“, sagte Stephan Schott von der
Internetagentur Schott.
Live-Präsentation auf CeBIT
Die beiden Unternehmen evaluieren die Situation vor Ort, realisieren den
Ausbau inklusive der Tiefbauarbeiten, nehmen die Breitbandversorgung in
Betrieb und betreuen je nach Bedarf die ausgebauten ADSL2+-Infrastrukturen.
Interessierte Kommunen und Bürger können unter dsl-ausbau@satspeed.de direkt
Kontakt zu den beiden Unternehmen aufnehmen. Zudem zeigen die beiden Partner
die Lösung live auf der CeBIT vom 6. bis 10. März am Stand von
Eutelsat/Skylogic auf der Broadband World des BITKOM in Halle 13.
Förderung möglich
Kommunen würden mehrfach profitieren, teilten die Unternehmen am 9.
Februar mit. „Bisher gab es keine Förderung für Internet via Satellit als
Einzelplatzlösung. Da es sich nun um ein Infrastrukturprojekt handelt, kann
die neue Lösung auch vom Bund und der EU gefördert werden. Damit erhalten
Kommunen nun für wenig Geld besonders effiziente Breitbandanbindungen“,
betont Hermann Braunsberg, Geschäftsführer der STG Kommunikation. Sollte
dann später die Glasfaser in den Ort kommen, lässt sich diese problemlos
und einfach in die aufgebaute ADSL2+-Infrastruktur integrieren.“ Abhängig
von der Topographie der Ortsteile könnte es dazu kommen, dass sich einzelne
Gebäude oder Haushalte nicht direkt anschließen lassen. Auch für diesen Fall
halten die Partner technische Lösungen für Hausgemeinschaften bis 24
Wohneinheiten sowie Einzellösungen. Damit erhalten Kommunen in un- und
unterversorgten Regionen die Möglichkeit, sehr effizient eine
zukunftssichere 100-prozentige Versorgung der Ortsteile mit
Breitbandgeschwindigkeiten in den Angriff nehmen, die DSL in Leistung und
Preis ähnlich sind.
Hintergrund KA-SAT
Mit dem Multi-Spotbeam-Hochleistungssatelliten KA-SAT von Eutelsat
eröffnen sich seit Mai 2011 völlig neue Perspektiven für die
Breitbandversorgung un- und unterversorgter Regionen in Europa. Das
Infrastrukturkonzept des Satelliten basiert auf einer Nutzlast von 82
Spotbeams. Diese arbeiten mit acht Bodenstationen zusammen, die über
Glasfaser untereinander verbunden und an wichtige Internetknotenpunkte in
Europa angeschlossen sind. Dies ermöglicht eine 20-fache Mehrfachnutzung
der Frequenzen und bringt die Gesamtleistung des Satelliten auf über 70
Gbit/s. Das Netzwerk am Boden nutzt modernste Technologie, die in ähnlicher
Weise bereits weit über 500.000 Haushalte in Nordamerika mit
Breitbanddiensten versorgt. Eutelsat stellt über diesen Satelliten und
seine italienische Breitbandtochter Skylogic Verbrauchern über ein Netz von
Distributoren den Dienst Tooway bereit, den die Internetagentur Schott mit
eigenen technischen Lösungen ergänzt.
www.satspeed.de
www.stgkom.de
Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst
„Digitalmagazin“.
Alle Informationen zu Abonnements und Preisen finden Sie unter www.digitalmagazin.info.