- © Foto: WDR/Annika Fußwinkel -
DAUN, 13.05.2022 - 08:46 Uhr
Digital-TV

25 Jahre und einzigartig: Glückwunsch „Frau tv“

Frau tv“ zeigt seit 25 Jahren Geschichten, die bewegen und verändern. Dabei setzt die Redaktion einzigartige Maßstäbe im deutschen Fernsehen. Die Redaktion um Barbara Brückner und Cornelia Elsholz sowie viele freie Mitarbeiter:innen, die oft schon Jahrzehnte dabei sind, bilden starke Themen und die Lebenswirklichkeiten von Frauen in NRW ab. An jeder Sendung „ Frau tv“ sind um die 40 Männer und Frauen beteiligt. Die Auswahl der Themen ist dabei immer überraschend, politisch aber auch unterhaltsam: Ob Verhütung, Free Bleeding, faire Bezahlung, toxische Beziehungen, Abtreibung, MINT-Berufe, Gründerinnen, Rollenbilder, ungewöhnliche Familien- und Wohnmodelle, Transgender,…

Im Interview blicken die Moderatorinnen Lisa Ortgies und Sabine Heinrich zurück auf ihre Erfolgsgeschichte – und verraten, was das Publikum erwarten kann.

Warum braucht es „Frau tv“ eigentlich noch?

Lisa Ortgies: Wir wollen die Hälfte, das ist ja auch der Deal: 50 Prozent von allem. Ressourcen, Geld, Arbeit, Macht. Es gibt wahnsinnig viele Fortschritte, aber eben auch eine gleichzeitige Entwicklung von Rückschritten: Aktuell sehen wir Entwicklungen, die es vor 20 Jahren nicht gab. Es ist endlos. Da zählt nur eine Frage: Womit sollen wir anfangen?! (lacht)

Sabine Heinrich: Wir erleben tatsächlich einen „Rollback“ an vielen Stellen. Dennoch beobachte ich: Wir bereichern! Wir bewegen was! Großartig ist zum Beispiel, was aus dem Thema „Upskirting“, also unbemerkt unter den Rock zu fotografieren, passiert ist. Nach unserem Beitrag dazu war eine Zuschauerin so berührt, dass sie eine Petition gestartet hat. Das sind die Impulse, die „Frau tv“ setzt. Und darauf sind wir auch stolz!

Themen mit Sprengkraft, sind das heute andere als vor 25 Jahren?

Ortgies: In den letzten Jahrzehnten hat sich eher unsere Haltung zu den Themen verändert als die Themen an sich. Wir haben wahnsinnig viele positive Beispiele – wir haben die „Andersmacherin“. Wir zeigen Gänsehautgeschichten von Vorbildern.

Heinrich: Dabei geht es uns nicht ums Vergleichen, sondern um den Mut machenden Faktor!

Modernen Feminismus leben. Wie gestalten Sie das eigentlich ganz persönlich im Alltag?

Heinrich: Natürlich kann ich nicht donnerstags zu „Frau tv“ gehen und mein feministisches T-Shirt anziehen – und dann lege ich es freitags wieder ab! So funktioniert das nicht. Ich kann meinen Freundinnen auch richtig auf den Keks gehen. Da ist Puls am Tisch, wenn manche Themen aufkommen.

Ortgies: Das kenne ich auch, vor allem beim Thema Finanzen.

Heinrich: Den Spaß sollten sich alle einmal gönnen: Mit Paaren am Tisch nachfragen, wie er seine Partnerin denn eigentlich ausgleicht finanziell? Tischfeuerwerk!

Ortgies: Geld und vor allem Geld verdienen. Das hat bei Frauen keine Lobby. Aber wer für einen guten Verdienst kämpft und gerechte Bezahlung und Gehaltserhöhungen einfordert, kämpft nicht nur für sich, sondern allgemein gegen Altersarmut bei Frauen. Frauen tun sich auch schwer damit, ihr sauer verdientes Geld zu vermehren. Sie halten Distanz zu Aktien und bleiben lieber beim Sparbuch. Über Jahrzehnte betrachtet verlieren sie dabei Geld. 50 Euro im Monat können schon einen großen Unterschied machen und mir geht es darum, dass es Spaß machen kann, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern – weil es um die eigene Zukunft geht.

Der Sendeplatz von „Frau tv“ ist gleichbleibend, die Community treu: Wie sehen Sie die Zukunft von frau TV?

Heinrich: Wir sind bereits mit vielen neuen Formaten am Start: „Mädelsabende“, „Ohjaaa!“ mit Annabell und Yared, oder auch Lisas Podcast „Paarschitt“.

Ganz bald feiern wir aber auch Premiere! Am 18. Mai läuft unser neuestes Projekt „Familie ist…“. Insgesamt sechs Ausgaben werden im Sommer und Herbst auf unserem Sendeplatz, donnerstags um 22.15 Uhr zu sehen sein. Das zeigt deutlich: Es gibt den klaren Wunsch nach mehr.


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