DAUN, 02.04.2012 - 15:00 Uhr
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13 Millionen Haushalte könnten LTE nutzen – BITKOM

Der Ausbau der mobilen Breitbandnetze geht zügig voran. Aktuell können in Deutschland bereits etwa 13 Millionen Haushalte den neuen Mobilfunkstandard LTE nutzen, teilte der Hightech-Verband BITKOM am 2. April mit. Das habe eine Umfrage des BITKOM bei den Netzbetreibern ergeben. Demnach haben die Anbieter bundesweit bislang rund 3.000 LTE-Basisstationen in Betrieb genommen. Mehr als 150.000 Kunden nutzen bereits die neue Technologie. „Nach der Versorgung des ländlichen Raums wird jetzt der LTE-Ausbau in den größeren Städten fortgesetzt“, sagte BITKOM-Präsident Dieter Kempf. Bereits in vollem Gang ist der Ausbau in Düsseldorf, Köln, Frankfurt/Main, München und Berlin. Bis Ende dieses Jahres soll LTE in rund 300 Städten verfügbar sein und die bereits bestehende Breitband-Versorgung erheblich verbessern. Die Anbieter schätzen, bis dahin mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland mit LTE versorgen zu können.

Versorgung auf dem Land in sieben Bundesländern abgeschlossen

Der LTE-Standard (LTE: Long Term Evolution) ist der Nachfolger von UMTS und ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Um die Lizenzvorgaben der Bundesnetzagentur zu erfüllen, haben die Anbieter zunächst ländliche Gebiete ohne Breitbandanschluss mit LTE ausgerüstet. Die Versorgung auf dem Land ist in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein abgeschlossen. Weitere Standorte sollen folgen, um die letzten „weißen Flecken“ in der Breitbandversorgung zu schließen. Derzeit wird LTE bislang vor allem als Internetzugang von Privathaushalten und Geschäftskunden genutzt, teilte der Branchenverband mit.

UMTS-Ausbau weitgehend abgeschlossen – Nachrüstung auf LTE relativ kostengünstig

Der Ausbau mit mobilen Breitbandnetzen ist Deutschland schon jetzt sehr weit fortgeschritten: ca. 85 Prozent der deutschen Haushalte haben Zugang zu mobilem Internet per UMTS. Damit ist der UMTS-Ausbau zwölf Jahre nach der größten Frequenzversteigerung der Geschichte weitgehend abgeschlossen. Im Jahr 2000 wurden von der Bundesnetzagentur UMTS-Frequenzen im Wert von 51 Milliarden Euro versteigert. Zum Vergleich: Bei der Versteigerung der LTE-Frequenzen im Mai 2010 wurden nur 4,4 Milliarden Euro erzielt. „Die geringeren Aufwendungen für die LTE-Lizenzen ermöglichen den Anbietern höhere Investitionen in die Nachrüstung bestehender Infrastruktur auf LTE, um die Übertragung zu beschleunigen und das wachsende Datenvolumen zu bewältigen“, sagte Kempf. „Anwendungen wie Videotelefonie und das Betrachten und Versenden von Filmen und Bildaufzeichnungen im privaten wie auch im unternehmerischen Bereich werden damit eine neue Qualität bekommen.“

Laut BITKOM werden bis 2015 Investitionen zwischen acht und zehn Milliarden Euro in den LTE-Ausbau fließen. Der Umbau gehe besonders schnell, weil die Netzbetreiber die vorhandene Infrastruktur relativ kostengünstig umrüsten können, teilte der Branchenverband mit. Parallel dazu entwickeln die Hersteller die mobilen Endgeräte. Bereits verfügbar sind Modems und LTE-Sticks für PCs und Tablets. Nun folgen Handy-Hersteller wie Samsung und Nokia mit den ersten LTE-Smartphones.

LTE-Advanced als Gigabit-Technologie in Sichtweite

Mit LTE wird der Grundstein für die mobile Breitbandversorgung der Zukunft gelegt, denn mit LTE-Advanced steht bereits der nächste technologische Schritt bevor. Mit dem Standard LTE-Advanced sind Downloads mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde möglich. Vorteil: Die aktuell in Betrieb genommenen LTE-Basisstationen können weiter genutzt werden und bekommen lediglich ein Software-Update. Nach derzeitigem Stand startet der Ausbau der Gigabit-Technologie in vier bis fünf Jahren.

Einen Überblick über die aktuelle LTE-Verfügbarkeit der Netzbetreiber sowie Informationen zu Geräten und Tarifen finden Interessierte unter:

http://www.vodafone.de/privat/hilfe-support/netzabdeckung.html

http://www.t-mobile.de/funkversorgung/inland

http://www.o2online.de/tarife/netzabdeckung/

www.bitkom.org

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