DAUN, 28.03.2022 - 08:10 Uhr
Digital-TV - DVB-T

Fünf Jahre DVB-T2 HD im Regelbetrieb – Ein Rückblick

Am 29. März vor genau fünf Jahren war es soweit: Das digitale Fernsehen über die Antenne startete in Deutschland mit DVB-T2 HD in den Regelbetrieb (INFOSAT berichtete). Die öffentlich-rechtlichen Sender bieten seither praktisch ihr gesamtes Programmangebot in Full HD 1080p über den digitalen Empfangsstandard an. Zeitgleich startete freenet TV das kostenpflichtige Programmangebot mit 14 bekannten Privatsendern verschlüsselt in HD.

In einigen Regionen Deutschlands startete das neue digitale Antennenfernsehen Ende Mai 2016 in den Probebetrieb. In einer der größten Umschaltaktionen der Rundfunkgeschichte wurden in der Nacht zum 29. März 2017 dann 327 Sender an 69 Standorten in Deutschland auf DVB-T2 HD und freenet TV umgestellt. Ein symbolischer Knopfdruck im Berliner Funkturm Alexanderplatz sowie grün angestrahlte Sendetürme markierten den Beginn der neuen Ära im digitalen Antennenfernsehen.

Mit bis zu 20 HD-Programmen, die in Full HD 1080p übertragen werden, stehen seither die Öffentlich-Rechtlichen über DVB-T2 HD im Regelbetrieb zur Verfügung. Neben Das Erste HD, ZDF HD, arte HD, phoenix und 3Sat HD werden also auch KiKA HD, one HD, zdf neo HD sowie ZDFinfo HD und tagesschau24 HD vollständig, unverschlüsselt über DVB-T2 HD ausgestrahlt.

Seit Januar 2019 stehen je nach Bundesland entsprechend die sogenannten Dritten Programme über die Antenne zur Verfügung, darunter BR, HR, MDR, NDR, WDR, Radio Bremen TV, RBB, SR, SWR. Zudem stehen je nach Region der Bildungskanal ARD alpha HD zur Verfügung.

Mit dem Start von DVB-T2 HD, startete seinerzeit zeitgleich die kostenpflichtige TV Plattform freenet TV, über die zahlreiche Privatsender in hoher Auflösung (HD) via Antenne empfangen werden können. Zu den Programmen zählen RTL, Pro Sieben, Sat.1, Vox, RTL 2, Super RTL, n-tv, Sixx, 7Maxx, Sat.1 Gold, RTL Nitro, Sport 1 und Kabel Eins. Aktuell sind zusätzlich die Sender Welt, Disney Channel und Nick im kostenpflichtigen Paket in hoher Auflösung an Bord. Zusätzlich via freenet TV frei empfangbar sind die privaten Sender Bibel TV, QVC, QVC 2, HSE sowie 1-2-3 TV.

Rückblick

Für die meisten DVB-T-Zuschauer war seinerzeit die Anschaffung eines neuen Receivers erforderlich. Denn im Gegensatz zu den ehemals langen Simulcast-Phasen von analogem und digitalem Fernsehen bei der Einführung von DVB-T starb das alt gewordene DVB-T in der Sekunde, in der das neue HD-Antennenfernsehen aufgeschaltet wurde.

Zum Start des neuen Zeitalters, am 29. März 2017 konnte der neue Standard DVB-T2 HD zunächst in 18 deutschen Ballungsräumen empfangen werden.

Die Ablösung der bisherigen Empfangsstandards DVB-T auf DVB-T2 HD erfolgte seinerzeit in vier Schritten bis Ende 2018. Zum Start des Regelbetriebs am 29. März 2017 wurden 44 Standorte zur gleichzeitigen Verbreitung von DVB-T2 HD und freenet TV in Betrieb genommen. Nach dem Start des Regelbetriebs erfolgte der weitere Ausbau des Sendenetzes. Letzte Umstellungstermine gab es im Sommer 2019. Zum kommerziellen Start erreichte DVB-T2 HD und freenet TV rund 55 Millionen Einwohner, knapp 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland.

In welchen Regionen Deutschlands DVB-T2 HD aktuell zur Verfügung steht erfahren Sie unter www.dvb-t2hd.de/regionen anhand einer Karte. Eine detailliere Auskunft zu den Empfangsmöglichkeiten erhalten Sie unter www.dvb-t2hd.de/empfangscheck/empfangscheck. Der Empfangscheck zeigt Ihnen nach Eingabe der Postleitzahl, ob Sie DVB-T2 HD in der gewünschten Region empfangen können, welche Antenne Sie benötigen sowie welche Programme Sie empfangen können.

