DAUN, 26.03.2014 - 14:47 Uhr
Kabel - Digital-TV

Kabel Deutschland schaltet am 3. April 15 neue HD-Programme auf – Elf weitere öffentlich-rechtliche Programme unverschlüsselt

Kabel Deutschland startet eine neue HD-Offensive und nimmt am 3. April insgesamt 15 HD-Programme privater und öffentlich-rechtlicher Sendergruppen, davon elf unverschlüsselte HD-Sender von ARD und ZDF, neu in das Kabelnetz auf. Zudem speist der Kabelnetzbetreiber weitere Privatsender in digitaler SD-Qualität ein und nimmt auch beim analogen Programmangebot des Kabelanschlusses neue private Sender bei entfallenden öffentlich-rechtlichen Sendern auf. Dies teilte der Kabelnetzbetreiber am 26. März mit.

Nachdem bisher vor dem Hintergrund um den Streit um die Einspeisegebühren bislang lediglich die öffentlich-rechtlichen Programme Das Erste, ZDF und Arte in HD-Auflösung im Netz von Kabel Deutschland verbreitet wurden, nimmt der Kabelnetzbetreiber am 3. April die elf öffentlich-rechtlichen Programme 3 Sat HD, Bayerisches Fernsehen HD, HR Fernsehen HD, Kika HD, MDR HD, NDR Fernsehen HD, Phoenix HD, RBB HD, SWR Fernsehen HD, WDR HD und ZDF Neo HD ins TV-Angebot auf.

Nicht alle ARD- und ZDF-Sender in HDTV wegen Einspeisegebührenstreit

Auf Nachfrage von Digitalmagazin, ab wann mit der Einspeisung weiterer öffentlich-rechtlicher Sender in HD-Qualität zu rechnen sei, teilte ein KDG-Sprecher am 26. März mit, dass vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um die Einspeisevergütung öffentlich-rechtliche Sender mit geringerer Reichweite zunächst noch ausgespart blieben. Die Sender Eins Festival, Eins Plus, ZDF Info und ZDF Kultur werden also zunächst noch nicht in HD-Qualität im größten Kabelnetz Deutschlands eingespeist.

Die Rechtsauffassung des Kabelnetzbetreibers im Einspeisestreit mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bleibt von der Aufschaltung weiterer Sender von ARD und ZDF in HD-Qualität also unberührt. „Unsere in den noch laufenden Gerichtsverfahren mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vertretene Rechtsauffassung, dass die Rundfunkanstalten für die Verbreitung ihrer Programme zahlen müssen, bleibt davon unberührt“, sagt Adrian von Hammerstein, Vorstandsvorsitzender von Kabel Deutschland.

Hintergrund Streit um Einspeisevergütung

Bislang verbreitet Kabel Deutschland lediglich drei öffentlich-rechtlichen Programme in HD-Auflösung, während über andere Infrastrukturen (Satellit, IPTV) oder andere Kabelnetzbetreiber (u. a. Tele Columbus, Wilhelm Tel) nahezu alle öffentlich-rechtlichen Kanäle in HD zu sehen sind. Kabel Deutschland will im Streit um die Kabeleinspeisegebühren durchsetzen, dass die Öffentlich-Rechtlichen weiterhin Entgelte für die Kabeleinspeisung ihrer Programme zahlen. ARD und ZDF dagegen hatten im Juni 2012 die Einspeiseverträge mit den großen Netzbetreibern zum Jahresende 2012 gekündigt und entrichten seither keine Einspeisegebühren mehr. Dabei soll es um jährlich insgesamt 60 Millionen Euro gehen. Die Zahlungen an Kabel Deutschland und Unitymedia Kabel BW leisteten ARD und ZDF – aber auch die Privaten – bislang aus historischen Gründen. Als die damalige Bundespost – deren Erben die beiden Branchenriesen Kabel Deutschland und Unitymedia Kabel BW sind – die Kabelnetze aufbaute, wurden die Sender zu dieser „Subvention“ verpflichtet. Kleinere Kabelnetzbetreiber, aber auch die neuen IPTV-Anbieter erhalten dagegen seit jeher keine Einspeiseentgelte.

