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DAUN, 30.05.2017 - 13:47 Uhr
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ANGA COM 2017: Kommt Cord Cutting nach Deutschland?

"Wir haben gemeinsam ein Problem", sagte Lutz Schüler, Geschäftsführer von Unitymedia, bei der Eröffnungsdiskussion der ANGA COM 2017 in Köln: "Wir leben von der Trägheit der deutschen Kunden."

In Ländern wie den USA habe Cord Cutting schon mehr Einfluss auf Netzbetreiber, sagte Schüler mit Bezug auf OTT-Anbieter wie Amazon oder Netflix. "Ich habe großen Respekt vor Amazon. Sie nehmen unser Geschäft, um ihr eigenes Geschäft auszutragen."

Als Reaktion auf die Cord-Cutting-Bedrohung durch die US-Internet-Größen sprach sich Schüler für die Schaffung einer gemeinsamen, starken Inhalte-Plattform nach dem Vorbild von Hulu in den USA aus, die deutsche Programme als zentrale Anlaufstelle bündle.

Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, erinnerte daran, dass es unter dem Arbeitstitel Amazonas bereits Pläne für eine Hulu-ähnliche deutsche Plattform zusammen mit ProSiebenSat.1 gegeben habe, aber das Projekt sei vom Bundeskartellamt untersagt worden. Dennoch stimmte sie Schüler zu, dass es gut sei, Partnerschaften "neu zu denken."

Der Ball liegt damit bei den Regulierern, Partnerschaften zwischen Wettbewerbern zu ermöglichen, um sich der Bedrohung durch US-Player zu widersetzen. Die Liberalisierung der strikten Regulierung in Deutschland war eine Forderung, über die sich nicht nur die Diskussionsteilnehmer einig waren, sondern auch ein zentraler Appell in der Eröffnungsrede von ANGA-Präsident Thomas Braun.

Braun forderte die Politiker auf, den Weg für Innovation und Investition zu ebnen. Von stärkerer Regulierung würden lediglich die internationalen Online-Konzerne profitieren, auf die die deutschen Regulierer ohnehin keinen Zugriff hätten.

Autor: Dr. Jörn Krieger


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