DAUN, 29.06.2021 - 14:02 Uhr
Digital-TV - Programme

Anzahl der in Großbritannien ansässigen Fernsehsender halbiert sich

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat die neue Ausgabe ihres Jahresberichts über audiovisuelle Mediendienste in Europa veröffentlicht. Demnach hat sich die Anzahl der in Großbritannien ansässigen Fernsehsender nach dem Brexit halbiert. Spanien und die Niederlande nahmen die meisten abgewanderten Fernsehsender auf. Dennoch bleibt Großbritannien ein führender audiovisueller Markt in Europa.

Dem Bericht zufolge waren 13.638 audiovisuelle Mediendienste 2020 in Europa verfügbar. Darunter waren 10.839 Fernsehsender, von denen 4.803 (44 %) lokale Fernsehdienste waren. In dieser Gesamtzahl sind auch 2.799 Abrufdienste enthalten, von denen 1.179 (42 %) kostenpflichtige Abrufdienste waren.

Mehr als die Hälfte aller untersuchten Fernsehsender, einschließlich Lokalfernsehen, waren frei verfügbar und jeder dritte war über terrestrisches Fernsehen zugänglich. Zwei von drei kostenpflichtigen Abrufdiensten waren abonnementbasiert. Jeder zehnte Fernsehsender aus Europa war in öffentlichem Besitz oder hatte eine gemischte Eigentümerschaft, während 3 % der kostenpflichtigen Abrufdienste öffentlich-rechtlich waren.

Großbritannien bleibt mit 586 Fernsehsendern der bedeutendste Fernsehmarkt in Europa, wenn auch mit nur einem kleinen Vorsprung vor der Russischen Föderation (524 Fernsehsender) und den Niederlanden (515 Fernsehsender). Auf diese drei audiovisuellen Märkte zusammen entfällt mehr als ein Viertel (28 %) des Gesamtanteils der aus Europa stammenden Fernsehsender (ohne Lokalsender).

Der führende europäische Anbieter kostenpflichtiger Abrufdienste war Irland mit 188 Diensten, der zweite und der dritte Platz gingen an Frankreich (141 Dienste) beziehungsweise Großbritannien (140 Dienste). Die Konzentration dieser drei Marktführer war bei kostenpflichtigen Abrufdiensten (mit einem Anteil von 41 %) höher als beim Fernsehen (28 %, wie oben erwähnt).

Ein Viertel (25 %) aller in Europa ansässigen Fernsehdienste richtete sich an ausländische Märkte. Diese waren vor allem in den Niederlanden, Großbritannien, Spanien und Luxemburg angesiedelt, mit über 100 Diensten in jedem Gebiet. Zwei von drei aller Fernsehdienste, die sich an andere Märkte richten, stammten aus einem dieser vier Länder.

Unter den wichtigsten Drehkreuzen für Fernsehsender, die andere Märkte bedienen, war Großbritannien das Land, das am stärksten von einer Abwanderung von Fernsehsendern nach dem Brexit betroffen war. Während sich die Gesamtzahl der Fernsehsender mit Sitz in Großbritannien zwischen 2018 und 2020 mehr als halbierte, sank die Zahl der Sender, die sich an ausländische Märkte richten, um einen ähnlichen Anteil (das heißt -44 %), was darauf hindeutet, dass sich die Abwanderung von Fernsehsendern weitgehend auf diese Dienste konzentriert.

Die größten Gewinner bei der Abwanderung von Fernsehsendern waren die Niederlande, in denen sich die Zahl mehr als verdoppelte, und Spanien, dessen Zahl an Fernsehsendern von 2018 bis 2020 um 38 % stieg. Ein Drittel aller Fernsehsender, die zwischen 2018 und 2020 aus Großbritannien abwanderten, ging in die Niederlande (18 %) und nach Spanien (14 %).

Unter den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums wurden mit insgesamt 8.755 die meisten Ansprüche auf Rechtshoheit nach Art. 2 Abs. 3 lit. a) der AVMD-Richtlinie erhoben. Italien war im Großen und Ganzen das Land mit den meisten Ansprüchen auf Rechtshoheit (1.707) über audiovisuelle Mediendienste und Video-Sharing-Plattformen nach der AVMD-Richtlinie. Zusammen mit den Niederlanden (882 Ansprüche) und Spanien (816 Ansprüche) entfielen auf diese drei Länder 38 % aller Ansprüche auf Rechtshoheit nach der AVMD-Richtlinie.

Weitere informationen

Jahresbericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle

 


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