Die Gerichte hatten bislang allerdings mehrfach zugunsten von ARD und ZDF entschieden – so auch im November 2013, als das Oberlandesgericht Stuttgart die Berufung von Kabel Deutschland gegen den Südwestrundfunk (SWR) im Klageverfahren um die Kabeleinspeisegebühren zurückwies. Damit war der Kabelnetzbetreiber erstmals auch in zweiter Instanz gescheitert, bereits im März 2013 hatte die 11. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart eine Kabel Deutschland-Klage gegen den SWR zurückgewiesen – auch in weiteren Klageverfahren hatte der Netzbetreibers etwa gegen den RBB, WDR und BR Niederlagen hinnehmen müssen (Digitalmagazin berichtete).

Ab April insgesamt 65 HD-Sender bei KDG

Die Kunden von Kabel Deutschland können sich am 3. April neben den dann insgesamt 14 unverschlüsselten öffentlich-rechtlichen HD-Sendern auch auf die Neueinspeisung der privaten HD-Programme Disney Channel HD, NatGeo People HD, N 24 HD und Sport 1 US HD freuen, die ab April neu in hochauflösender Qualität über den Kabelanschluss zu empfangen sind. Inklusive der hochauflösenden Sky-Programme sind ab April insgesamt 65 HD-Sender als Free-TV- und kostenpflichtige Pay-TV-Sender im Netz von Kabel Deutschland zu empfangen, darunter bereits heute viele private Programme in HD, wie 13th Street HD, Boomerang HD, Fox HD, Glitz HD, History HD, KinoweltTV HD, National Geographic HD, Pro Sieben HD, Romance TV HD, RTL HD, RTL Nitro HD, Sat 1 HD, Servus TV HD, Sixx HD, Spiegel TV Wissen HD, Sport 1 HD, Syfy HD, Tele 5 HD, TNT Film HD, TNT Serie HD, Universal Channel HD oder Vox HD. Darüber hinaus stocke der Kabelnetzbetreiber das Angebot an TV-Programmen in digitaler SD-Qualität weiter auf, hieß es.

Sendersuchlauf ab 3. April

Die neuen öffentlich-rechtlichen HD- und die privaten HD- und SD-Programme sind ab dem 3. April automatisch in der Senderliste eines HD-Receivers von Kabel Deutschland zu finden, bei anderen HD-Kabelreceivern oder bei Flachbildschirmen mit integriertem DVB-C-Tuner muss ein Sendersuchlauf durchgeführt werden. Der Sendebetrieb der privaten HD-Programme startet nach KDG-Angaben zu unterschiedlichen Terminen, die die Sender selbst festlegen. Kabel Deutschland wird die einzelnen Starttermine jeweils ankündigen, hieß es. Da die Zahl der empfangbaren Programme je nach Modernisierung des Kabel- und Hausnetzes variieren kann, finden Kunden ab 2. April unter www.kabeldeutschland.de/hd-offensive ihre individuelle Senderbelegung.

Austausch öffentlich-rechtlicher durch private Sender bei Analog-TV

Ab April werden in den Kabelnetzen weitere beliebte private Programme analog aufgeschaltet, teilte Kabel Deutschland mit. Die dafür analog entfallenden öffentlich-rechtlichen Programme seien für die Kunden weiterhin in digitaler SD- und nun größtenteils auch in HD-Qualität verfügbar, hieß es seitens des Netzbetreibers. Kabel Deutschland benennt den Austausch analog ausgestrahlter öffentlich-rechtlicher Programme durch Privatsender als „Aufwertung des analogen Programmangebots“. Die je Bundesland unterschiedlichen analogen Senderumbelegungen in den Kabelnetzen erfolgten im Rahmen der medienrechtlichen Bestimmungen, hieß es. Sie werden Kabelnetz für Kabelnetz ab April umgesetzt und werden voraussichtlich im Juni abgeschlossen sein. Details zu diesen analogen Senderumbelegungen würden rechtzeitig vor dem jeweiligen Umstellungszeitpunkt über die regionalen Medien bekanntgegeben. Über Laufbänder würde auf den analogen Sendeplätzen jeweils einige Tage vor und nach der Änderung über die Anpassungen informiert, bestätigte das Unternehmen gegenüber Digitalmagazin. Kunden des Kabelnetzbetreibers, die weiterhin die entfallenden bisher analog ausgestrahlten öffentlich-rechtlichen Sender in digitaler Qualität empfangen wollen, benötigen einen DVB-C-Receiver oder einen Flachbild-Fernseher mit integriertem digitalen Kabeltuner.

www.kabeldeutschland.de

www.kabeldeutschland.de/hd-offensive

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