Kabel
Kabelverband ANGA widerspricht Astra-Zahlen – „Kabel ist reichweitenstärkster Empfangsweg“
10.02.2012
Der Kabelverband ANGA hat jüngsten Astra-Zahlen widersprochen, wonach der
Satellit das Kabel als wichtigster Empfangsweg in Deutschland abgelöst hat
(Digitalmagazin berichtete). Der Kabelanschluss sei auch 2012 mit mehr als
18 Millionen Fernsehhaushalten der reichweitenstärkste Empfangsweg, teilte
die ANGA am 10. Februar mit. Die Erhebungen des Marktforschers GfK würden
im AGF-Fernsehpanel zum 1. Januar 2012 einen Anteil des Kabels bei den
Empfangswegen in Höhe von 48,6 Prozent ausweisen. Auf Platz zwei folge mit
47,4 Prozent der Satellitendirektempfang. Damit bleibe auch zu Beginn des
laufenden Jahres die Rangfolge bestehen, die der Digitalisierungsbericht
2011 der Medienanstalten aufgezeigt hat, hieß es bei der ANGA. Astra
dagegen hatte am 8. Februar mitgeteilt, dass 2011 17,54 Millionen Haushalte
ihr Signal via Sat empfingen (Vorjahr: 16,65 Millionen) und dass das Kabel
auf 17,27 Millionen Haushalte (Vorjahr: 18,15 Millionen Haushalte) kam.
Diese Zahlen basieren auf dem neuen TV-Monitor, den TNS Infratest im
Auftrag von Astra erhoben hatte (Digitalmagazin
berichtete).
3,5 Millionen Kabel-Breitbandkunden
„Trotz des stetig wachsenden Wettbewerbs haben unsere
Mitgliedsunternehmen ihre Führungsrolle bei der TV-Versorgung mit mehr als
18 Millionen Fernsehhaushalten auch im vergangenen Jahr behauptet“, meint
ANGA-Präsident Thomas Braun laut Mitteilung. Bei der für die interaktive
Fernsehzukunft besonders wichtigen Verbindung aus TV-Angeboten und
Breitbandinternet über einen einheitlichen Anschluss sei der Abstand zu
DSL-TV und zum Satellitendirektempfang in 2011 weiter gewachsen. „Mit mehr
als 3,5 Millionen Haushalten, die sowohl TV- als auch Internetkunden sind,
führen die Kabelunternehmen in dieser Königsdisziplin der interaktiven
Medienwelt völlig unangefochten. Wer dagegen allein auf Fernsehen setzt,
fährt unseres Erachtens auf einer Einbahnstraße, die irgendwann in der
Sackgasse enden wird“, sagte Braun.
Braun: „Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der
Kabelnetzbetreiber"
Im Vergleich der Empfangswege sei zudem zu beachten, dass der
Satellitendirektempfang und der terrestrische Antennenempfang nur
vordergründig für die Bürger gratis erscheinen: „In Wirklichkeit geben
allein ARD und ZDF pro Jahr mehr als 60 Millionen Euro für die
Satellitenausstrahlung und mehr als 240 Millionen Euro für die
terrestrische Verbreitung ihrer Fernseh- und Hörfunkprogramme aus“, hieß es
bei der ANGA mit Verweis auf den 18. Bericht der Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). „Dies führt zu einer
Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Kabelnetzbetreiber, die entweder
deutlich weniger oder sogar gar keine Zahlungen für den Programmtransport
erhalten.“ Umgekehrt würden ARD und ZDF aus den Endkundenumsätzen der
Kabelnetzbetreiber erhebliche urheber- und leistungsschutzrechtliche
Vergütungen zufließen. ANGA-Präsident Braun: „Die Programmveranstalter
sollten den verschwenderischen Einsatz von Rundfunkgebühren konsequent
eindämmen und sich stattdessen fair und angemessen an den
Infrastrukturkosten aller konkurrierenden Netzbetreiber beteiligen.“
Hintergrund: Dem jüngsten KEF-Bericht zufolge wollen ARD und ZDF künftig
keine Kabel-Einsepeisegebühren mehr bezahlen (Digitalmagazin berichtete).
Demnach strebt die ARD für den Zeitraum 2013 bis 2016 bei ihren
Verbreitungskosten eine Kostenreduktion um 172,1 Millionen Euro gegenüber
dem Zeitraum 2009 bis 2012 an, das ZDF will 54,4 Millionen Euro einsparen.
Die Kostenminderung hat der KEF zufolge im Wesentlichen zwei Ursachen. Zum
einen hätten ARD und ZDF entschieden, für die Einspeisung ihrer Programme
in die Kabelnetze keine Einspeisegebühr mehr zu bezahlen. Zum anderen wird
zum 1. Mai 2012 die Verbreitung analoger Satellitensignale eingestellt.
www.anga.de
www.astra.de
www.kef-online.de
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