DAUN, 10.12.2013 - 14:45 Uhr
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Winter-Olympiade in Sotschi: ARD und ZDF senden so viel wie nie und wollen kritisch sein

(dpa) – ARD und ZDF haben sich für Sotschi viel vorgenommen. Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender wollen von Olympia so umfangreich berichten wie noch nie bei Winterspielen und dabei besonders kritisch sein. Zugleich versprachen das Erste und das Zweite am 10. Dezember bei der Vorstellung des Programms in München, kräftig zu sparen. Olympia-Fans dürfen sich auf jeden Fall freuen. Sie können aus Sotschi noch mehr bewegte Bilder sehen als vor vier Jahren in Vancouver. ARD und ZDF übertragen fast 740 Stunden aus Russland. 240 Stunden zeigen die beiden öffentlich-rechtlichen Sender im klassischen Fernsehen. Zusätzlich werden im Internet vier Livestreams angeboten. Das Online-Angebot umfasst rund 500 Stunden. „Oberste Priorität hat wie bei allen Sportgroßereignissen die Live-Berichterstattung“, lautet die Devise der öffentlich-rechtlichen Sender. „Das ist ein Sportereignis, wir wollen den Zuschauern Freude machen“, sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

Kritische Begleitberichterstattung

ARD und ZDF sicherten bei der Vorstellung ihres Programms jedoch zu, „auch die Kehrseiten der olympischen Medaillen“ zu präsentieren: „Die Missachtung der Rechte von Minderheiten, die mögliche Überwachung von Athleten, Umweltskandale, Kostenexplosion und Gigantismus, Korruption, Doping.“ Diese Themen sollen „im Fokus einer kritischen Begleitberichterstattung“ stehen. „Wir werden Olympia nutzen, mikroskopisch genau hinzuschauen“, kündigte ARD-Programmdirektor Volker Herres an. „Wir wollen die große Aufmerksamkeit nutzen, um auch den Spot auf solche Dinge zu richten.“ Herres betonte allerdings auch: „Wir wollen nicht die Freude am Sport vergällen. Im Zentrum steht der Sport und die Freude am Wettbewerb.“ ZDF-Chefredakteur Peter Frey forderte: „Wir dürfen uns nichts vormachen lassen. Für 14 Tage kann man Budenzauber machen.“ Zumindest im Vorfeld halten die Sender Wort und schreiben – für einen Pressemitteilungs-Text ungewohnt deutlich formuliert – von „brachial platzierten“ Spielen und: „Unter teils fragwürdigen Umständen“ wurden an der Küste und in den Bergen Anlagen „aus dem Boden gestampft“.

Sender wollen sparsam sein

Wenn ARD und ZDF schreiben, „Geld scheint keine große Rolle zu spielen“, gilt das für die Olympia-Organisatoren. Die Sender selbst wollen dagegen sparsam sein. Sie versprechen zumindest „die konsequente Nutzung von Synergien im personellen und technischen Bereich“ sowie „eine intensive Zusammenarbeit bei Organisation und Logistik“. Für die Moderation teilen sich die Sender erstmals ein Studio. Der Glaswürfel steht im Olympic Parc von Sotschi und nicht – wie bisher üblich – im International Broadcasting Center (IBC). Ein gemeinsames Mini-Studio nutzen die Sender zudem im „Deutschen Haus“ in den Bergen. „Das Ziel, über Synergien die Kosten zu senken, wurde klar erreicht“, versichern die Sender, wollten aber keine genauen Zahlen nennen. Unter zehn Millionen Euro sollen die Ausgaben für die Berichterstattung von den Winterspielen pro Sender liegen. Im Vergleich zu den Fernsehrechten, die für Sotschi und die Sommerspiele in Rio 2016 geschätzte 110 Millionen Euro betragen, ist das ohnehin der kleinere Teil.

www.ard.de

www.zdf.de

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