DAUN, 12.09.2019 - 11:44 Uhr
Digital-TV

EU produziert jährlich über 12.000 Stunden an Fernsehfilmen -und Serien

Boomender Markt für Fernsehfilme und Serien

Der boomende Markt für Fernsehfilme und Serien hat die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle als Teil des Europarats in Straßburg und die GD Connect der Europäischen Kommission veranlasst, einen neuen Bericht über die Produktion und Verbreitung von Fernsehfilmen -und Serien in der EU28 zu erstellen. Dieser wurde nun veröffentlicht.

Laut dem Bericht wurden 2017 in der Europäischen Union über 960 Titel und 12.000 Stunden an Fernsehfilmen -und Serien produziert. Dabei machen Fernsehfilm -und Serienprogramme der EU28  50 Prozent (bezogen auf die Titel), 44 Prozent (bezogen auf die Anzahl der Folgen) und 45 Prozent (bezogen auf die Stunden) der insgesamt ausgestrahlten Fernsehfilmprogramme in der EU28 aus. EU28-Titel stellen 25 Prozent der kumulierten Anzahl der Fernsehfilm -und Serientitel, die im Abonnement-VoD (SVoD) und 40 Prozent aller Titel, die im transaktionalen VoD (TVoD) erhältlich sind.

Produktion von Fernsehfilmen -und Serien

Laut dem Bericht wurden 2017 in der Europäischen Union über 960 Titel und 12.000 Stunden an Fernsehfilmen -und Serien produziert. Es entstanden 436 High-End-Fernsehserien mit 3 bis 13 Folgen; 235 davon (54 %) waren neue Projekte und die übrigen neue Staffeln bereits laufender Titel.

Betrachtet man die Fernsehserien mit 3 bis 13 Folgen, so sind das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien nach Stunden die größten Produzenten. Und Deutschland ist mit Abstand der größte Produzent von Fernsehfilmen.

Berücksichtigt man alle Formate, führen private Rundfunkveranstalter die Produktion von Fernsehfilmen an, da sie im Schnitt eher länger laufende Seifenopern und Telenovelas bevorzugen. Öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter wiederum produzierten mehr Fernsehserien mit 3 bis 13 Folgen.

Im Fernsehen ausgestrahlte Fernsehfilme und Serien

Der Bericht stellte außerdem fest, dass Fernsehfilm -und Serienprogramme der EU28 50 % (bezogen auf die Titel), 44 % (bezogen auf die Anzahl der Folgen) und 45 % (bezogen auf die Stunden) der insgesamt ausgestrahlten Fernsehfilmprogramme in der EU28 ausmachen. Der Anteil der europäischen Fernsehfilme und Serien variiert in der Stichprobe von weniger als 25 % bis zu mehr als 90 %.

In Bezug auf EU-Länder scheint Deutschland nach Titeln der führende Exporteur zu sein, während Fernsehfilme und Serien aus dem Vereinigten Königreich und Frankreich nach Anzahl der Folgen und Stunden vorn liegen.

Öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter strahlen in der Regel mehr europäische Fernsehfilme und Serien als private Rundfunkveranstalter aus. Der Unterschied wird bei der Anzahl der Titel besonders deutlich.

Fernsehfilme und Serien bei VoD: Abonnement und Pay-per-View

EU28-Titel sollen laut dem Bericht 25 % (je nach Land von 19 % bis 35 %) der kumulierten Anzahl der bei SVoD, aber 40 % der bei TVoD (je nach Land von 7 % bis 55 %) verfügbaren Titel ausmachen.

Bei den europäischen Werken unterscheidet sich der jeweilige Anteil nationaler und nicht nationaler Titel stark zwischen SVoD und TVoD: Europäische nicht nationale Titel machen 82 % aller europäischen Titel bei SVoD , aber nur 38 % bei TVoD aus. Diese Kluft lässt sich auf das starke Gewicht von Netflix in der SVoD-Stichprobe und seine Politik des Erwerbs europaweiter Rechte zurückführen.

High-End-Fernsehserien verbreiten sich besser: Die große Mehrheit der europäischen nicht nationalen Titel sind Fernsehserien mit 3 bis 13 Folgen (77 % bei SVoD, 80 % bei TVOD), was bestätigt, dass sich das Format High-End-Drama am besten verbreitet.

Das Vereinigte Königreich ist das Hauptherkunftsland für nicht nationale europäische Filme, sowohl bei SVoD als auch bei TVoD und sowohl bei Einzeltiteln (Anzahl der verschiedenen Titel, die mindestens einmal exportiert wurden) als auch bei kumulierten Titeln (Anzahl der Exporte von Fernsehfilmen -und Serientiteln).


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