DAUN, 23.10.2015 - 12:03 Uhr
Digital-TV

Medientage München: TV der Zukunft

Vieles von dem, was die Zukunft des Fernsehens ausmacht, ist heute bereits vorhanden, das stellten Experten in einem gemeinsamen Panel der MEDIENTAGE MÜNCHEN und des Plattformbetreibers  M7 Group fest. Das „digitale Lagerfeuer“ wird zwar nicht erlöschen, dennoch müssen TV-Anbieter ihre Inhalte stärker auf die individuellen Gewohnheiten ihrer Nutzer ausrichten.

In seiner Keynote präsentierte der Trendforscher Andreas Steinle, Geschäftsführer des Zukunftsin-stituts Workshop, drei Thesen zur Zukunft des Fernsehens. Die erste These lautete: „Das Fernsehen der Zukunft ist ein Auto“: Die Nutzer würden demnach Autofahrten intensiv für den Medienkonsum nutzen. Unter anderem arbeiteten bereits Google und Apple an vernetzten Autos. Die Technik in den Fahrzeugen würde für die jeweiligen Nutzer individualisiert und beispielsweise deren Mediennutzungsgewohnheiten bedienen. Die Frage „Woher weiß das Auto, was ich will?“, leitete zur zweiten These Steinles über: „Das Fernsehen der Zukunft ist ein Meta-Service“: Aufgrund der Daten aus der „Me-Cloud“ werde der Medienkonsum auf die individuellen Ansprüche zugeschnitten. Es entstehe ein „hochgradig vernetztes Ökosystem“, dabei werde die Schnittstelle zwischen Internet und Fernsehen geschlossen. Die dritte These des Trendforschers lautete: „Das Fernsehen der Zukunft ist reale Virtualität“. Dabei würden Daten, die uns bei einem Thema interessieren, noch stärker mit dem TV-Content verknüpft. Steinle könne sich etwa vorstellen, dass zu „Germanys next Top-model“ die Vitaldaten der Kandidatinnen, wie zum Beispiel der Pulsschlag, gezeigt werde.

„Wo bleibt bei diesen Visionen eigentlich das ‚digitale Lagerfeuer‘?“ fragte Moderator Dr. Klaus Winkler, Partner Sumbiosis. Werner Starz, Director Product Development Eurosport Discovery Networks Deutschland, gab sich gelassen: „Ich glaube noch ans ‚digitale Lagerfeuer‘, wir haben weltweit über zwei Milliarden Abonnenten. Wir glauben an die Stärke der Marken, denn die Menschen müssen ‚Leuchttürme‘ haben“. Medienwissenschaftler Bertram Gugel sieht die Zukunft des Fernsehens auch positiv: „Ich habe endlich eine direkte Kundenbeziehung, ich komme in den Dialog mit Kunden“. Künftig müssten diese aber immer mehr in Nischen bedient werden.

Christian Heinkele, Head of Portfolio Management M7 Group, stimmte Gugel zu: “Das Fernsehen wird immer individueller, das macht den Kunden machtvoller”. Man habe keine klare Zielgruppe mehr, sondern vielmehr tausende Zielgruppen. Die Konsequenz für Heinkele: „Wir müssen zum Google des Fernsehens werden“. M7 müsse alle Inhalte aggregieren und so zur „universellen Plattform für Bewegtbildinhalte“ werden. Auch bei Discovery reagiert man auf die zunehmende Atomisierung der Zielgruppen, berichtete Starz: „Wir versuchen jetzt schon unsere Inhalte zu personalisie-ren und mehr Services ‚everywhere‘ anzubieten.“ Man sei zwar „atomisiert“ aber trotzdem wachse der Konsum, beschrieb Starz den sich wandelnden TV-Markt.

Gugel sieht die große Herausforderung für die Fernsehmacher vor allem bei den Inhalten: „Da wir über mehr Medienbereiche – einfach und überall verfügbar – unsere Geschichten erzählen, wird gutes Storytelling immer wichtiger werden“. Trendforscher Steinle betonte: „Beim Rundfunk 4.0 sind die Inhalte viel interessanter als die Technik“.


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