DAUN, 03.11.2011 - 13:31 Uhr
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Unitymedia bietet unverschlüsselte Einspeisung von Privat-TV ab Januar 2013 an – Weitere Zugeständnisse an das Kartellamt

Der Unitymedia-Besitzer Liberty Global hat am 3. November eine Reihe von strukturellen Veränderungen im Gestattungsmarkt als auch im Einspeisemarkt angekündigt, um die Bedenken des Kartellamts mit Blick auf eine Kabel BW-Übernahme auszuräumen. „Um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen, bringen wir mehr Wettbewerb in den Gestattungsmarkt, indem wir unter anderem auf die Grundverschlüsselung von digitalem Free-TV in unserem Verbreitungsgebiet verzichten“, sagte Unitymedia-Chef Lutz Schüler. Dies würde den Kunden, den Wohnungsbaugesellschaften und auch unseren Wettbewerbern erhebliche Vorteile bieten. „Unsere Zugeständnisse eröffnen eine einmalige Chance für einen Paradigmenwechsel im deutschen Fernsehmarkt, den es ohne die Akquisition nicht geben wird.“

Unverschlüsselte Verbreitung von digitalem Free-TV

Um mehr Wettbewerb im Gestattungsmarkt zu ermöglichen, bietet Liberty Global die unverschlüsselte Verbreitung von digitalem Free-TV in den Regionen Nordrhein-Westfalen und Hessen (derzeit verschlüsselte Verbreitung) und über Kabel Baden-Württemberg (bereits unverschlüsselt) an. Dies umfasst auch die HD-Signale, sofern die Sender zustimmen. Das Angebot könnte zum 1. Januar 2013 umgesetzt werden.

Aus diesem Angebot folgt, dass

  • Kabelkunden das digitale TV-Basisangebot automatisch und ohne Digitalreceiver von Unitymedia, also entweder direkt über ihr Fernsehgerät mit eingebautem Receiver oder durch einen Receiver ihrer Wahl, empfangen können;
  • Wohnungsbaugesellschaften künftig ihren Mietern einfacher digitales Free-TV anbieten und auch den Anbieter zur Lieferung des TV-Signals leichter wechseln können;
  • alternative Anbieter, wie beispielsweise Netzebene-4-Betreiber, und neue TV-Anbieter, wie etwa national aufgestellte Telekommunikationsunternehmen, einfacher in den Wettbewerb um Verträge für die Signallieferung bei Wohnungsbaugesellschaften treten können, die derzeit von Unitymedia und Kabel Baden-Württemberg versorgt werden. Sie können außerdem die Signale des digitalen TV-Grundpakets von Unitymedia mit eigenen Diensten wie Internet und Telefon bündeln.

Aufgabe der Exklusivität bei Verträgen mit Wohnungsbaugesellschaften und der Eigentumsrechte an Hausverkabelungen

Liberty Global wird die Exklusivität bei Verträgen mit Wohnungsbaugesellschaften zugunsten anderer Anbieter aufgeben, die Dienste über ihr eigenes Netzwerk anbieten. Darüber hinaus wird das Unternehmen die Eigentumsrechte an Hausverteilnetzen nach dem Auslaufen der Mindestvertragslaufzeiten mit Wohnungsbaugesellschaften aufgeben, wie es von Marktteilnehmern gefordert wurde. Diese Maßnahmen würden zum 1. Januar 2012 wirksam.

Hintergrund Kabel BW-Übernahme

Am 28. Oktober hatte das Bundeskartellamt eine vorläufige Stellungnahme zur geplanten Übernahme von Kabel Baden-Württemberg durch Liberty Global veröffentlicht. Danach bestehen die Hauptbedenken darin, dass die regional aufgestellten Kabelgesellschaften sich in den jeweils anderen Regionen nicht in den Wettbewerb um Verträge mit Wohnungsbaugesellschaften begeben und dass dieser Umstand durch einen Zusammenschluss verstärkt würde. Liberty Global könne diese Sichtweise auf diesen Markt nicht teilen: Die Kabelbranche treibe Innovationen sowie Investitionen in die Breitbandnetze in Deutschland voran. Als regionaler Anbieter benötige Unitymedia jedoch höhere Skaleneffekte, um sich im immer stärkeren Wettbewerb in den konvergierenden TV- und Telekommunikationsmärkten zu behaupten – daher hat sich das Unternehmen zu den genannten Zugeständnissen entschieden.

Wachstum bei Triple Play

Unitymedia hat eigenen Angaben zufolge im dritten Quartal 2011 ein starkes Wachstum bei Kundenabonnements verzeichnet. Der Kabelnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen und Hessen gewann insgesamt 131.400 neue Abonnements aus Internet, Telefon und Kabelfernsehen hinzu. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte damit das Netto-Wachstum um 65 Prozent gesteigert werden. Das Paketangebot aus Internet, Telefon und Digital TV wird zunehmend beliebter: Im dritten Quartal 2011 nutzten rund 19 Prozent aller Kunden Triple Play, im Vorjahreszeitraum waren es rund 14 Prozent.

www.unitymedia.de

www.lgi.com

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