2,6 Millionen Haushalte nutzen Fernsehsignal über DVB-T2 HD

Laut Angaben des aktuellen Digitalisierungsbericht Video 2021 nutzen gegenwärtig etwas mehr als 2,6 Millionen Haushalte das Fernsehsignal über DVB-T2 HD. Dies entspricht einem Anteil von knapp 7 Prozent der TV-Haushalte in Deutschland. Die Terrestrik versorgt laut Digitalisierungsbericht über DVB-T2 knapp 1,4 Millionen Haushalte privaten TV-Sendern.

Der Anbieter freenet TV stellt das kostenpflichtige Programmangebot der privaten Sender im Gegensatz zum Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender nicht bundesweit zur Verfügung. Strukturschwache Regionen wie beispielsweise die Eifel, müssen folglich auch fünf Jahre nach dem Start von DVB-T2 HD auf die privaten Sender über die Antenne verzichten und auf alternative Empfangswege ausweichen, wie beispielsweise den Satellitenempfang, Kabel oder via TV-Streamingdiensten wie etwa Zattoo, Waipu TV.

HbbTV Angebot

Zusätzliche Programmvielfalt kann man über die Internetangebote der Öffentlich-Rechtlichen wie z.B. die Mediatheken von ARD, ZDF oder ARTE mit einem HbbTV-fähigen und mit dem Internet verbundenen Empfänger nutzen.

Das kostenpflichtige freenet TV stellt seinem Angebot auf demselben Weg den Dienst freenet TV connect mit etlichen weiteren Streamingprogrammen einem Programminformationsdienst und Apps sowie Mediatheken der über freenet TV verbreiteten Sender und Sendergruppen.

freenet TV connect nur für wenige Geräte verfügbar

Das freenet TV connect Angebot steht jedoch lediglich auf connect-fähigen DVB-T2 HD Geräten zur Verfügung, welches interessierte Nutzerinnen und Nutzer sich anschaffen müssen, um das Angebot nutzen zu können. Zu den Angeboten zählen neben den Mediatheken von ARD und ZDF einige TV-Sender wie Deluxe Music, TLC, MTV, Euronews um nur einige zu nennen. Allerdings ist, wie eingangs erwähnt, ein connect-fähiges DVB-T2 HD Gerät erforderlich. Zudem ist für die Nutzung von freenet TV connect ist eine Internetverbindung mit einer Bandbreite von mindestens 3 Mbit/s notwendig.

Mit welchen Empfangsgeräten kann ich DVB-T2 HD empfangen

Wer mit dem Empfang der öffentlich-rechtlichen Sendern zufrieden ist, kommt mit einem einfachen DVB-T2 HD Receiver aus. Da diese Geräte allerdings das kostenpflichtige freenet TV nicht entschlüsseln und auch nicht nachgerüstet werden können, tragen diese nicht das DVB-T2 HD-Logo. Häufig fehlen bei solchen Geräten auch viele weitere Komfortfunktionen. Daher sollte ein solcher kauf im Vorfeld gut abgewogen werden.

Empfang mit dem Receiver

Für den Empfang von DVB-T2 HD benötigen Sie in der Regel einen DVB-T2 HD Receiver, der mit einem DVB-T2 HD-Logo versehen ist. Soll der Receiver auch die verschlüsselten Programme des Anbieters freenet TV empfangen werden können, muss das Empfangsgerät zusätzlich mit einem freenet TV-Logo versehen sein. Damit können, vorausgesetzt man hat freenet TV abonniert, neben den frei verfügbaren öffentlich-rechtlichen Sender auch die kostenpflichtigen, verschlüsselten Programme des freenet TV-Pakets empfangen werden.

Empfang über den Smart TV

Eine weitere Alternative sind die immer mehr genutzten Smart TV Geräte. Die meisten Smart TVs haben neben Sat und Kabel ein DVB-T2 HD Empfangsteil an Bord. Für diese Geräte bietet sich zum Empfang der verschlüsselten Sender von freenet TV ein sogenanntes freenet TV Modul an, welches in den freien CI+-Slot des Fernsehers gesteckt werden muss, um die verschlüsselten Privatsender aus dem freenet TV Paket empfangen zu können.

Weitere umfangreiche Informationen zu DVB-T2 HD finden Sie auf der Website der Initiative DVB-T2 HD unter www.dvb-t2hd.de.

DVB-T2 HD ist eine Initiative von ARD, den Medienanstalten, Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 Media SE, VAUNET und ZDF.

Informationen rund um freenet TV finden Sie auf der Website des Anbieters unter www.freenet.tv.

 


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